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Versicherer Lebensversicherer sind optimistisch

05.09.2006 ·  Nachdem das Alterseinkünftegesetz bei den Lebensversicherern eine Wachstumsdelle hinterlassen hatte, zeigt sich die Branche nun wieder guten Mutes. Für dieses Jahr hofft sie auf ein Wachstum von rund drei Prozent. Hoffnungsträger bleibt die Riester-Rente.

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Die deutschen Lebensversicherer hoffen für dieses Jahr auf ein Wachstum von rund drei Prozent bei den Beitragseinnahmen. Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Dienstag in Berlin mitteilte, buchten die Versicherer - ohne Pensionskassen und Pensionsfonds - Bruttobeiträge von 34,39 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2006.

Das entspricht ein Plus von drei Prozent zum Vorjahreszeitraum. „Wir möchten keine konkrete Prognose abgeben, aber wir hoffen dieses Wachstum im Gesamtjahr halten zu können“, sagte ein GDV-Sprecher gegenüber FAZ.NET. Wachstumstreiber dürften Rentenversicherungen wie staatlich geförderte Riester-Produkte sein.

Heilmann: Wachstumsdelle ist überwunden

„Die Wachstumsdelle im Neugeschäft, die die Einführung des Alterseinkünftegesetzes widerspiegelt, ist überwunden“, sagte Wolf-Rüdiger Heilmann, Geschäftsführer des Bereichs Lebensversicherungen beim GDV.

Gleichwohl sei 2006 nach dem besonders starken Vorjahr in der Lebensversicherung mit einem geringeren Wachstum zu rechnen.

Riester-Rente weiterhin Kassenschlager

3,8 Millionen Lebensversicherungsverträge wurden von Januar bis Juni neu vermittelt mit einem Volumen von acht Milliarden Euro. Zum Kassenschlager entwickelt sich die Riester-Rente, die nach dem Arbeitsminister der früheren rot-grünen Bundesregierung benannt ist. Mit gut 882.000 neuen Vertragsabschlüssen wurde der Vorjahreswert im ersten Halbjahr 2006 mehr als verdreifacht.

Der Staat versucht mit Produkten wie der Riester- oder Rürup-Rente, die private Altersvorsorge der Bürger angesichts großer Löcher in den Rententöpfen zu fördern. Die Riesterrente ist so erfolgreich geworden, seitdem das Steuerprivileg in der Kapitallebensversicherung weggefallen ist.

Bestand an Lebensversicherungen etwa auf Vorjahresniveau

Der Wachstumsbeitrag von Pensionskassen und -fonds im Gesamtjahr dürfte dem GDV zufolge bei 0,5 Prozent liegen. Der Bestand an Lebensversicherungen wird mit 94 Millionen Verträgen etwa auf Vorjahresniveau erwartet.

Im Jahr 2005 verzeichnete die Branche einen Anstieg der Bruttobeiträge in der Lebensversicherung im engeren Sinne um 6,1 Prozent auf 72,597 Milliarden Euro. Werden die Beitragseinnahmen bei Pensionskassen und Pensionsfonds hinzugerechnet, zählte die Branche ein Wachstum von 6,9 Prozent auf 75,206 Milliarden Euro.

Rentenverträge nehmen im Neugeschäft zu

In den ersten sechs Monaten 2006 wuchsen die Bruttobeitragseinnahmen (ohne Pensionskassen und Pensionsfonds) um 3 Prozent auf 34,392 Milliarden Euro. Einschließlich der Pensionskassen und Pensionsfonds stiegen die Einnahmen um 3,3 Prozent auf 35,694 Milliarden Euro.

Das Neugeschäft wuchs im ersten Halbjahr um 29,8 Prozent auf 7,98 Milliarden Euro. Davon entfielen 4,93 Milliarden Euro auf Verträge gegen Einmalzahlung und 3,05 Milliarden Euro auf Verträge gegen laufende Beitragszahlung. Ein Blick auf die Struktur des Neugeschäfts zeige, daß auch in diesem Jahr die Bedeutung der Rentenverträge weiter zunehme, erklärte Heilmann.

Absatz von Kapitalversicherungen sinkt deutlich

Demnach stieg die Zahl der neu abgeschlossenen Rentenversicherungen im ersten Halbjahr um 34 Prozent auf rund 1,9 (Vorjahr 1,4) Millionen Verträge. Der Anteil der Rentenversicherungen am gesamten Neuzugang der Lebensversicherer, Pensionskassen und -fonds beträgt nahezu 48 Prozent, gemessen an den Beiträgen rund 70 Prozent. Der Neuzugang an Verträgen zur Riester-Rente stieg wie bereits früher mitgeteilt auf 882.300 (247.400) Verträge.

Dagegen ging der Absatz von Kapitalversicherungen im ersten Halbjahr zurück. Mit 615.000 Verträgen wurden 4 Prozent weniger verkauft als im Vorjahreszeitraum.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters und Dow Jones
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