29.03.2005 · Die Deutsche Bahn weist nur unzureichend auf billige Reisemöglichkeiten hin, sagt die Stiftung Warentest. Häufig werde der teure ICE empfohlen, obwohl es günstigere Verbindungen gebe.
Das Zugfahren in Deutschland ist nach jüngsten Testergebnissen wegen mangelnder Beratung in vielen Fällen unnötig teuer.
Die Stiftung Warentest kam in einem am Dienstag veröffentlichten Test zu dem Ergebnis, daß die Deutsche Bahn nur unzureichend auf billige Reisemöglichkeiten hinweist. Am Schalter, am Automaten und im Internet werde häufig der teure ICE empfohlen, obwohl es günstigere Verbindungen mit dem Intercity oder Regionalzügen gebe. Auch Sparmöglichkeiten wie die Bahncard 25 oder Länder-Tickets würden zu selten erklärt.
Ein Bahnsprecher bestätigte, daß bei Verbindungsanfragen vom Computer automatisch die schnellste Variante angezeigt werde. Die Forderung, bei der Auskunft sofort auch den billigsten Preis anzuzeigen, könne so schnell nicht umgesetzt werden.
Blindes Vertrauen in den Computer
Insgesamt bekam die Bahn für ihre Preisberatung nur die Note „ausreichend“. Am besten schnitten bei den Testkäufen noch die Bahnhöfe Berlin-Zoo und Frankfurt (Main) mit den Noten 2,7 beziehungsweise 3,0 ab.
Die schlechtesten Noten bekamen die Bahnhöfe Leipzig (4,2), München (4,3) und Rostock (4,4). Kritik gab es unter anderem daran, daß Verkäufer das Streckennetz zu wenig kannten oder ihrem Computer blindlings vertrauten.
„Geht's nicht auch billiger?“
Zudem seien bei den Testkäufen die preisgünstigeren Reisemöglichkeiten in drei von vier Fällen zunächst überhaupt nicht genannt worden, so die Stiftung Warentest. Erst auf Nachfrage hätten sich die Verkäufer dann mehr Mühe gegeben. Als Empfehlung gab die Verbraucher-Initiative allen Bahnkunden deshalb mit auf die Reise: „Mißtrauen Sie Preisauskünften der Deutschen Bahn. Fragen Sie nach: 'Geht's nicht auch billiger?'“
Als Beispiel für die teilweise erheblichen Preisunterschiede wurde die Verbindung Köln-Kassel genannt, die in der zweiten Klasse zum Normalpreis zwischen 34,50 Euro und 83 Euro kosten kann. Als Tipp für Familien empfahl die Stiftung vor allem die Bahncard 25, die zusätzlich zur Ermäßigung von 25 Prozent noch 50 Prozent Mitfahrerrabatt bringt. Die Bahn arbeite „mit Hochdruck daran, die Preisvielfalt auf einzelnen Strecken zu reduzieren“, sagte ein Sprecher.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,67 | −1,18% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2440 | −0,39% |
| Rohöl Brent Crude | 105,15 $ | −1,59% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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