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Freitag, 17. Februar 2012
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Vor dem Preisanstieg Deutsche räumen Milchregale leer

06.06.2008 ·  Als Konsequenz des Bauernboykotts wird die Milch teurer, und das voraussichtlich schon in der kommenden Woche. Viele Deutsche beugen vor - und räumen die Supermarktregale ab. „Wir erleben einen Run auf preiswerte Milch“, heißt es im Einzelhandel. Unterdessen gehen die Preisverhandlungen weiter.

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In Erwartung höherer Preise ist in den deutschen Supermärkten die Nachfrage nach Milch sprunghaft gestiegen. „Wir erleben einen Run auf preiswerte Milch“, sagte der Sprecher des Einzelhandelsverbands HDE, Hubertus Pellengahr. Die Kunden bevorrateten sich vor allem mit billiger H-Milch. „Die Vorratskäufe sind jetzt viel stärker als während des Lieferstreiks.“

Die großen Einzelhandelsketten hatten den Milchbauern nach zehntägigen Protesten zugesagt, einen höheren Preis zu zahlen. Lidl hatte konkret eine Anhebung um zehn Cent pro Liter Milch und 20 Cent für ein Stück Butter zugesagt. Die anderen Discounter haben in Aussicht gestellt, sich einer Veränderung des Marktpreises nicht verschließen zu wollen.

Abwarten, was nächste Woche passiert

Die Verbraucher würden die Erhöhungen schon bald spüren, sagte Pellengahr. Die genaue Höhe lasse sich noch nicht benennen. „Da muss man jetzt abwarten, was Anfang der Woche passiert.“ Der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) verlangte, neben den Preisen für Milch und Butter müssten auch die Preise für alle anderen Molkereiprodukte erhöht werden.

Am Donnerstag gab es unter anderem in Berlin wieder Proteste. Nun folgt das Einlenken: Der Milch-Lieferstopp der Bauern soll beendet werden, nachdem verschiedene Handelsketten eine Preiserhöhung signalisiert haben.

Der Verband der privaten Milchwirtschaft warnte die Bauern vor übertriebenen Hoffnungen auf höhere Preise. „Die Erzeuger erwarten jetzt, dass ab sofort 43 Cent je Liter Milch ausgezahlt werden, das ist mit Sicherheit nicht der Fall“, sage Verbandsgeschäftsführerin Susanne Nüssel. Der Markt gebe solche Preise derzeit nicht her. Einerseits habe bisher nur der Discounter Lidl für Trinkmilch und Butter höhere Verkaufspreise fest zugesagt, erklärte Nüssel. Diese machten aber nur einen geringen Teil aller Milchprodukte im Lebensmitteleinzelhandel aus. Außerdem gehe nur etwa 45 Prozent der deutschen Milch-Produktion in den Lebensmittel-Einzelhandel. Der Rest fließe an die Industrie und in den Export.

Verhandlungen mit Aldi angelaufen

Beim Discounter Aldi Süd sind die Verhandlungen über eine mögliche Erhöhung der Milchpreise angelaufen. „Wir haben ab sofort mit den Gesprächen begonnen“, sagte eine Firmensprecherin. Ein Ende der Verhandlungen sei derzeit aber noch nicht absehbar. Auch das Essener Schwesterunternehmen Aldi Nord soll Verhandlungen in Aussicht gestellt haben.

Eine Sprecherin des zu Tengelmann gehörenden Discounters Plus wollte sich am Freitag nicht zu den Verhandlungen äußern. Nach der Ankündigung der großen Handelsketten, über höhere Milchpreise verhandeln zu wollen, hatten die Bauern ihren Boykott am Donnerstagabend beendet.

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Von Holger Steltzner

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