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Versicherer / Banken Allianz erhöht trotz Gewinnsprungs Druck auf Dresdner Bank

12.05.2006 ·  Der Versicherer legte dank der positiven Entwicklung an den Börsen und starker Zuwächse in allen Sparten gute Geschäftszahlen für das erste Quartal vor. Mit der Entwicklung der Dresdner Bank ist die Allianz aber nicht zufrieden: Die Konkurrenz ist erfolgreicher.

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Die Allianz nimmt dank der positiven Entwicklung an den Börsen und starker Zuwächse in allen Sparten Kurs auf einen gutes Jahr. Bereits vor wenigen Tagen hatte der Versicherer Zahlen für das erste Quartal vorgelegt, wurde am heutigen Freitag aber genauer und detaillierter. Der Finanzkonzern erhöht den Druck auf die Tochter Dresdner Bank, die trotz deutlich steigender Erträge mit den Wettbewerbern nicht Schritt hält.

„Ich bin sehr zuversichtlich, daß wir unsere Jahresziele erreichen werden“, sagte Controlling-Chef Helmut Perlet am Freitag in München. Trotz eines Gewinnsprungs um gut ein Drittel auf knapp 1,8 Milliarden Euro hielt er am Jahresziel eines Ergebnisses von 4,9 (Vorjahr: 4,38) Milliarden Euro fest. Das erste Quartal sei ein sehr guter Start auf dem Weg dahin gewesen, und auch der April sei gut gelaufen.

Dresder-Bank-Gewinn verdoppelt sich - Allianz unzufrieden

Noch immer nicht zufrieden ist die Allianz mit der Dresdner Bank, obwohl sich ihr operativer Gewinn auf 529 Millionen Euro mehr als verdoppelte. Damit sei die Bank zwar da gelandet, wo sie sein sollte. „Wenn man aber auf die Konkurrenz schaut, hat sie größtenteils noch besser zugelegt“, sagte Perlet mit Blick auf die operativen Erträge von Wettbewerbern wie der Münchener HVB oder der Commerzbank.

Auf dem Weg zu einem Renditeziel von zwölf Prozent nach Steuern müße „die Produktion und/oder die Effizienz gestärkt werden“, sagte Perlet. Damit könnte es zu weiteren Einsparungen kommen, falls die operativen Erträge nicht deutlich zulegen. Bis Juli soll die Strategie der zusammengelegten Bereiche Großunternehmen und Investmentbank unter der Führung des neuen Vorstands Stefan Jentzsch stehen, wo ebenfalls ein Stellenabbau befürchtet wird.

Insgesamt steigerte die Allianz im ersten Quartal ihren operativen Gewinn um gut 40 Prozent auf 2,68 Milliarden Euro. Der Versicherer strafft derzeit seine Strukturen und führt drei bislang getrennte Versicherer im Inland zusammen, um Effizienz und Wachstum zu steigern. Die Einsparungen sollten im Juni feststehen. Dann würden auch Rückstellungen für einen möglichen Personalabbau gebildet. Im Innendienst der Sparten Sach, Leben und Kranken arbeiten rund 38.000 Menschen. Betriebsräte fürchten den Wegfall von bis zu einem Fünftel der Stellen.

Allianz verliert in Deutschland weiter Marktanteile

Größter Gewinnbringer des Finanzriesen blieb das Schaden-Unfall-Geschäft, dessen operativer Gewinn im Quartal auf rund 1,4 (Vorjahr 1,2) Milliarden Euro zulegte. Die Prämien stagnierten allerdings, im umkämpften deutschen Markt verlor die Allianz sogar erneut leicht Anteile. Im Konzern legte indes der Umsatz aus Prämien und Erträgen aus Bank und Asset Management bis März um knapp fünf Prozent auf 28,3 Milliarden Euro zu.

Wie andere Versicherer und Banken nutzte die Allianz die günstige Entwicklungen an den Börsen, um im Auftaktquartal hohe Gewinne zu realisieren - anders als früher aber ohne Verkäufe großer Beteiligungen. Man habe schon einen überproportional großen Teil der für das ganze Jahr geplanten Kapitalgewinne erzielt, hieß es. Insgesamt hätten sich die Ergebnisse aus Kapitalanlagen einschließlich realisierter Verluste mit 778 Millionen Euro aber annähernd auf Vorjahresniveau bewegt.

Analysten mit verhaltener Zufriedenheit

An der Börse gab die Allianz-Aktie parallel zum Markt um 1,5 Prozent auf 132,30 Euro nach. HVB-Analyst Lucio di Geronimo sagte, die vorgelegten Zahlen seien gut. Der Gewinn der Dresdner sei zwar nicht brillant, die Bank könne ihr Jahresziel eines Betriebsgewinns von 1,2 Milliarden Euro aber erreichen. „Und da war ich bisher der Meinung, daß das schwierig wird.“ Konrad Becker vom Bankhaus Merck Finck sagte hingegen, die Dresdner sei offenbar zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Er erwarte noch einen erheblichen Stellenabbau. „Wenn man das im Vergleich mit anderen Häusern betrachtet, ist das nicht toll“, kommentierte er die Ergebnisse des ersten Quartals.

Vorstandschef Michael Diekmann will die Allianz zu einem der profitabelsten Finanzkonzerne der Welt machen. Zum nach Marktwert größten Versicherer, dem amerikanischen Unternehmen AIG, holte die Allianz deutlich auf: Zwar lag der Quartalsgewinn des Rivalen mit 2,5 Milliarden Euro nach Steuern wesentlich höher. AIG mußte aber Gewinneinbußen von 16 Prozent verdauen.

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