26.01.2010 · Der größte Rückversicherer der Welt, die Münchener Rück, bekommt den legendären amerikanischen Investor Warren Buffett als neuen Großaktionär: Er hält mittlerweile mehr als 3 Prozent der Aktien. Die Münchener Rück freut's - und die Börse auch.
Der größte Rückversicherer der Welt, die Munich Re bekommt den legendären amerikanischen Investor Warren Buffett als neuen Großaktionär. Der Rückversicherer teilte am Dienstag mit, Buffett habe zum 18. Januar eine Beteiligung von 3,045 Prozent gemeldet. Die Aktie des Unternehmens drehte daraufhin ins Plus.
Das Anteilspaket, das Buffett erworben hat, hat den Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters zufolge einen Wert von rund 740 Millionen Euro. Der zweitreichste Mann der Welt, der für seine Sparsamkeit, aber auch seine Liebe zum Wetten bekannt ist, steigt damit zum zweitgrößten Anteilseigner der Münchener Rück auf. Nur der amerikanische Vermögensverwalter Blackrock hat mit 4,6 Prozent mehr Stimmrechte.
Für Buffett ist es nicht das erste Engagement in der Versicherungsbranche. Denn er mischt mittlerweile bei allen drei größten Rückversicherern der Welt mit. Analysten sehen in dem Einstieg in München aber vorerst nur einen finanziellen und noch keinen strategischen Hintergrund.
„Wir freuen uns über jeden Investor“
„Wir freuen uns über jeden Investor“, sagte eine Sprecherin der Münchener Rück. „Das Engagement ist ein Beleg für unsere nachhaltige Strategie.“ An der Börse kam der Schritt ebenfalls gut an: In einem schwachen Gesamtmarkt stiegen die Aktien der Münchener Rück zeitweise um zwei Prozent auf knapp 111 Euro. Gerüchte über einen Einstieg hatten bereits am Freitag die Runde gemacht und die Aktie nach oben getrieben.
Buffett - die Zeitschrift „Forbes“ schätzt sein Privatmögen auf 37 Milliarden Dollar - gehört die börsennotierte Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway. Sie kontrolliert rund 80 Unternehmen. Zur breiten Palette gehören etwa Versorger, Restaurantketten, Textilunternehmen, Großhandelskonzerne und Schmuck-Hersteller. Auch der Rückversicherer General Re gehört zum Buffett-Imperium.
Engagiert ist der Amerikaner zudem beim zweitgrößten Rückversicherer der Welt, der Swiss Re. Hier hält er drei Prozent und könnte über eine Wandelanleihe auf rund ein Viertel der Anteile aufstocken. Eingestiegen ist er, nachdem die Schweizer sich mit riskanten Wertpapieren verzockt hatten und rote Zahlen schrieben. Das entsprach seiner Philosophie, Aktien in Krisenzeiten zu kaufen.
Münchener Rück hat Krise gut überstanden
Nach Einschätzung der Analysten von JP Morgan wird die Münchener Rück einer der Gewinner der regulatorischen Änderungen in Folge der Finanzkrise sein, vor allem wegen ihres dicken Kapitalpolsters. Die Münchener Rück hat die Krise mit kleineren Blessuren sehr gut überstanden. In den ersten neun Monaten 2009 kam der Konzern auf einen Nettogewinn von 1,8 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr sollen es 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro sein. Details dazu werden Anfang Februar erwartet. Auch dieses Jahr wird wieder ein Gewinn von zwei Milliarden Euro angestrebt.
Allerdings macht neben der Erstversicherungstochter Ergo auch das Niedrigzinsumfeld der Münchener Rück zu schaffen. Mit Kapitalanlagen von 182 Milliarden Euro ist das Unternehmen einer der weltgrößten Anleger. Der Löwenanteil liegt in festverzinslichen Wertpapieren. Die Münchener Rück hat sich für die nächsten Jahre auf eine magere Rendite von unter vier Prozent eingestellt.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,68 | −1,18% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2445 | −0,35% |
| Rohöl Brent Crude | 105,15 $ | −1,59% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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