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Versicherer Gerling-Konzern kürzt Betriebsrenten

07.01.2004 ·  Nach der Commerzbank hat auch der Gerling-Konzern die Betriebsrenten gekürzt. Gerling-Chef Jansli begründete die Einschnitte damit, daß sich die Konzerngesellschaft die Belastungen nicht mehr leisten könne.

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Nach der Commerzbank hat auch der angeschlagene Gerling-Konzern die vom Arbeitgeber finanzierten Betriebsrenten drastisch gekürzt.

Die Absenkung seit Jahresbeginn betreffe rund 5000 der 7500 Mitarbeiter, die vor 1998 eingestellt worden und heute noch nicht 60 Jahre alt seien, bestätigte der Sprecher des Versicherungskonzerns, Christoph Groffy, am Mittwoch in Köln Medienberichte. In vielen Fällen betrage die Kürzung der künftigen Renten rund 30 Prozent, in Einzelfällen auch 50 Prozent. Angesammelte Ansprüche blieben jedoch erhalten.

Konzern will sich Belastungen in Bilanz nicht mehr leisten

Gerling-Chef Björn Jansli und Vorstand Wolfgang Breuer begründeten die tiefen Einschnitte in einem Schreiben an die Mitarbeiter damit, daß die „Belastungen unserer Bilanz für bisherige Pensionsversprechen auf Grund ihrer überdurchschnittlichen Höhe eine Größenordnung angenommen haben, die die Konzerngesellschaften nicht mehr weiterhin leisten können“. Der Schritt sei ohnehin notwendig gewesen, die wirtschaftliche Lage habe jedoch eine schnelle Umsetzung erfordert.

In der Bilanz der Konzernholding, die alle Betriebsrenten der Gruppe bündelt, beliefen sich die Rückstellungen für Pensionen 2002 auf 668 Millionen Euro - mehr als ein Drittel der gesamten Bilanzsumme von 1,92 Milliarden Euro und mehr als doppelt soviel wie das Eigenkapital.

Einschnitte bei Commerzbank und Handelskonzern AVA

Einen Tag zuvor war bekannt geworden, daß die Commerzbank AG ihren Angestellten die Betriebsrente zum 1. Januar 2005 kündigt. Mit der Absenkung der Einzahlungen beschreitet Gerling jedoch einen weniger drastischen Weg.

Auch der mehrheitlich zur Edeka-Gruppe gehörende Handelskonzern AVA hat zum neuen Jahr Einschnitte bei den Betriebsrenten vieler Mitarbeiter vorgenommen. Seit dem 1. Januar sei der Beitrag des Arbeitgebers auf dem derzeitigen Niveau eingefroren worden, sagte ein Sprecher. Neu hinzukommende Mitarbeiter erhielten keinen Anteil des Arbeitgebers mehr zu ihrer Betriebsrente, dieser müßte aus dem Urlaubsgeld ausgeglichen werden.

Bereits Mitte Oktober hatte der Münchener Siemens-Konzern angekündigt, die Altersversorgung für seine rund 170.000 Mitarbeiter im Inland auf ein neues System umzustellen, um so die Risiken der Zins- und Demographie-Entwicklung zu mindern. Wie viel der einzelne später erhält, hängt von der Zins- und Kapitalmarktentwicklung ab, wobei es eine Garantierendite ähnlich den Lebensversicherern gibt.

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Von Heike Göbel

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