Die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (DDVG) hat im vergangenen Jahr erstmals seit 1993 wieder einen Nettoverlust ausgewiesen. Die Medienholding, die der SPD gehört, fuhr nach Steuern einen Fehlbetrag von 14,3 Millionen Euro ein, teilte der Geschäftsführer Jens Berendsen am Mittwoch in Hamburg mit. 2009 hatte die DDVG einen Nettogewinn von 4,2 Millionen Euro erzielt, in diesem Jahr sollen es etwas mehr als 7 Millionen Euro werden.
Die DDVG ist unter anderem an Regionalzeitungen wie der „Westfälischen Rundschau“, der „Hannoverschen Allgemeinen“ und der „Sächsischen Zeitung“ sowie mit 40 Prozent an der „Frankfurter Rundschau“ beteiligt. Berendsen erklärte, der Verlust im vergangenen Jahr sei entstanden, weil die DDVG Abschreibungen auf ihre Beteiligungen vorgenommen und auf die Rückzahlung einiger Kredite verzichtet habe. Das Volumen dieser Maßnahmen habe 23 Millionen Euro betragen, die zum größten Teil der Frankfurter Rundschau (FR) zugute gekommen seien. Nähere Angaben wollte Berendsen auch auf Nachfrage nicht machen.
Trotz des Nettoverlustes überwies die Medienholding wie im Vorjahr 7,7 Millionen Euro an die SPD. „Wir sind wirtschaftlich in der Lage, Gewinn auszuschütten“, sagte Berendsen mit Blick auf das Eigenkapital der DDVG. Dieses sank im vergangenen Jahr um rund 21 auf 66,6 Millionen Euro.
Während sich die DDVG in ihrem eigentlichen Kerngeschäft mit Verlagsbeteiligungen auf weiterhin schwierige Zeiten einstellt, will Berendsen mit der Reisesparte der Holding künftig mehr Geld verdienen. Bisher hatte der Reiseservice vor allem Fahrten zu Parteitagen der SPD organisiert oder für Parteimitglieder politisch geprägte Reisen veranstaltet.
Für jedes verkaufte Ticket bekommt die SPD-Holding eine Provision
Im vergangenen Jahr machte die in Berlin ansässige Gesellschaft damit 8 Millionen Euro Umsatz und etwa 240.000 Euro Gewinn. Damit künftig mehr verdient wird, soll die Zielgruppe auf zahlungswillige Touristen ausgeweitet werden, die nicht in der Partei sind. Dazu will die DDVG von Mai nächsten Jahres an Reisen auf dem Kreuzfahrtschiff „MS Princess Daphne“ vermarkten.
Berendsen erklärte, die DDVG werde das 162 Meter lange Schiff weder kaufen noch betreiben, allerdings erhalte man für jedes verkaufte Ticket eine Provision. Am Rande der Veranstaltung hieß es, prominente Sozialdemokraten wie Egon Bahr an Bord könnten den Verkauf ankurbeln.
Die Mehrheit der FR gehört der Dumont-Gruppe ....
bernd ullrich (demokrat2)
- 23.07.2011, 15:39 Uhr
