Home
http://www.faz.net/-gqi-758gu
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Versorger sanieren EnBW streicht 1.350 Stellen

Von den 20.000 Mitarbeitern sollen 1.350 bis Ende des Jahres 2014 gehen. Damit streicht nach RWE und E.on auch der drittgrößte deutsche Versorger Arbeitsplätze.

© dapd Vergrößern Auch das Versorgungsunternehmen Energie Baden-Württemberg (EnBW) setzt den Rotstift an: Bis 2014 sollen mehr als 1000 Mitarbeiter gehen.

Nach RWE und E.on will auch der drittgrößte deutsche Energiekonzern EnBW massiv Stellen streichen. Von den etwa 20.000 Mitarbeitern sollen 1.350 bis Ende des Jahres 2014 gehen. Der Konzern betonte am Freitag in Karlsruhe, der Stellenabbau solle über verschiedene Instrumente wie Altersteilzeit oder Abfindungsangebote erfolgen. Darauf habe sich das Unternehmen mit den Arbeitnehmervertretern geeinigt.

Damit haben die Beschäftigten nach Monaten des Wartens jetzt die Gewissheit, dass die Sparvorgaben, mit denen sich das Unternehmen aus der Krise befreien will, auch mit einem Stellenabbau erreicht werden sollen. Bislang war nur von einem Beitrag der Mitarbeiter die Rede gewesen.

Vor allem in der Verwaltung müssen Leute gehen

Vor allem betroffen sein wird der Verwaltungsbereich mit 1.040 Stellen. Im operativen Bereich, etwa in den Kraftwerken oder beim Energiehandel, sollen 310 Stellen wegfallen. Mit den Arbeitnehmervertretern wurde zusätzlich zum Arbeitsplatzabbau vereinbart, die Erfolgsbeteiligung für Mitarbeiter in den kommenden drei Jahren im Durchschnitt um 18 Prozent einer Monatsvergütung zu verringern.

Mehr zum Thema

Die größeren Wettbewerber RWE und E.on machen sogar noch radikalere Einschnitte in ihren Mitarbeiterstamm. Beim Essener Dax-Konzern RWE sollen 10.400 Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer fallen. „Diese Personalmaßnahmen sind unumgänglich, wenn wir die Wettbewerbsfähigkeit von RWE erhalten wollen“, hatte Konzernchef Peter Terium im Sommer erklärt. E.on hat ein Effizienzprogramm namens E.on 2.0 aufgelegt, das unter anderem den Abbau von 11.000 Arbeitsplätzen vorsieht.

Gerade EnBW hatte stark auf Atomstrom gesetzt

Die Branche ist nach dem beschlossenen Atomausstieg der Bundesregierung in die Enge geraten. Die Kosten für die Brennelementesteuer, für den Ausbau der erneuerbaren Energieträger und die entgehenden Einnahmen aus abgeschalteten Atommeilern machen den Konzernen zu schaffen.

Insbesondere EnBW hatte mit einem Anteil am Energiemix von mehr als der Hälfte auf Atomstrom gesetzt. Der Konzern hatte daraufhin 2011 das Effizienzprogramm „Fokus“ bekannt gegeben, das durch Verkäufe und Kosteneinsparungen ab dem Jahr 2015 mit 750 Millionen Euro im Jahr das Ergebnis entlasten soll. Das Ziel soll jetzt schon 2014, also ein Jahr früher, erreicht werden, teilte der Konzern ebenfalls am Freitag mit.

„Mit der Beschleunigung ihres Effizienzprogramms reagiert die EnBW konsequent auf die unverändert schwierigen energiewirtschaftlichen Rahmen- und Marktbedingungen“, hieß es vom Konzern. Für eine künftige solide finanzielle Basis sei die nachhaltige Ergebnisverbesserung von 750 Millionen Euro wesentlich.

Quelle: AP

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Software-Pionier Microsoft streicht bis zu 18.000 Stellen

Es ist der größte Arbeitsplatz-Abbau in der Geschichte des Konzerns: Microsoft kürzt bis zu 18.000 Stellen. Besonders dürfte das die Tochtergesellschaft Nokia treffen. Mehr

17.07.2014, 14:24 Uhr | Wirtschaft
Kommentar Microsoft-Abrechnung

Der neue Microsoft-Chef Satya Nadella plant den größten Stellenabbau in der Geschichte des Unternehmens. Das ist auch eine Abrechnung mit seinem Vorgänger Steve Ballmer. Mehr

17.07.2014, 17:55 Uhr | Wirtschaft
Wall Street Parade der Technologiegiganten

Apple, Microsoft, Facebook: In dieser Woche geht es Schlag auf Schlag mit Quartalsberichten prominenter Namen. Die bisherigen Ergebnisse waren ermutigend. Mehr

21.07.2014, 04:00 Uhr | Wirtschaft

Der Regionalflughafenwahn

Von Bernd Freytag

Steuergeld in kaputte Geschäftsmodelle zu stecken ist keine Lösung. Trotzdem wird die baldige Schließung des Verkehrsflughafens Zweibrücken eine Ausnahme bleiben. Die EU traut sich nicht. Mehr 7 5


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Wirtschaft in Zahlen Im Land der Zuhause-Arbeiter

Viele Deutsche arbeiten von daheim aus - mindestens ab und zu. Das gilt für Angestellte, für Selbständige sowieso. Und sogar für mehr als 40 Prozent der Beamten. Mehr