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Verizon stimmt zu Vodafone verkauft amerikanisches Mobilfunkgeschäft

Vodafone will aus seiner amerikanischen Mobilfunk-Tochter aussteigen. Kaufen soll die Anteile der Miteigentümer Verizon. Der hat jetzt zugestimmt.

© REUTERS Vergrößern

Der rund 130 Milliarden Dollar schwere Ausstieg von Europas größtem Telekomkonzern Vodafone aus dem amerikanischen Mobilfunk-Unternehmen mit Verizon gelingt. Verizon übernimmt die Anteile, teilte das Unternehmen am Montagabend mit.

Für Verizon ist dies ein lang erkämpfter Sieg. Der amerikanische Konzern ringt seit Jahren mit den Briten um eine vollständige Übernahme von Verizon Wireless. Wenn sich Verizon den Mobilfunker nach 13 Jahren der Zusammenarbeit mit Vodafone nun komplett einverleibt, ist das die drittgrößte Unternehmensübernahme überhaupt.

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Verizon wolle den Kauf des 45-Prozent-Anteils von Vodafone an dem größten Mobilfunkanbieter der Vereinigten Staaten zur Hälfte über Kredite und Anleihen in Höhe von 65 Milliarden Dollar finanzieren, sagten eingeweihte Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die übrigen 65 Milliarden Dollar wolle der Konzern mit eigenen Aktien zahlen. Einige Geschäftsteile in Europa sowie in Schwellenländern wie Indien, der Türkei und Afrika würden an Vodafone gehen, wodurch die Steuerlast des britischen Konzerns um fünf Milliarden Dollar sinken könnte.

Die Finanzierung werde weltweit von JPMorgan und Morgan Stanley koordiniert. Daneben beraten auch Barclays und Bank of America Verizon, um den Deal zu stemmen. Berater von Vodafone sind den Kreisen zufolge Goldman Sachs und UBS. Die beiden Telefonkonzerne wollten sich nicht dazu äußern.

Für Vodafone wäre der Zeitpunkt günstig

Vodafone und Verizon streiten sich schon seit langem über Strategie und die Verwendung der reichlich gefüllten Kassen ihres Gemeinschaftsunternehmens. Nach einigen gescheiterten Trennungsversuchen hatte der Deutsche-Telekom-Konkurrent am Donnerstag erklärt, abermals mit Verizon über einen Rückzug zu verhandeln. Insidern zufolge haben vor allem die steigenden Kreditzinsen und der gesunkene Aktienkurs von Verizon den US-Konzern veranlasst, die Gespräche in den vergangenen Wochen voranzutreiben, um den Deal nicht noch teurer werden zu lassen.

Für Vodafone kommt der Geldregen zu einem günstigen Zeitpunkt, da der zweitgrößte Mobilfunkbetreiber der Welt massiv in das Festnetz und superschnelle Internetanschlüsse investiert. Derzeit übernehmen die Briten Kabel Deutschland für knapp elf Milliarden Euro. Das ist wenig im Vergleich zu früheren Vodafone-Deals. Auf dem Höhepunkt der New Economy im Jahr 2000 legte der Konzern für den deutschen Mobilfunker Mannesmann 200 Milliarden Dollar auf den Tisch. Es war die teuerste Übernahme aller Zeiten. In den Boom-Jahren saß das Geld so locker, dass der zweitgrößte Deal nicht lange auf sich warten ließ: 2001 schluckte der amerikanische Medienriese Time Warner den amerikanischen Internet-Anbieter AOL für 165 Milliarden Dollar. Die Fusion entpuppte sich Jahre später allerdings als kompletter Fehlschlag, der Konzern wurde wieder zerschlagen.

Quelle: FAZ.net/bern., Reuters

 
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