Home
http://www.faz.net/-gqe-7h4db
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
CIO View

Verizon stimmt zu Vodafone verkauft amerikanisches Mobilfunkgeschäft

Vodafone will aus seiner amerikanischen Mobilfunk-Tochter aussteigen. Kaufen soll die Anteile der Miteigentümer Verizon. Der hat jetzt zugestimmt.

© REUTERS

Der rund 130 Milliarden Dollar schwere Ausstieg von Europas größtem Telekomkonzern Vodafone aus dem amerikanischen Mobilfunk-Unternehmen mit Verizon gelingt. Verizon übernimmt die Anteile, teilte das Unternehmen am Montagabend mit.

Für Verizon ist dies ein lang erkämpfter Sieg. Der amerikanische Konzern ringt seit Jahren mit den Briten um eine vollständige Übernahme von Verizon Wireless. Wenn sich Verizon den Mobilfunker nach 13 Jahren der Zusammenarbeit mit Vodafone nun komplett einverleibt, ist das die drittgrößte Unternehmensübernahme überhaupt.

Mehr zum Thema

Verizon wolle den Kauf des 45-Prozent-Anteils von Vodafone an dem größten Mobilfunkanbieter der Vereinigten Staaten zur Hälfte über Kredite und Anleihen in Höhe von 65 Milliarden Dollar finanzieren, sagten eingeweihte Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die übrigen 65 Milliarden Dollar wolle der Konzern mit eigenen Aktien zahlen. Einige Geschäftsteile in Europa sowie in Schwellenländern wie Indien, der Türkei und Afrika würden an Vodafone gehen, wodurch die Steuerlast des britischen Konzerns um fünf Milliarden Dollar sinken könnte.

Die Finanzierung werde weltweit von JPMorgan und Morgan Stanley koordiniert. Daneben beraten auch Barclays und Bank of America Verizon, um den Deal zu stemmen. Berater von Vodafone sind den Kreisen zufolge Goldman Sachs und UBS. Die beiden Telefonkonzerne wollten sich nicht dazu äußern.

Für Vodafone wäre der Zeitpunkt günstig

Vodafone und Verizon streiten sich schon seit langem über Strategie und die Verwendung der reichlich gefüllten Kassen ihres Gemeinschaftsunternehmens. Nach einigen gescheiterten Trennungsversuchen hatte der Deutsche-Telekom-Konkurrent am Donnerstag erklärt, abermals mit Verizon über einen Rückzug zu verhandeln. Insidern zufolge haben vor allem die steigenden Kreditzinsen und der gesunkene Aktienkurs von Verizon den US-Konzern veranlasst, die Gespräche in den vergangenen Wochen voranzutreiben, um den Deal nicht noch teurer werden zu lassen.

Für Vodafone kommt der Geldregen zu einem günstigen Zeitpunkt, da der zweitgrößte Mobilfunkbetreiber der Welt massiv in das Festnetz und superschnelle Internetanschlüsse investiert. Derzeit übernehmen die Briten Kabel Deutschland für knapp elf Milliarden Euro. Das ist wenig im Vergleich zu früheren Vodafone-Deals. Auf dem Höhepunkt der New Economy im Jahr 2000 legte der Konzern für den deutschen Mobilfunker Mannesmann 200 Milliarden Dollar auf den Tisch. Es war die teuerste Übernahme aller Zeiten. In den Boom-Jahren saß das Geld so locker, dass der zweitgrößte Deal nicht lange auf sich warten ließ: 2001 schluckte der amerikanische Medienriese Time Warner den amerikanischen Internet-Anbieter AOL für 165 Milliarden Dollar. Die Fusion entpuppte sich Jahre später allerdings als kompletter Fehlschlag, der Konzern wurde wieder zerschlagen.

Quelle: FAZ.net/bern., Reuters

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Kangaroo-Bond Apple will in Australien Anleihe begeben

Seit März 2013 ist der iPhone-Konzern mit milliardenschweren Bond am Schuldenmarkt aktiv und lockt Anleihe-Anleger an. Nun will Apple erstmals Schulden in australischen Dollar machen. Mehr

17.08.2015, 09:53 Uhr | Finanzen
Quiz Kennen Sie Volkswagen?

Volkswagen ist eine Klasse für sich: 600 000 Mitarbeiter, 200 Milliarden Euro Umsatz, 13 Milliarden Gewinn – und Spitzengagen für den Chef. Was wissen Sie über Deutschlands wichtigsten Konzern? Ein Quiz, nicht nur für Leute mit Benzin im Blut. Mehr Von Georg Meck

28.03.2015, 11:52 Uhr | Wirtschaft
Finanzskandale Banken zahlen 260 Milliarden Dollar Strafe

Finanzkrise, Zinsmanipulationen, Steuerhinterziehung: Banken zahlen kräftig für ihre Skandale. Eine neue Studie zeigt: Das ist noch nicht das Ende. Mehr

24.08.2015, 15:50 Uhr | Wirtschaft
45 Milliarden Dollar Kosten Ägypten plant eine neue Hauptstadt

Östlich von Kairo soll eine neue ägyptische Hauptstadt entstehen. Es wird mit Kosten in Höhe von 45 Milliarden Dollar gerechnet. Mehr

14.03.2015, 13:49 Uhr | Gesellschaft
Aktiencrash Chinas Aktienkurse stürzen weiter

Anleger in Fernost verkaufen weiterhin panisch ihre Aktien. Chinas wichtiger Index Shanghai Composite ist zum Handelsauftakt um 6,4 Prozent abgesackt. Im Tagesverlauf erholten sich die Kurse leicht, doch sie bleiben tief im Minus. Mehr

25.08.2015, 06:45 Uhr | Finanzen

Veröffentlicht: 02.09.2013, 18:15 Uhr

Brüssel greift deutsche Sparer an

Von Markus Frühauf

Deutschlands Sparkassen, Volksbanken und private Geldhäuser schützen Sparer über das gesetzliche Minimum hinaus. Diese Systeme werden geschwächt, wenn die Einlagensicherung in Europa vergemeinschaftet wird. Mehr 120 197


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages In Moskau gründen mehr Frauen Start-ups als in Berlin

In kaum einer Start-Up-Metropole liegt der Anteil der Frauen an den Gründern so niedrig wie in Berlin. Er ist höher auch in vielen Städten, wo das ganz und gar nicht zu erwarten ist. Mehr 1