http://www.faz.net/-gqe-758gu
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 21.12.2012, 14:12 Uhr

Versorger sanieren EnBW streicht 1.350 Stellen

Von den 20.000 Mitarbeitern sollen 1.350 bis Ende des Jahres 2014 gehen. Damit streicht nach RWE und E.on auch der drittgrößte deutsche Versorger Arbeitsplätze.

© dapd Auch das Versorgungsunternehmen Energie Baden-Württemberg (EnBW) setzt den Rotstift an: Bis 2014 sollen mehr als 1000 Mitarbeiter gehen.

Nach RWE und E.on will auch der drittgrößte deutsche Energiekonzern EnBW massiv Stellen streichen. Von den etwa 20.000 Mitarbeitern sollen 1.350 bis Ende des Jahres 2014 gehen. Der Konzern betonte am Freitag in Karlsruhe, der Stellenabbau solle über verschiedene Instrumente wie Altersteilzeit oder Abfindungsangebote erfolgen. Darauf habe sich das Unternehmen mit den Arbeitnehmervertretern geeinigt.

Damit haben die Beschäftigten nach Monaten des Wartens jetzt die Gewissheit, dass die Sparvorgaben, mit denen sich das Unternehmen aus der Krise befreien will, auch mit einem Stellenabbau erreicht werden sollen. Bislang war nur von einem Beitrag der Mitarbeiter die Rede gewesen.

Vor allem in der Verwaltung müssen Leute gehen

Vor allem betroffen sein wird der Verwaltungsbereich mit 1.040 Stellen. Im operativen Bereich, etwa in den Kraftwerken oder beim Energiehandel, sollen 310 Stellen wegfallen. Mit den Arbeitnehmervertretern wurde zusätzlich zum Arbeitsplatzabbau vereinbart, die Erfolgsbeteiligung für Mitarbeiter in den kommenden drei Jahren im Durchschnitt um 18 Prozent einer Monatsvergütung zu verringern.

Mehr zum Thema

Die größeren Wettbewerber RWE und E.on machen sogar noch radikalere Einschnitte in ihren Mitarbeiterstamm. Beim Essener Dax-Konzern RWE sollen 10.400 Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer fallen. „Diese Personalmaßnahmen sind unumgänglich, wenn wir die Wettbewerbsfähigkeit von RWE erhalten wollen“, hatte Konzernchef Peter Terium im Sommer erklärt. E.on hat ein Effizienzprogramm namens E.on 2.0 aufgelegt, das unter anderem den Abbau von 11.000 Arbeitsplätzen vorsieht.

Gerade EnBW hatte stark auf Atomstrom gesetzt

Die Branche ist nach dem beschlossenen Atomausstieg der Bundesregierung in die Enge geraten. Die Kosten für die Brennelementesteuer, für den Ausbau der erneuerbaren Energieträger und die entgehenden Einnahmen aus abgeschalteten Atommeilern machen den Konzernen zu schaffen.

Insbesondere EnBW hatte mit einem Anteil am Energiemix von mehr als der Hälfte auf Atomstrom gesetzt. Der Konzern hatte daraufhin 2011 das Effizienzprogramm „Fokus“ bekannt gegeben, das durch Verkäufe und Kosteneinsparungen ab dem Jahr 2015 mit 750 Millionen Euro im Jahr das Ergebnis entlasten soll. Das Ziel soll jetzt schon 2014, also ein Jahr früher, erreicht werden, teilte der Konzern ebenfalls am Freitag mit.

„Mit der Beschleunigung ihres Effizienzprogramms reagiert die EnBW konsequent auf die unverändert schwierigen energiewirtschaftlichen Rahmen- und Marktbedingungen“, hieß es vom Konzern. Für eine künftige solide finanzielle Basis sei die nachhaltige Ergebnisverbesserung von 750 Millionen Euro wesentlich.

Quelle: AP

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Elektro-Golf Und Watt jetzt?

Der Energieversorger ENBW rüstet seine Flotte mit E-Golf aus. Um die Suche nach der nächsten Tanksäule und lange Ladezeiten zu vermeiden, hat das Management eine Idee. Mehr Von Michael Spehr

25.07.2016, 16:35 Uhr | Technik-Motor
Übernahme durch Verizon Yahoo verliert seine Eigenständigkeit

20 Jahre nach Firmengründung ist das ein schwerer Schlag für Yahoo. Nachdem Anfang des Jahres bereits die Streichung von 1700 Stellen angekündigt worden war, wird das Unternehmen jetzt für 5 Milliarden Dollar von Verizon übernommen. Mehr

25.07.2016, 19:50 Uhr | Wirtschaft
Versorgungsengpass Keine Big Macs mehr in Venezuela

In Venezuela funktioniert vieles nicht: Nun streicht die größte Fastfoodkette der Welt einen beliebten Burger von der Speisekarte. Weil offenbar eine bestimmte Zutat fehlt. Mehr

22.07.2016, 09:32 Uhr | Wirtschaft
2 Konzert Salgueiro Gabriel 2 Konzert Salgueiro Gabriel

2 Konzert Salgueiro Gabriel Mehr

22.07.2016, 14:20 Uhr | Aktuell
Watchever hört auf Zurück nach Frankreich

Der französische Streamingdienst Watchever gibt sich geschlagen, zu übermächtig ist die Konkurrenz von Amazon und Netflix. Der Anbieter hat nie den Sprung aus der Nische heraus geschafft. Mehr Von Christian Schubert, Paris

22.07.2016, 17:30 Uhr | Feuilleton

Macris Drahtseilakt

Von Carl Moses, Buenos Aires

Argentiniens neuer Präsident Mauricio Macri reformiert mutig sein Land. Doch die wirtschaftliche Erholung verzögert sich. Läuft dem Reformer die Zeit weg? Mehr 0

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Vier Milliarden für die Türkei

Die Europäische Union lockt Beitrittsländer mit Geld. Vor allem die Türkei hat viel Geld in Aussicht gestellt bekommen für die nächsten Jahre. Mehr 20