14.02.2009 · Microsoft schießt zurück: Im Kampf gegen Computerviren hat der Softwarekonzern jetzt eine hohe Belohnung ausgelobt. Wer Hinweise auf die Programmierer eines besonders hartnäckigen Schadprogramms namens Conficker gibt, erhält 250.000 Dollar.
Der amerikanische Softwareriese Microsoft hat eine hohe Belohnung für Hinweise auf die Erfinder und Verbreiter des besonders hartnäckigen Computer-Virus Conficker ausgesetzt. Der Konzern versprach ein Kopfgeld von 250.000 Dollar, wenn die Virus-Tüftler durch die Hinweise aufgespürt und dingfest gemacht werden können. Conficker hat sich rasend schnell in Millionen von Computern weltweit ausgebreitet.
Zugleich kündigte Microsoft an, zusammen mit Unternehmen für Datensicherheit, wie Symantec, F-Secure oder Verisign, gegen die Virusplage anzugehen. Der Konzern strebt eine enge Zusammenarbeit mit der Internet-Verwaltung Icann und Betreibern von zentralen Servern des Domain Name Systems (DNS) an. Ziel ist es, Domains zu sperren, die vom Wurm aufgerufen werden, um von dort Code nachzuladen.
Auch Unternehmen und Behörden betroffen
Conficker verbreitet sich nach Informationen des Computerportals Heise über eine ältere Lücke im Betriebssystem Windows sowie über Netzwerke. Er befalle auch USB-Speichermedien. Häufig betroffen seien Unternehmens- oder Behördennetzwerke. Als Beispiele wurden tausende PCs des Amtes der Kärntner Landesregierung angeführt, die der Virus vorübergehend lahmgelegt habe. Auch Systeme des Militärs sollen bereits infiziert worden sein.
Den Angaben zufolge hatte Microsoft mit der Kopfgeld-Strategie schon früher Erfolg: So zahlte das Unternehmen im Jahr 2005 den Angaben zufolge umgerechnet rund 210.000 Euro an zwei Deutsche, die Tipps zum Urheber der Internet-Würmer Sasser und Netsky gegeben hatten. Ein 19-Jähriger war damals vom Landgericht Verden wegen „Datenveränderung“ und „Computersabotage“ zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung verurteilt worden.
Sollen Kinderlose einen „Solidarzuschlag" zahlen?
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