http://www.faz.net/-gqe-7j02j

Versicherung : Droht der Debeka ein Korruptions-Skandal?

  • Aktualisiert am

Debeka-Chef Uwe Laue Bild: dpa

Mitarbeiter des Versicherers Debeka haben offenbar jahrelang Adressen von Menschen gekauft kurz bevor diese verbeamtet wurden. Das geht aus einem Zeitungsbericht hervor. Die Debeka räumt Fehler ein.

          Gerät der große Versicherungskonzern Debeka in einen Korruptions-Skandal? Nach einem Bericht des „Handelsblatt“ sollen Mitarbeiter des Versicherers jahrelang Adressen von Menschen gekauft haben, die kurz davor standen, verbeamtet zu werden. Debeka-Mitarbeiter hätten sich dadurch einen großen Vorteil gegenüber ihren Konkurrenten verschafft, weil sie die frisch Verbeamteten viel eher ansprechen und ihnen Versicherungsleistungen anbieten konnten.

          Ein ehemaliger Debeka-Mitarbeiter wird in dem Bericht mit der eidesstattlichen Aussage zitiert, er habe Adressen genutzt, die sein Vorgesetzter gekauft habe: „Ob das legal war oder nicht, habe ich nicht gefragt. Die Adressen kamen ja von meinem Chef, sie waren für uns wie Gold.“ Die öffentliche Verwaltung wies den Vorwurf, man könne bei Behörden Daten über künftige Beamte kaufen, scharf zurück. Sie zu veräußern von Seiten der Behörden sei nicht erlaubt.

          Die Debeka reagierte mit einer Pressemitteilung. Debeka-Chef Uwe Laue räumte dabei ein, dass „in den 1980er- und 1990er-Jahren Vertriebsmitarbeiter auf eigene Rechnung Adressen potentieller Kunden erworben haben, die zwischen Mitarbeitern weiter verteilt wurden.“ Die Debeka selbst habe indes nie Daten angekauft.

          Laue war von 1994 bis 1998 selbst Vertriebschef der Debeka gewesen und äußerte sich auch selbstkritisch. „Auf der damaligen Führungsmannschaft fehlte die Sensibilität für diese datenschutzrechtliche Thematik“, ließ er sich zitieren.

          Weitere Themen

          Neue Hürden für Headhunter

          Heimliche Telefonate : Neue Hürden für Headhunter

          Dürfen Headhunter auf dem Handy potentieller Kandidaten anrufen, auch wenn das deren Arbeitszeit stiehlt? Richter haben die Regeln jetzt präzisiert.

          Der Mann mit dem Gras

          Cannabis-Unternehmer Ben Ward : Der Mann mit dem Gras

          Ben Ward kämpft für die heilende Wirkung von Cannabis – aus eigener Erfahrung. Kanada allein ist dem früheren Baptisten nicht genug. Er will auch in Deutschland anbauen.

          Topmeldungen

          Khashoggi-Kommentar : Kritik wird nicht geduldet

          Offensichtlich hat die saudische Führung die unangenehmen Folgen der mutmaßlichen Tötung des saudischen Dissidenten Jamal Khashoggi unterschätzt. Nun sucht die Führung nach einem Sündenbock.

          FAZ Plus Artikel: Belästigungsvorwürfe : Das erste Sexit-Opfer?

          Britische Parlamentsbedienstete werfen Abgeordneten Mobbing und sexuelle Belästigung vor. Unterhaussprecher Bercow soll diese Kultur geduldet haben. Das könnte ihm zum Verhängnis werden – auch wegen seiner Haltung zum Brexit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.