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F.A.Z. exklusiv : Volkswagen will Mercedes beim DFB verdrängen

Stern für Deutschland? Jogi Löw mit dem Sponsor auf dem Rücken Bild: dpa

Daimler oder VW? Im Wettbieten um die Nationalmannschaft steuert alles auf ein Duell der beiden Automobilkonzerne zu. Für den DFB geht es um viel Geld, für Daimler um eine jahrzehntelange Tradition.

          Die Automobilmarke Mercedes-Benz könnte nach 45 Jahren Werbepartnerschaft vor einem Ausstieg beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) stehen. Nach Informationen der F.A.Z. gibt es mit Volkswagen einen starken Gegenspieler, der derzeit um die Position des DFB-Generalsponsors bietet. Auch der südkoreanische Konzern Hyundai, Sponsor des Internationalen Fußball-Verbandes, soll Interesse zeigen. Der Verband eruiert derzeit für den Zeitraum von 2019 bis 2024 einen neuen Vertrag mit einem Unternehmen aus der Automobilbranche. BMW, über deren Teilnahme am Bieterverfahren spekuliert wurde, will sich derweil nicht mehr an der weiteren Ausschreibung beteiligen. VW wollte auf Anfrage keinen Kommentar abgeben.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Daimler-Marke ist seit 1972 mit dem DFB verbunden – und will auch weiterhin dabei sein. Für den noch bis 2018 laufenden Vertrag soll Mercedes-Benz um die acht Millionen Euro im Jahr an den Verband zahlen, dafür kann der Generalsponsor vor allem mit der Nationalmannschaft werben und im Umfeld von Welt- sowie Europameisterschaften auftreten.

          Für den DFB sind es wichtige Werberechte. 70 bis 80 Prozent des gesamten Jahresertrags, der zuletzt rund 228 Millionen Euro ausmachte, werden direkt oder indirekt über Geschäfte mit der Nationalmannschaft hereingeholt (Fernsehrechte, Sponsorenverträge, Ticketeinnahmen). Hier herrscht eine große Abhängigkeit vom sportlichen wie auch dann wirtschaftlichen Erfolg der Weltmeisterelf von 2014. Im vergangenen Jahr hatte der DFB den Vertrag mit dem Sportartikelkonzern Adidas vorzeitig bis 2022 verlängert. Der Ausrüster der Nationalmannschaft, schon seit Herberger-Zeiten mit dem DFB verbunden, verdoppelte den bisherigen Sponsoreneinsatz auf etwa 50 Millionen Euro im Jahr.

          Dies ist der bislang teuerste Vertrag, den ein nationaler Sportverband mit einem Sponsor abgeschlossen hat. An diesem Freitag wird das DFB-Präsidium in Frankfurt zusammenkommen und vor allem über den Automobil-Kontrakt sprechen. Dann dürfte das Wettbieten zwischen Mercedes und Volkswagen, die ihre Angebote präsentieren werden, in die heiße Phase gehen. Nach der EM im vergangenen Jahr hatte es aus der Bundesliga Kritik am DFB gegeben.

          Der Vorwurf lautete, dass der Verband die von den Klubs bezahlten Nationalspieler zu sehr einbinden würde in die Werbekampagne des Generalsponsors Mercedes-Benz. Die Chefs vom FC Bayern und von Borussia Dortmund, Karl-Heinz Rummenigge sowie Hans-Joachim Watzke, monierten, dass dadurch die Sponsorenrechte der Vereine konterkariert würden. Audi ist bei den Bayern Mitgesellschafter, der BVB arbeitet mit Opel zusammen.

          DFB kommentierte die Verhandlungen nicht

          Volkswagen ist derweil schon seit 2012 an der Seite des DFB – neben Mercedes. Mit dem Konzern aus Wolfsburg besteht bis 2022 eine Übereinkunft für den DFB-Pokal-Wettbewerb. Dafür werden jedes Jahr etwa 6 Millionen Euro an den DFB gezahlt. Offenbar kann sich VW vorstellen, zusätzlich die Rechte als Generalsponsor an der Nationalmannschaft zu erwerben. Möglich wäre ebenso ein anderes Szenario: Volkswagen geht ganz auf die Nationalelf, steigt im Pokal aus und überlässt einem anderen Unternehmen das Recht am nationalen Wettbewerb.

          Der DFB kommentierte die Verhandlungen nicht. Der Verband leidet seit dem Skandal um die WM 2006 an Millionenkosten für die juristische Aufarbeitung. Vornehmlich die Vermarktungseinnahmen müssen die geplante neue DFB-Akademie finanzieren.

          Um den Standort in Frankfurt gibt es eine Auseinandersetzung vor Gericht mit dem langjährigen Nutzer (Pferde-Rennklub) des städtischen Grundstücks. Außerdem stiegen zuletzt die Kosten für das Akademie-Projekt von 90 auf mindestens 140 Millionen Euro.

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