02.08.2004 · Beim größten europäischen Automobilhersteller Volkswagen hat sich ein weiteres großes Aktienpaket gebildet. Die im kalifornischen San Diego ansässige Investmentgesellschaft Brandes Investment Partners hält mehr als 10 Prozent und ist damit hinter dem Land Niedersachen zweitgrößter Anteilseigner.
Beim größten europäischen Automobilhersteller Volkswagen hat sich ein weiteres großes Aktienpaket gebildet. Die im kalifornischen San Diego ansässige Investmentgesellschaft Brandes Investment Partners hält 10,65 Prozent der Stammaktien von VW, nachdem sie Anfang des Jahres noch offiziell 6,15 Prozent besessen hatte. Dies teilte Volkswagen am Montag mit, nachdem der Wolfsburger Konzern von Brandes informiert worden war. Dabei betonte ein Unternehmenssprecher, daß die amerikanische Investmentgesellschaft die Aktien nicht im eigenen Namen, sondern für Dritte halte, etwa für Pensionsfonds oder andere institutionelle Anleger in Amerika.
Die VW-Aktie kletterte am Montag nach Bekanntwerden gegen den Markttrend um rund 1 Prozent. Erst in der vergangenen Woche hatte die Mitteilung aufgeschreckt, wonach Morgan Stanley am Touristik-Unternehmen Tui mehr als 10 Prozent hält und damit Spekulationen über eine feindliche Übernahme durch einen Fremden ausgelöst.
Aktien am 23. Juli gekauft
Brandes Investment hatte nach Angaben des Firmensprechers die meldepflichtige Grenze von 10 Prozent am 23. Juli überschritten. An dem Tag hatte VW seine Halbjahreszahlen bekannt gegeben und die Gewinnprognosen für dieses Jahr deutlich nach unten korrigiert. Im Vorfeld dieser Zahlen stand die VW-Aktie deutlich unter Druck.
Brandes ist nun formal zweitgrößter Anteilseigner von VW. Das Bundesland Niedersachsen besitzt 18,2 Prozent der Aktien. Noch in diesem Herbst soll der Verkauf eines Paketes von rund 10 Prozent an den arabischen Staat Abu Dhabi abgeschlossen werden. Der vom VW-Konzern selbst gehaltene Aktienanteil von 9,8 Prozent soll abgegeben werden, um damit den Erwerb von 50 Prozent an der niederländischen Leasing-Gesellschaft Leaseplan für rund 1 Milliarde Euro zu finanzieren.
Internationale Anleger lassen sich nicht abschrecken
Ein Unternehmenssprecher äußerte sich positiv über das Engagement der Amerikaner. Dahinter würden Investoren stehen, die offenbar von dem langfristigen Potential der VW-Aktie überzeugt seien. Die Meldung hat für den Konzern zudem den angenehmen Begleiteffekt, daß internationale Anleger durch die satzungsgemäße Stimmrechtsbeschränkung von 20Prozent anscheinend nicht abgeschreckt werden. Die EU-Kommission sieht nämlich in diesem "VW-Gesetz" ein unzulässiges Hindernis für Investoren, weshalb Brüssel die Beschänkungen untersagen möchte. (kön.)
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,27 | −1,21% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2445 | −0,35% |
| Rohöl Brent Crude | 105,15 $ | −1,59% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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