Der größte deutsche Finanzkonzern Allianz hat dank steigender Erträge im Versicherungsgeschäft den Gewinn vor Steuern im dritten Quartal stark gesteigert. Die Münchener verfehlten aber dennoch die höher gesteckten Erwartungen von Branchenexperten. Die vor zwei Jahren übernommene Dresdner Bank belastet mit ihren Verlusten nach wie vor die Allianz.
Der Quartalsgewinn habe 546 Millionen Euro betragen, nach nur einer Million im zweiten Quartal und einem Verlust von 3,2 Milliarden Euro in der gleichen Vorjahresperiode, teilte die Allianz am Freitag in München mit. Analysten hatten für den Zeitraum Juli bis Ende September im Durchschnitt einen Gewinn vor Steuern von 678 Millionen Euro prognostiziert.
Verkauf des Beiersdorf-Pakets soll Allianz in Gewinnzone bringen
"Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und die Effizienz in allen Bereichen gesteigert", sagte Controlling-Vorstand Helmut Perlet am Freitag in München. Die laufenden Restrukturierungen würden das Ergebnis allerdings auch noch 2004 belasten. Dennoch solle der operative Gewinn im kommenden Jahr weiter steigen. Im vierten Quartal sollen die Erlöse aus dem nahezu kompletten Verkauf des 40prozentigen Beiersdorf-Anteils verbucht werden und damit im Gesamtjahr 2003 einen Konzerngewinn bringen.
Im Vorjahr hatte die Allianz wegen hoher Verluste der Dresdner Bank und Abschreibungen auf Börsenverluste einen Milliardenverlust gemacht. Den Quartalsüberschuß nannte die Allianz mit 372 Millionen Euro nach 622 Millionen Euro im Vorquartal und einem Verlust von 2,5 Milliarden Euro vor Jahresfrist.
Der gemessen am Beitragsvolumen zweitgrößte Versicherer der Welt gab für die ersten neun Monate ferner einen Anstieg der Bruttoprämien auf 64,2 (61,5) Milliarden Euro bekannt. Die Schaden-Kosten-Quote habe per Ende September bei 96,9 Prozent gelegen und solle im Gesamtjahr unter 98 Prozent bleiben. Bis zu einer Quote von 100 Prozent sind die Auszahlungen und Verwaltungskosten durch die Einnahmen gedeckt.
Dresdner Bank belastet Allianz weiter
Im Bankgeschäft, das im wesentlichen aus der 2001 übernommenen Dresdner Bank besteht und die Allianz in ihrem Verlustjahr 2002 erheblich belastet hat, meldete der Konzern für die ersten neun Monate einen Verlust von 454 Millionen Euro. Im Gesamtjahr werde die krisengeschüttelte Banksparte wohl einen leichten operativen Verlust schreiben, hieß es.
2004 solle die Frankfurter Großbank dann endlich wieder einen Nettogewinn erzielen, 2005 auch wieder ihre Kapitalkosten verdienen. Die Bank trennt sich derzeit von Krediten ohne strategische Bedeutung, um ihre Bilanz zu entlasten.
