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Verspätete Lieferung Immer noch keine ICE-Züge in Sicht

 ·  Die Bahn braucht dringend neue ICEs, denn für Wintertage mit Schnee und Eis hat sie keine Reserven. Doch Siemens lässt die Bahn weiter auf die Auslieferung warten. Noch nicht mal ein fester Zeitplan steht.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (14)
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Hans Winter
Hans Winter (Tell590) - 24.02.2013 17:15 Uhr

Manchmal ist der Zug ja OK, aber mit der Spurweite hapert’s

Da machte Spanien vor Jahren bei Siemens einen Auftrag über 26 ICE-Züge. Als die geliefert wurden – o Schreck – paßte die Spur nicht. Die Züge wurden mit der in Spanien üblichen Spur von 1668mm (Renfe) geliefert. Spanien hat aber für sein AVE die europ. Normalspur von 1435mm gewählt– weil man bis 2020 ohnehin das gesamte Breitsteckennetz auf Normalspur umstellt. Was haben wir damals darüber gelacht. Aber heute ist im Internet nichts mehr darüber zu finden. Wie man sieht, kann das Internet doch vergessen. Jedenfalls, wenn man genügend Macht hat. Siemens stolpert in die – selbstverschuldete – Krise. Das Römische Reich ging daran zugrunde, das Chinesische Kaiserreich glaubte mit dem Bau einer Mauer seinem Schicksal zu entgehen, und heute merken es die USA schmerzlich: Die Überdehnung (militärisch) bzw. die Überschätzung (betrieblich) der eigenen Möglichkeiten läßt einstige Macht und Ansehen schrumpeln und schmelzen wie Schnee in der Maisonne. Und ebenda ist Siemens nun angelangt.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.02.2013 10:09 Uhr
Lüko Willms
Lüko Willms (l.willms) - 28.02.2013 10:09 Uhr

Nicht das Internet hat vergessen, sondern SIE ...

... haben etwas in Ihr Gedächtnis hineinfantasiert.

Siemens hat geliefert, was bestellt wurde, nämlich Hochgeschwindigkeitszüge für das normalspurige Hochgeschwindigkeitsnetz.

Allerdings gab es damals Lieferschwierigkeiten wegen Patentstreitigkeiten mit Bombardier.

An diese sollte man heute denken, wenn man über die Probleme diskutiert, die neuen und alten ICE-3 in Doppeltraktion fahren zu lassen. Die neuen wurden von Siemens alleine gebaut, die sehen äußerlich fast genauso aus wie die alten ICE-3, sind aber in den Innereien durchaus verschieden. So können die Velaro-Züge ohne Probleme mit anderen Velaros in Doppeltraktion fahren, und die von Siemens und Bombardier zusammen gebauten ursprünglichen ICE-3 ebenfalls, aber die Kombination von Siemens-solo und Siemens-Bombardier macht Schwierigkeiten.

Übrigens wird Spanien sein Netz nicht komplett auf Normalspur umbauen. Nur auf einigen Strecken ein drittes Gleis, und eben Züge mit automatischem Spurwechsel einsetzen (CAF und Talgo)

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Otto Kaldrack

Wenn "D"

schon nicht mehr in der lage ist einen Bahnhof oder Flughafen zu bauen,
warum sollte es dann mit Zügen besser gehen. Es sieht so aus, daß nicht
nur die Politik total degeneriert ist.

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Lüko Willms
Lüko Willms (l.willms) - 23.02.2013 19:32 Uhr

Es liegt an der Privatisierung...

Die erste Generation deutscher Hochgeschwindigkeitszüge, der ICE-1 wurde unter Federführung der Bundesbahn von insgesamt mehr als eine Dutzend Firmen der Bahnindustrie entwickelt.

Beim ICE-3 waren es nur noch zwei, Siemens und AdTranz, wobei letztere inzwischen Teil des kanadischen Bombardier-Konzerns ist. Die Bahn AG hatte aber die technische Verantwortung an die Bahnindustrie abgegeben, was zu erheblichen Übergangsproblemen geführt hatte.

