29.04.2008 · Trotz der noch nicht absehbaren Folgen der Finanzkrise, steigenden Rohstoffpreisen und höheren Treibstoffkosten will die Lufthansa das Rekordergebnis des Vorjahres übertreffen, sagte der Ende 2010 ausscheidende Lufthansa-Chef Mayrhuber auf der Hauptversammlung.
Lufthansa rechnet mit wachsenden wirtschaftlichen Risiken für die weltweite Luftfahrt durch die Finanzkrise und den steigenden Ölpreis. Europas zweitgrößte Fluggesellschaft will ihre Gewinnziele dennoch erreichen. Zusätzliche Sparmaßnahmen sollen 2008 ein Ergebnis auf dem Rekordniveau des Vorjahres oder darüber hinaus sicherstellen, erklärte Konzernchef Wolfgang Mayrhuber am Dienstag auf der Hauptversammlung in Köln. Gleichzeitig kündigte der 61-Jährige an, Ende 2010 sein Amt aufgeben zu wollen. Mayrhuber steht seit Juni 2003 an der Spitze des DAX-Konzerns. „Ende 2010 ist Schluss“, sagte der Lufthansa-Chef.
Nach der besten Jahresbilanz der Konzerngeschichte und einem starken ersten Quartal 2008 sei Europas zweitgrößte Fluggesellschaft gut gerüstet. Allerdings gebe es erheblichen Gegenwind. Die Probleme auf den Finanzmärkten, steigende Rohstoffpreise und die daraus folgenden höheren Treibstoffkosten sowie die Schwierigkeiten der amerikanischen Wirtschaft hätten noch nicht absehbare Folgen. Hinzu komme der sich verschärfende Wettbewerb in der Luftfahrt, sagte Mayrhuber.
Wirtschaftliches Umfeld weiter unsicher
Das Rekordergebnis mit einem Betriebsgewinn von 1,4 Milliarden Euro im vorigen Jahr lasse sich nur erreichen oder übertreffen, wenn sich das wirtschaftliche Umfeld nicht verschlechtere. Das Programm für weitere Kostensenkungen sei angelaufen. Eine Neuordnung des Einkaufs könne konzernweit Einsparungen in dreistelliger Millionen-Euro-Höhe bringen. „Das Rekordjahr 2007 soll keine Eintagsfliege bleiben“, sagte Mayrhuber in der Köln-Arena.
Den Aktionären winkt für 2007 eine Rekorddividende von 1,25 Euro je Aktie, 55 Cent mehr als im vorigen Jahr. Mehrere Aktionärsvertreter forderten angesichts des Reingewinns von fast 1,7 Milliarden Euro eine noch höhere Dividende. Nach den starken Kurssprüngen im Anschluss an die Quartalsbilanz in der vorigen Woche verlor die Lufthansa-Aktie am Dienstag etwas stärker als der Dax gut ein Prozent auf 17,90 Euro.
Der Lufthansa-Chef forderte zum wiederholten Mal die deutsche und europäische Politik auf, mehr für den Ausbau großer Flughäfen und einen einheitlichen Luftraum in Europa zu tun. Nur so könnten die europäischen Fluggesellschaften international konkurrenzfähig bleiben.
Zurückhaltung bei Zukäufen
Unverändert zurückhaltend zeigt sich Lufthansa bei Zukäufen. Ein Zeitungsbericht über ein Interesse an der belgischen Fluggesellschaft Brussels Airlines blieb in Köln unkommentiert. Die Belgier stünden auf der Liste der Übernahmekandidaten ganz oben, berichtete das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Branchenkreise. Gespräche liefen seit einiger Zeit. Es gebe aber noch keine Einigkeit mit den Alteigentümern. Der Ölpreis und die unsicheren Branchenaussichten ließen keine Bewertung zu.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,67 | −1,18% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2440 | −0,39% |
| Rohöl Brent Crude | 105,15 $ | −1,59% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
Anonym bewerben? Ist das gut?