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Volkswagen Pischetsrieder bleibt VW-Chef

02.05.2006 ·  Nach einer monatelangen Hängepartie hat der VW-Aufsichtsrat den Vertrag von Konzernchef Bernd Pischetsrieder um fünf Jahre bis 2012 verlängert. Die Entscheidung fiel einstimmig, wie der Konzern mitteilte.

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Gestärkt durch eine vorzeitige Vertragsverlängerung wirbt Volkswagen-Chef Bernd Pischetsrieder am Mittwoch vor den Aktionären um seine Pläne zur Sanierung der kriselnden Kernmarke VW. Nach einem wochenlangen Tauziehen beschloß der Aufsichtsrat am Dienstag abend in Hamburg einstimmig, Pischetsrieders 2007 auslaufenden Kontrakt vorzeitig bis April 2012 zu verlängern.

Bis zuletzt war offen, ob die Arbeitnehmerseite der Vertragserneuerung zustimmen würde. Der Autobauer stellt im Zuge seiner Sanierung in den schwach ausgelasteten und unrentablen Montage- und Komponentenwerken im Inland bis zu 20.000 Arbeitsplätze in Frage. Das ist ein Fünftel der westdeutschen Arbeitsplätze.

Der Betriebsrat hatte ursprünglich verlangt, von Pischetsrieder Details der geplanten Einschnitte zu erfahren, bevor über die Vertragsverlängerung abgestimmt werden sollte. Der Ministerpräsident von Großaktionär Niedersachsen, Christian Wulff, sagte im Anschluß an das einstimmige Votum im Aufsichtsrat: „Die Stimmung ist okay. Alle sind gewillt, das Unternehmen nach vorne zu bringen.“

Gegenleistung für die Arbeitnehmer

Die Arbeitnehmer teilten mit, Voraussetzung für ihre Zustimmung zur Vertragsverlängerung im Aufsichtsrat sei der Abschluß einer Vereinbarung über die Standort- und Beschäftigungssicherung gewesen. Die Komponentenwerke sollten in die Konzernleitung eingebunden werden. Ferner sei vereinbart worden, Generalbevollmächtigte für die „Brennpunkte“ des Konzerns in den Regionen China, Nordamerika und Südamerika zu ernennen. In der Vereinbarung sei auch noch einmal die bestehende Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung fixiert worden.

Über den Stand der Sanierungsverhandlungen mit dem Betriebsrat wurde zunächst nichts bekannt. Die beiden Großaktionäre Niedersachsen und Porsche hatten sich bereits früh öffentlich dafür ausgesprochen, es bei Pischetsrieder als Konzernchef zu belassen. Zweifel an Pischetsrieders Vertragsverlängerung hatte Aufsichtsratschef Ferdinand Piech in einem Interview geschürt. Später entschuldigte sich Piech bei Pischetsrieder, den er 2002 selbst als seinen Nachfolger an der Konzernspitze vorgeschlagen hatte.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters, AP
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