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Verzweifelte Suche nach Alternativen Angeblich führt Yahoo Gespräche mit Murdoch

14.02.2008 ·  Der Internetdienstleister Yahoo diskutiert Berichten zufolge mit dem Medienkonzern News Corp über eine mögliche Partnerschaft. Ziel sei es, damit der feindlichen Übernahme durch Microsoft zu entgehen. Die Suche nach Alternativen zu Microsoft scheint immer verzweifelter zu werden.

Von Roland Lindner
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Das amerikanische Internetunternehmen Yahoo sucht verzweifelt nach einer Alternative, um das feindliche Übernahmeangebot des Softwarekonzerns Microsoft abzuwehren. Amerikanischen Medienberichten zufolge führt Yahoo Gespräche mit dem Medienkonzern News Corp. über eine Kombination mit dessen Internetaktivitäten, zu denen die Online-Gemeinde Myspace gehört. Diese Gespräche sollen sich aber nicht in einem fortgeschrittenem Stadium befinden.

Yahoo hat offenbar auch die Fühler in Richtung des Medienkonzerns Time Warner und seiner Internetsparte AOL ausgestreckt. Auch bei dieser Option gelten die Chancen als gering, weil sich das Interesse von Time Warner in Grenzen halten soll. Insofern gilt Analysten eine Übernahme von Yahoo durch Microsoft weiterhin als das wahrscheinlichste Szenario, wenn auch womöglich zu einem höheren Preis als bislang in Aussicht gestellt.

Yahoo sieht sich „wesentlich unterbewertet“

Microsoft hat vor zwei Wochen sein Übernahmeangebot in Höhe von 44,6 Milliarden Dollar oder 31 Dollar je Aktie gemacht. Der Preis, den Microsoft jeweils zur Hälfte in bar und in eigenen Aktien bezahlen will, entsprach damals einem Aufschlag von 62 Prozent. Da der Aktienkurs von Microsoft seit der Ankündigung des Angebots gefallen ist, liegt der Preis im Moment nur noch bei gut 42 Milliarden Dollar oder rund 29 Dollar je Aktie. Yahoo hat den Vorstoß von Microsoft Anfang dieser Woche offiziell zurückgewiesen und sieht sich „wesentlich unterbewertet“.

Microsoft hat sich davon nicht abschrecken lassen und angekündigt, seine Übernahmepläne weiter verfolgen zu wollen. Yahoo bemüht sich seit der unerwünschten Annäherung händeringend um Alternativen und hat dazu auch Investmentbanken engagiert. Bislang hat sich aber keine andere Möglichkeit ergeben. News Corp. hat in der vergangenen Woche ausgeschlossen, Yahoo ganz zu übernehmen. Nun werden aber offenbar Gespräche geführt, die sich auf Myspace und die anderen Internetaktivitäten von News Corp. konzentrieren. Ein Szenario wäre es, Yahoo mit dem Internetgeschäft von News Corp. zusammenzulegen. News Corp. würde daran einen Minderheitsanteil halten, und Yahoo könnte unabhängig bleiben.

Strategische Allianz mit Google?

Analysten halten es indessen für fragwürdig, ob eine solche Konstruktion der Aktie von Yahoo einen Kursschub geben könnte, der auch nur annähernd an das Microsoft-Angebot herankommt. Als weitere Alternative war eine strategische Allianz von Yahoo mit Google im Gespräch. So könnte Yahoo die Werbetechnologie von Google nutzen, in der Hoffnung, damit seine Umsätze anzukurbeln. Google-Vorstandsvorsitzender Eric Schmidt hat Yahoo direkt nach dem Angebot von Microsoft seine Hilfe angeboten. Eine solche Partnerschaft könnte indessen hohe Kartellhürden zu überwinden haben.

Microsoft hat Anfang der Woche bekräftigt, „alle notwendigen Schritte“ gehen zu wollen, um Yahoo zu übernehmen. Das dürfte als Drohung zu verstehen sein, dass Microsoft bei der nächsten Aktionärsversammlung von Yahoo eine Kampfabstimmung anzuzetteln könnte, um den Verwaltungsrat zu stürzen. Microsoft hat mittlerweile eine Beratungsfirma engagiert, die auf solche Auseinandersetzungen spezialisiert ist.

Im Aktionärskreis von Yahoo gibt es Zustimmung für einen Verkauf an Microsoft. Die Fondsgesellschaft Legg Mason Value Trust erklärte in einem Schreiben an Investoren, es werde schwierig für das Unternehmen, eine Alternative zu Microsoft zu finden. Fondsmanager Bill Miller sagte aber, nach seiner Meinung werde Microsoft sein Angebot noch etwas erhöhen müssen, um sich mit seinem Vorhaben endgültig durchzusetzen. Legg Mason ist der zweitgrößte Aktionär von Yahoo.

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Jahrgang 1970, Wirtschaftskorrespondent in New York.

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