17.03.2005 · Der Versicherungs- und Finanzkonzern Allianz will nach einem Gewinnschub 2004 seine Ertragskraft weiter ausbauen. „Wir werden 2005 noch mal eine Schippe drauflegen“, sagt Allianz-Chef Diekmann.
Der Allianz-Konzern hat seinen Gewinn im vergangenen Jahr auf 2,2 Milliarden Euro gesteigert und strebt dieses Jahr einen Sprung über 3,5 Milliarden Euro an. Danach soll der Überschuß jedes Jahr mindestens zehn Prozent zulegen, sagte Vorstandschef Michael Diekmann sagte am Donnerstag.
Das langjährige Sorgenkind Dresdner Bank schreibe endlich schwarze Zahlen, und das Versicherungsgeschäft laufe gut. „Jetzt werden wir die Meßlatte noch höher legen. Unser Ziel ist es, langfristig in der Champions League zu spielen.“ Dabei wäre er mit einem Plus von lediglich zehn Prozent „unzufrieden“, erklärte Diekmann, gab aber keine genaue Prognose ab. Langfristig wolle man zum weltgrößten Versicherer AIG aufschließen.
Der Allianz-Konzern habe im vergangenen Jahr alle seine Ziele erreicht oder übertroffen, sagte Diekmann. Der Umsatz stieg leicht auf 96,9 Milliarden Euro, das operative Ergebnis schoß um zwei Drittel empor auf 6,9 Milliarden Euro. Die unterm Strich verbleibenden 2,2 Milliarden Euro übertrafen den Vorjahresgewinn von 1,9 Milliarden deutlich. „Die Allianz ist heute wieder ein Unternehmen mit solider Kapitalbasis und hoher Ertragskraft“, sagte Diekmann. Im laufenden Jahr werde der Gewinn allein schon auf Grund neuer Bilanzregeln und wegen des Wegfalls der Restrukturierungskosten bei der Dresdner Bank um 1,3 Milliarden Euro höher sein. Von dieser Plattform aus solle der Überschuß dann jedes Jahr mindestens zehn Prozent zulegen.
Dresdner Bank trägt zum Überschuß bei
Die Dresdner Bank, die im Vorjahr noch ein Loch von 1,3 Milliarden Euro in die Konzernbilanz gerissen hatte, konnte jetzt 142 Millionen Euro zum Überschuß beisteuern. Im kommenden Jahr soll sie 700 Millionen Euro Gewinn machen. Chefbuchhalter Helmut Perlet sagte: „Die Dresdner Bank hat ihre Ziele für 2004 mehr als erfüllt. Sie ist wieder auf Ertragskurs.“ Personalabbau und Kostensenkung seien abgeschlossen, die Erträge seien stabil. Im Gegensatz zur Konkurrenz zeigte sich Diekmann weiter vom Prinzip des „integrierten Finanzdienstleisters“ überzeugt. Der Verkauf von Versicherungen am Bankschalter sei schon erfolgreich, aber Allianz-Vertreter müßten beim Verkauf von Bankkrediten noch zulegen. Das Geschäft mit Altersvorsorge, Lebens- und Krankenversicherung biete exzellente Wachstumsperspektiven, sagte Perlet. Im Schaden-Unfall-Geschäft sei der Markt eher gesättigt.
Diekmann verdient bis zu 4,7 Millionen
Die wichtigste Ertragssäule des Allianz-Konzerns, die Schaden- und Unfallversicherung, konnte beim operativen Ergebnis aber erneut stark zulegen. Die ungewöhnlich niedrige Schaden-Kosten-Quote von 93 Prozent könnte sich der Prognose zufolge im laufenden Jahr leicht verschlechtern. Der Gewinn blieb mit 3,3 Milliarden Euro nur deshalb weit hinter dem Vorjahresergebnis zurück, weil jenes durch den Verkauf der Beiersdorf-Beteiligung verschönt worden war. Die Lebens- und Krankenversicherung steigerte ihren Umsatz durch den Schlußverkauf bei steuerbegünstigten Lebensversicherungen in Deutschland und hohes Wachstum im Amerika-Geschäft. Der Gewinn stieg auf 0,8 Milliarden Euro. Die Vermögensverwaltung verringerte ihren Verlust unter 0,2 Milliarden. Die Aktionäre werden von der Allianz mit einer Dividendenerhöhung auf 1,75 Euro am Erfolg beteiligt.
Auch die Vorstände bekamen einen satten Zuschlag, wie die erstmals veröffentlichten Gehälter zeigen: Diekmann verdiente 2,55 Millionen Euro und bekommt - wenn Geschäftserfolg und Aktienkurs stimmen - später noch einen Nachschlag von 2,16 Millionen. Bankchef Walter bekam 2,3 Millionen Euro ausbezahlt, hat aber Aussicht auf einen noch größeren Bonus von 2,9 Millionen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,68 | −1,18% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2445 | −0,35% |
| Rohöl Brent Crude | 105,15 $ | −1,59% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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