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Volkswagen Porsche und Piëch gewinnen Machtkampf bei VW

14.02.2007 ·  Wohl um eine längere Zerreißprobe zu vermeiden, hat das Land Niedersachsen am Dienstag überraschend seinen Widerstand gegen eine weitere Amtszeit Ferdinand Piëchs im VW-Aufsichtsrat aufgegeben. Damit steht Volkswagen zunehmend unter der Kontrolle des Hauptaktionärs Porsche.

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VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch bleibt niedersächsischen Regierungskreisen zufolge voraussichtlich über den Mai hinaus im Amt. „Der Wiederwahl von Herrn Piëch steht nichts im Wege“, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Dienstag. Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hat seinen Widerstand gegen eine zweite Amtszeit Piëchs offenbar aufgegeben. Es sei davon auszugehen, dass Großaktionär Porsche ihn als Aufsichtsratschef nominieren werde, hieß es weiter. Porsche, inzwischen mit 27 Prozent an VW beteiligt, soll in Person von Piëch wie zuvor gefordert einen dritten Sitz in dem Gremium erhalten.

„Wenn der größte Aktionär Piëch wieder als Aufsichtsratsvorsitzenden vorschlägt, wird das an Niedersachsen nicht scheitern. Es wäre nicht richtig, dass sich die beiden Großaktionäre eine offene Feldschlacht liefern“, hieß es aus den Reigerungskreisen. Ein Machtkampf um den 69 Jahre alten Piëch sei nicht im Interesse des Landes. Ein Sprecher des Sportwagenherstellers kommentierte die Informationen: „Wenn das so ist, begrüßen wir das.“ Porsche hatte erst am Dienstag den Anspruch auf drei Vertreter in dem Kontrollgremium bekräftigt. Eine Volkswagen-Sprecherin sagte, der Konzern kommentiere Angelegenheiten des Aufsichtsrates grundsätzlich nicht.

Amtszeit Piëchs endet im Mai

Die Kandidaten für den VW-Aufsichtsrat sollen nach den Informationen aus Regierungskreisen in Hannover am 2. März nominiert werden. Auf der Hauptversammlung am 19. April wird das Gremium gewählt, das im Anschluss seinen Vorsitzenden bestimmt.

Ministerpräsident Wulff hatte Piëch lange Zeit wegen seiner Doppelrolle kritisiert und seine Wiederwahl vehement abgelehnt: Piëch ist VW-Aufsichtsratschef und hält mit seinem Familienclan zugleich alle stimmberechtigten Porsche-Aktien. Piëch hatte von 1993 an neun Jahre lang als Vorstandsvorsitzender die Geschicke bei VW bestimmt, 2002 rückte er an die Spitze des Aufsichtsrats des Wolfsburger Konzerns. Seine Amtszeit endet im Mai.

Piëch selbst hatte seine Zukunft im VW-Aufsichtsrat stets offen gehalten. Für seinen Verbleib in dem Gremium hatte sich allerdings schon VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh ausgesprochen. Dieser hatte versichert, wenn Piëch von der Kapitalseite vorgeschlagen werde, könne er sich auf die zehn Stimmen der Arbeitnehmerbank verlassen.

Piëch fährt auf Porsche-Ticket

Das Land werde es akzeptieren, dass der Sportwagenbauer drei Mitglieder in den VW-Aufsichtsrat entsenden wolle, hieß es am Dienstag weiter: Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, Finanzvorstand Holger Härter und eben Piëch. Der ehemalige VW-Vorstandschef lasse sich damit also - wie von Wulff stets gefordert - Porsche zurechnen, obwohl er sich stets als unabhängig bezeichnet hatte.

Eigentlich hatte sich der Ministerpräsident eigenen Angaben zufolge mit Porsche-Chef Wiedeking darauf verständigt, dass der neue VW-Aufsichtsratschef eine neutrale Person sein solle. „Es scheint, als habe Niedersachsen aufgegeben“, sagte Analyst Arndt Ellinghorst von Dresdner Kleinwort. „Konsequenterweise sollten sie ihren Anteil verkaufen.“

Für das Land Niedersachsen sitzen Wulff und Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP) im Aufsichtsrat des größten Autokonzerns Europas. Bis zum Einstieg von Porsche war das Land größter Anteilseigner bei VW und ist nun mit gut 20 Prozent der Anteile auf Platz zwei gerutscht.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters, dpa
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