Die 15 Züge, die die DB nun von Siemens geliefert haben will, werden von der DB AG zwar ICE-3 genannt, aber der damalige Technologiepartner ist nicht mehr dabei. Es ist nicht mehr derselbe Zug, sondern ein Siemens-alleine-Produkt namens Velaro.

Die Siemens Velaro, die aus dem ICE-3 ohne Bombardier-Anteile entwickelt wurden, fahren für sich alleine und mit anderen Velaro-Züge gekoppelt auch wunderbar.

Die großen Probleme treten nur auf, wenn die Siemens-Züge mit den alten Bombardier/Siemens zusammen fahren sollen. Die sind nicht kompatibel.

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Chris Deister
Chris Deister (Unke) - 23.02.2013 09:16 Uhr

Mooment...

Da hängt die Zulassung neuer Züge im Wert von mehreren Milliarden an (maximal) 6 EINZELPERSONEN?!?
Und diese Ramsauer- Flasche diskutiert über "wie mache ich einen Flensburger Punkt aus vorher zweien, ohne dass sich etwas ändert"?
Und dieser Vollpfosten ist noch Minister?
Wo ist eigentlich die Stelle, die vorgibt was ein Skandal ist und was nicht?
Ich glaube es nicht. Sind denn alle nur noch völlig umnachtet?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.02.2013 11:40 Uhr
Ulrich Dust

Machen Sie doch mal einen

Alternativvorschlag, statt Vollpfosten zu schreien.
Untätig? Die Personalaufstockung um 30% bei den Öberprüfern (2 in der Ausbildung) ist angeleiert.
Bei jeder anderen Behörde würde dies prozentuale Steigerung reflexartig das allseits beliebte Beamten-Bashing starten (Faule unfähige Bande, Staatskassen-Schmarotzer, ach ja korrupt fehlt auch noch ;-).
Soll er jetzt zur Beschleunigung die Ausbildung verkürzen ?
Seiteneinsteiger einstellen?
Woher nehmen ?
Frisch von der Uni ?
Ingeneure der Hersteller abwerben ?
Aus dem Ausland ?
Nach Vorschlag des Verkehrsausschusses mit ausgefeiltem Parteienproporz ?
"Experten" vom Fahrgastverband Pro Bahn ?
Wer überprüft die fachlichen Kenntnisse und Qualifikationen und bestallt Sie als Obergutachter ?

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Albrecht Großelindemann

Nicht nur Siemens betroffen

Die Probleme von Siemens sind im Detail nicht bekannt. Fakt ist, dass ein Zug, zumal in der HGV-Personenbeförderung (!), keine sicherheitstechnischen Mängel aufweisen darf. Sofern also die Software für das Bremsmanagement bei Doppeltraktionen Probleme bereitet, ist eine Nichtzulassung durch das EBA korrekt.
Allerdings ist dessen Rolle auch nicht ruhmreich. Man braucht nur die Verzögerungen bei Zugtypen aufzählen, die mit Problemen durch die EBA-Bürokratie (Teilzulassungen, Normendiskussion) in Verbindung gebracht wurden, z.B. Talent 2 (Bombardier) oder KISS ODEG (Stadler Rail). Andere Baureihen, wie die BR 422 oder ICE3, wären ohne Bestandsschutz nicht wieder zulassungsfähig. Die DB scheut daher jede Umbauten.
Neben der Herstellerpflicht sind also auch Zulassungsstandards zu diskutieren. Das ist Mitaufgabe des Gesetzgebers, der sich nicht nur mit lächelndem Gesicht auf Vermittlungsversuche berufen darf. Denn an den aktuellen (?) Richtlinien würden auch japanische Hersteller scheitern.

