04.08.2006 · Der Versicherungs- und Finanzkonzern hat im zweiten Quartal seinen Gewinn um fast zwei Drittel gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Im Nettoergebnis seien bereits die gesamten Kosten für den Umbau des deutschen Versicherungsgeschäfts zurückgestellt, so die Allianz.
Die Allianz hat nach einem Gewinnsprung im zweiten Quartal ihre Ergebnisprognose für das gesamte Jahr deutlich angehoben.
Für 2006 werde nun ein Nettogewinn zwischen 5,5 und sechs Milliarden Euro erwartet, teilte der Münchener Finanzkonzern am Donnerstag abend mit. Bislang war die Allianz von einem Jahresergebnis von 4,9 Milliarden Euro nach 4,38 Milliarden im Vorjahr ausgegangen. Bereits das Ergebnis von 2005 hatte einen Rekordwert markiert. Konzernchef Michael Diekmann erklärte, die eingeleitete Umstrukturierung und Neuausrichtung des Konzerns weltweit zeige Wirkung. „Dies ist das Resultat eines tief greifenden Veränderungsprozesses“, sagte er.
Rückstellungen für den Konzernumbau verbucht
Im zweiten Quartal steigerte die Allianz ihren Gewinn um fast zwei Drittel auf rund 2,3 Milliarden Euro gegenüber 1,4 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Im Nettoergebnis sind bereits die gesamten Kosten für den Umbau des deutschen Versicherungsgeschäfts zurückgestellt, in dessen Rahmen 5000 Stellen wegfallen sollen. Gleichzeitig begünstigten hohe Buchgewinne aus dem Verkauf des Anteils an dem Berliner Pharmahersteller Schering an den Bayer-Konzern das Ergebnis, die die Allianz allerdings nicht bezifferte. Aber auch der operative Gewinn kletterte um 19 Prozent auf fast 2,8 Milliarden Euro.
Insgesamt hätten die Ergebnisse deutlich über den Markterwartungen gelegen, erklärte das Unternehmen. In der Sachversicherung habe durch einen günstigen Schadenverlauf das Verhältnis der Schadenaufwendungen zu den Beitragseinnahmen (Schaden-Kosten-Quote) bei 91,9 Prozent gelegen. Im Lebensversicherungsgeschäft hätten sich zweistellige Zuwächse beim operativen Ergebnis gezeigt. Auch die Dresdner Bank habe ihr dynamisches Ergebniswachstum fortgesetzt, hieß es.
Optimismus für die nächsten Jahre
Neben den Erwartungen für den Nettogewinn hob die Allianz die Prognose für den operativen Gewinn an, der nun auf mehr als neun nach bisher erwarteten 8,7 Milliarden Euro zunehmen soll. Konzernchef Diekmann betonte, die nächsten Jahre würden für das Unternehmen von der konsequenten Arbeit an den Wachstumsinitiativen geprägt sein.
Die positiven Zahlen ermöglichten es der Allianz auch, die von der Umstrukturierung im Inland betroffenen Mitarbeiter wirkungsvoll zu unterstützen, sagte der Allianz-Chef weiter. Die Allianz führt in Deutschland ihre drei Versicherer der Sparten Leben, Sach und Kranken zusammen, dabei sollen 5000 Stellen abgebaut und gut die Hälfte der regionalen Verwaltungszentren geschlossen werden. Diekmann verwies darauf, daß die Mitarbeiter durch den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen anderthalb Jahre Zeit hätten, sich auf die Veränderung einzustellen. „Wir sind für unsere Mitarbeiter ein fairer und verläßlicher Partner, der sie in dieser Phase in vielfältiger Weise unterstützt“, sagte er.
Die Sparpläne stoßen auf heftigen Widerstand der Belegschaft und der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, die einen Verzicht auf Entlassungen bis 2012 verlangt. Besonders umstritten ist der Stellenabbau wegen der hohen Gewinne, die die Allianz gleichzeitig erzielt. Allerdings galt die vorherige Struktur mit drei fast gänzlich getrennten Versicherern und Kundenkontakten als überholt und ineffizient. Im Inland hat die Allianz seit 2001 als Marktführer etwa eine Million Kunden verloren.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,68 | −1,18% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2445 | −0,35% |
| Rohöl Brent Crude | 105,15 $ | −1,59% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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