24.11.2006 · Die Allianz will nicht auf Wachstum warten, sondern kürzt gleich und kräftig. Bei der Tochtergesellschaft Dresdner Bank ist dies schon traurige Normalität. Die Nagelprobe liegt in der Verwirklichung der Neuordungspläne. Sie steht erst noch bevor. FAZ.NET-Spezial.
So schnell ändern sich die Zeiten bei der Allianz. Noch im Oktober vergangenen Jahres suggerierte Konzernchef Michael Diekmann, das ordentliche Renditen verdienende, aber bröckelnde deutsche Versicherungsgeschäft des Konzerns erhalte noch eine Bewährungschchance.
"Wenn uns das Thema Wachstum nicht gelingt, wird das Jobs kosten", sagte Diekmann damals. Jetzt ist es anders gekommen. Die Allianz will nicht auf das Wachstum warten, sondern kürzt gleich und kräftig.
Stellenabbau bei der Allianz ein Novum
Bei der kriselnden Tochtergesellschaft Dresdner Bank ist dies schon traurige Normalität. Seit Jahren fällt dem Vorstand dort nicht allzuviel mehr ein, als wieder und wieder den Rotstift anzusetzen.
Die Allianz streicht im Rahmen ihres umfassenden Konzernumbaus 7500 Stellen und will damit knapp eine Milliarde Euro sparen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kündigte Warnstreiks an.
Doch im Versicherungsgeschäft der Allianz ist der umfangreiche Stellenabbau ein Novum. Diekmann hat allerdings gute Argumente dafür, daß sich etwas ändern muß. Denn bisher ist die Allianz in ihrem Heimatmarkt ein weitgehend unkoordiniertes, in Jahrzehnten gewachsenes Sammelsurium von Untergesellschaften. Die Kunden können deshalb in Form von besserem Service und niedrigeren Preisen davon profitieren, wenn der Marktführer seinen Gemischtwarenladen aufräumen will.
Doch Papier ist geduldig. Die eigentliche Nagelprobe liegt in der Verwirklichung der Neuordungspläne. Sie steht erst noch bevor. Der Stellenabbau gleich zum Start in die neue Zeit macht das um so schwieriger.
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