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Max Winkler
Max Winkler (Wolwo) - 22.02.2013 20:55 Uhr

"Wenn Sie vom Hauptbahnhof in Berlin ... mit zehn Minuten,

mit zehn Minuten, ohne, dass Sie am Flughafen noch einchecken müssen, dann starten Sie im Grunde genommen am Flughafen ..."
Wäre doch ideal, wenn der neue ICE zwischen dem neuen Flughafen in BER und dem Hauptbahnhof pendeln würde, im Jahr 2019.
Um die Sache rund zu machen hier noch ein Zitat aus Wikipedia:
"Stoiber wurde nach seinem Rücktritt vom Amt des bayerischen Regierungschefs von José Manuel Durão Barroso angeboten, eine Arbeitsgruppe der Europäischen Kommission zum Abbau der Bürokratie in der EU ehrenamtlich zu leiten. Seit 19. November 2007 ist Stoiber in Brüssel Leiter dieser EU-Arbeitsgruppe, die Industriekommissar Günter Verheugen unterstellt ist. Als Alt-Ministerpräsident unterhält er in München ein Büro, das 2008 mit 496.800 Euro aus dem bayerischen Landeshaushalt finanziert wurde."

Noch Fragen?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.02.2013 11:20 Uhr
Ulrich Dust

Ja, Herr Winkler, ich hab noch Fragen ;-)

Da Sie uns dankenswerter Weise die Zahlen für Herrn Stoiber haben zu kommen lassen, ware es nett, zum Vergeich die Kosten anderer EX-Ministerpräsidenten und Kanzler nicht vorenthalten.
Würde Sie im Übrigen auch von der Vermutung entlasten, eine CSU-Phobie zu haben ;-)
Danke

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Hans-Ulrich Pietz

Wir müssen einfach gut sein, sonst hätten wir nicht die meisten Windmühlen und PV-Anlagen pro

Qudratkilometer und Kopf in der Welt. Da sind wir Spitze - Spargelland ist abgebrannt.

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Paul Auf der Heyde

ICE Züge für die DB

Das Unvermögen der deutschen Anlagenbauer ist schon länger eine internationale Peinlichkeit.
In USA und der Schweiz wird gewitzelt über die satten Deutschen, die nicht einmal einen Flughafen, Züge oder einen Bahnhof fertig bringen. Der Basistunnel am Gotthard ist bei 10 Jahren projektierten Bauzeit 1 Jahr früher fertig und 100% im Kostenplan. Der Um- und Erweiterungsbau am Zürcher Hauptbahnhof ist ebenfalls im Plan. Reisende sind von diesem Grossprojekt kaum betroffen. Für beide Projekte brauchte es eine Volksabstimmung. Der deutsche Anlagenbau galt als zuverlässig und innovativ. Die Liste der in der Vergangenheit fertig-gestellt Projekte im Ausland ist lang. Und jetzt? Technisch, organisatorisch und kommerziell scheint unser Anlagenbau von Amateuren betrieben zu werden. Die Resultate sind katastrophal. Der Vorschlag, (Alberto89) in Japan oder in China einzukaufen ist ernst zu nehmen. Alle kümmernden Projekte hätten andere besser und zu unseren Gunsten erledigt.

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Gerhard Schumann

Für diesen Winter braucht die DB-AG keine neuen Züge

Der Winter ist bald vorbei, da kann man sich wieder viel Zeit lassen. Ich behaupte mal, dass Deutschland sein Potential als wirtschaftliches Produktions- und Qualitätsland bereits verloren hat..... Hier gibt es nur noch Palaverer mit Größenwahnsinn.

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Closed via SSO

Versagen allenthalben. Macht nix. Sorgt für Bodenhaftung.

Die kann ja nie schaden.

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Olaf Barheine

Und täglich grüßt die Softwarekrise

Mir scheint inzwischen bei den meisten technischen Systemen ein Punkt erreicht zu sein, an dem die Komplexität der Software fast nicht mehr handhabbar ist. Neue Entwicklungsmethoden müssen her. Von wie vielen Zeilen Code sprechen wir bei einem ICE? Von zig Millionen oder geht es schon in Richtung Milliarden? Vom administrativen Aufwand für die Entwicklung sicherheitskritischer Systeme ganz zu schweigen.

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22.02.2013, 16:42 Uhr

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