27.06.2006 · Aus Protest gegen den geplanten Abbau von rund 5000 Stellen bei der Allianz hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Beschäftigte des Münchener Finanzkonzerns für Mittwoch zu Warnstreiks aufgerufen.
Aus Protest gegen den geplanten Abbau von rund 5000 Stellen bei der Allianz hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Beschäftigte des Münchener Finanzkonzerns für Mittwoch zu Warnstreiks aufgerufen.
Verdi-Vorstand Uwe Foullong warf der Allianz am Dienstag unverantwortliches und unmoralisches Handeln vor. Die angestrebte Gewinnsteigerung um zehn Prozent durch den Stellenabbau werde auf Kosten von 10.000 Familien erzielt, deren Existenz bedroht werde. Warnstreiks sind nach Verdi-Angaben in großen Niederlassungen in Hamburg, Stuttgart, Frankfurt, Köln, Dortmund und Augsburg geplant. Die Gewerkschaft fordert von der Allianz, bis 2012 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten.
Große Empörung unter den Betroffenen
Der Allianz-Konzern baut durch die Zusammenführung der Bereiche Lebens-, Sach- und Krankenversicherungen rund 5000 Stellen ab. Elf von 21 regionalen Verwaltungszentren sollen bis 2008 geschlossen werden, darunter eine große Zentrale in Köln mit rund 1300 Mitarbeitern. Viele Beschäftigten sollen an andere Beschäftigungsorte wechseln. Rund 700 Stellen sollen bei der Zusammenführung der Vertriebssparten wegfallen.
Die bisherige Struktur mit den drei getrennten Versicherern mit jeweils eigenen Kundenbeziehungen gilt als überholt. Auch hat die Allianz im inländischen Versicherungsgeschäft trotz ihrer Marktführerschaft deutlich Marktanteile verloren. Die Kritik an den Sparplänen entzündet sich unter anderem daran, daß der Münchener Konzern Rekordgewinne erwirtschaftet - im Jahr 2005 waren es 4,4 Milliarden Euro.
Verdi erklärte, die Empörung der betroffenen Beschäftigten sei sehr groß. Insgesamt seien durch die geplante Verlagerung und Zentralisierung von Tätigkeiten die Stellen von mehr als 10.000 Beschäftigten bedroht. Neben einem Verzicht auf Entlassungen bis 2012 fordert Verdi Zusagen für die Sicherung der Standorte und Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag.
Die Allianz hat den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2007 zugesagt und bis 2010 in Aussicht gestellt, falls nicht näher genannte Kosten- und Wachstumsziele erreicht werden. Auch ein Sozialplan für die betroffenen Mitarbeiter ist schon erarbeitet.
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