Home
http://www.faz.net/-gqi-73y52
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Vor allem Investmentbanker Bei der Großbank UBS wackeln 10.000 Stellen

63.000 Arbeitsplätze hat die UBS - bis zu 10.000 davon können offenbar wegfallen. Am härtesten wird es wohl die Investmentbanker treffen.

© AFP Vergrößern

Die Schweizer Großbank UBS will offenbar bis zu 10.000 ihrer 63.000 Arbeitsplätze abbauen. Das Vorhaben werde wahrscheinlich bei der Vorlage der Quartalszahlen am Dienstag bekanntgegeben, sagte eine mit der Sache vertraute Person am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Erwartet werde, dass Stellen global und quer durch alle Bereiche abgebaut würden. Der Großteil werde dabei wohl auf die Investmentsparte entfallen. Der UBS machen sinkende Einnahmen und höhere Kapitalanforderungen zu schaffen.

Die „Financial Times“ berichtete, mit den Stellenstreichungen gehe eine Spaltung der Investmentsparte einher. Große Teile des „Fixed-Income“-Geschäfts, zu dem beispielsweise der Handel mit Anleihen und Zertifikaten gehört, würden in eine eigene Einheit ausgegliedert, die nach und nach heruntergefahren werde, berichtete die Zeitung weiter. In der Kernsparte des Investmentbanking verblieben dann noch die Aktien- und Devisengeschäfte sowie die Beratung.

UBS muss schon länger Kosten senken

UBS-Konzernchef Sergio Ermotti hatte vor kurzem noch dementiert, dass die Bank einen Stellenabbau in dieser Größenordnung plant. Einen Zeitungsbericht, dass UBS bis zu 10.000 Arbeitsplätze streichen könnte, nannte er an den Haaren herbeigezogen. Analysten sagen seit längerem, dass UBS um eine neue Kostensenkungsrunde nicht herumkommt.

Die im Sommer vergangenen Jahres eingeläutete Sparrunde von zwei Milliarden Franken bis Ende 2013 war Mitte dieses Jahres zur Hälfte umgesetzt. Es wurden 1300 Arbeitsplätze abgebaut, mehr als 1000 davon im Investmentbanking. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise vor rund fünf Jahren sind der Finanzbranche global Zehntausende Jobs verloren gegangen.

Mehr zum Thema

Auch der Schweizer Erzrivale Credit Suisse hatte am Donnerstag einen verschärften Sparkurs angekündigt. Die Bank setzt auf das bis 2013 laufende Kostensenkungsprogramm von drei Milliarden Franken eine weitere Milliarde drauf, die bis 2015 eingespart werden soll. Damit und mit der Aufgabe unrentabler Geschäfte im Investmentbanking werde die Bank die angestrebte Eigenkapitalrendite von 15 Prozent oder mehr über den Marktzyklus hinweg erreichen können, erklärte Konzernchef Brady Dougan.

Was der Kostenschnitt für die knapp 48.500 Mitarbeiter der Bank bedeutet, ließen Dougan und sein Finanzchef David Mathers offen. „Es wäre aber unrealistisch zu sagen, es gibt keine Entlassungen“, erklärte der Finanzchef.

Quelle: FAZ.net / Reuters

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Bankenstrafen-Ticker UBS zahlt Rekordbuße in Deutschland

Betrug, Geldwäsche, Zinsmanipulationen, Devisenskandal: Banken weltweit müssen für ihre Fehltritte büßen. Jetzt zahlt die UBS wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Die wichtigsten Strafen im Überblick. Mehr

29.07.2014, 07:18 Uhr | Wirtschaft
Amerikas Notenbank Eigennützige Rüge für die Deutsche Bank

Der amerikanische Steuerzahler hat nicht vergessen, dass er infolge der Finanzkrise 8,5 Milliarden Dollar an die Deutsche Bank zahlte. Droht nun eine ähnlich hohe Strafe für das Geldhaus? Mehr

23.07.2014, 16:59 Uhr | Wirtschaft
Software-Pionier Microsoft streicht bis zu 18.000 Stellen

Es ist der größte Arbeitsplatz-Abbau in der Geschichte des Konzerns: Microsoft kürzt bis zu 18.000 Stellen. Besonders dürfte das die Tochtergesellschaft Nokia treffen. Mehr

17.07.2014, 14:24 Uhr | Wirtschaft

Kein Partner für den Umweltschutz

Von Andreas Mihm, Berlin

Die Deutschen haben ihre Lektion gelernt: Umwelt- und Klimaschutz stehen bei ihnen an zweiter Stelle. Doch leider sind ihnen Verbündete in der Klimaschutzpolitik abhanden gekommen. Mehr 4


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Wirtschaft in Zahlen Im Land der Zuhause-Arbeiter

Viele Deutsche arbeiten von daheim aus - mindestens ab und zu. Das gilt für Angestellte, für Selbständige sowieso. Und sogar für mehr als 40 Prozent der Beamten. Mehr