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Volkswagen : 15 Millionen Euro Gehalt für Martin Winterkorn

VW-Chef Martin Winterkorn ist seit Jahren einer der bestbezahlten Vorstände Deutschlands. Bild: dpa

Der Volkswagen-Chef verdient von den Vorstandsvorsitzenden der großen Dax-Konzerne wieder am meisten. Als er im Jahr 2011 sogar 17 Millionen bekam, hatte das in der Öffentlichkeit hohe Wellen geschlagen.

          Martin Winterkorn führt nicht nur Deutschlands größtes Industrieunternehmen. Der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG dürfte bundesweit auch das größte Gehalt eingefahren haben. 15 Millionen Euro hat der 66 Jahre alte Metallphysiker im vergangenen Jahr verdient. Das ist etwas mehr als 2012, als Winterkorn 14,5 Millionen Euro einstrich. Mit diesen Bezügen, die VW am Donnerstag in seinem Geschäftsbericht bekanntgegeben hat, hat der Arbeitersohn aus Schwaben seinen Rivalen Dieter Zetsche klar ausgestochen. Der Daimler-Chef brachte es 2013 auf ein Gehalt von rund 8,4 Millionen Euro.

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Auch alle anderen Vorstandsvorsitzenden der Unternehmen im Deutschen Aktienindex (Dax), die bisher die Vorstandsbezüge veröffentlicht haben, kamen deutlich schlechter weg als Winterkorn. Auch im internationalen Vergleich mit seinen Branchenkollegen schneidet der VW-Chef gut ab. Der Fiat-Chef Sergio Marchionne wartet für 2013 mit Bezügen von 3,6 Millionen Euro auf. Dagegen kommt Mary Barra relativ nah an den Spitzenverdiener „Wiko“ heran: Die neue Vorstandsvorsitzende des amerikanischen Autoherstellers General Motors (GM) dürfte im laufenden Jahr umgerechnet knapp 10,3 Millionen Euro verdienen. Im Vergleich zu so manchem IT-Manager in Amerika sind Winterkorn und Barra freilich arme Schlucker: Google hat seinem Verwaltungsratsvorsitzenden Eric Schmidt jüngst Bezugsrechte für Aktien im Wert von 100 Millionen Dollar gewährt.

          Neun VW-Vorstände streichen 64 Millionen ein

          Für 2011 hatte Winterkorn sogar 17 Millionen Euro überwiesen bekommen. Diese überraschend hohe Summe hatte seinerzeit in der Öffentlichkeit so hohe Wellen geschlagen, dass sich der Aufsichtsrat im Einvernehmen mit Winterkorn und dessen Vorstandskollegen auf eine Neufassung der Vergütungsregeln verständigten. Seit einem Jahr legt VW nun also strengere Maßstäbe für die Berechnung der kurzfristigen Erfolgsboni an.

          Diese werden überhaupt erst dann gewährt, wenn das operative Ergebnis des Konzerns oberhalb von 5 Milliarden Euro liegt. Diese Hürde hat Europas größter Automobilhersteller 2013 mit leichter Hand genommen: Der Betriebsgewinn betrug 11,7 Milliarden Euro nach 11,5 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Zudem war der Bonus für Winterkorn für 2012 und 2013 auf maximal 6,75 Millionen Euro begrenzt worden. Für die übrigen sieben Vorstandsmitglieder liegt diese Grenze bei 2,5 Millionen Euro. Auf der anderen Seite gibt es nun einen „persönlichen Leistungszuschlag“, der maximal 50 Prozent des „normalen“ Bonus umfassen kann. Damit soll sich die individuelle Leistung der Vorstände stärker in deren Gehalt niederschlagen. Bei Winterkorn summiert sich dieser Leistungszuschlag auf 3 Millionen Euro.

          Die neun VW-Vorstände strichen im vergangenen Jahr insgesamt gut 64 Millionen Euro ein. Das sind 8 Millionen Euro mehr als 2012. Winterkorn bekam mit seinen 15 Millionen Euro mehr als das doppelte seiner Vorstandskollegen. Deren Bezüge lagen zwischen 5,9 und 6,4 Millionen Euro und damit oberhalb der Gehälter vieler Vorstandschefs, die ihre Arbeit außerhalb von VW verrichten.

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