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Vergütung Noch zählt für die Manager der kurzfristige Erfolg

03.09.2009 ·  Seit rund einem Monat gilt das „Gesetz über die Angemessenheit der Vorstandsvergütung“. Um den neuen Regeln gerecht zu werden, haben die deutschen Unternehmen noch viel Arbeit vor sich. Das sagen zumindest Anlegerschützer.

Von Julia Löhr
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Die deutschen Unternehmen haben noch viel Arbeit vor sich, um den neuen Regeln für Managergehälter gerecht zu werden. Zu diesem Schluss kommt die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) nach einer Analyse der Vergütungssysteme. "Bei den erfolgsbasierten Bestandteilen dominieren immer noch zu stark die kurzfristig orientierten", kritisierte Geschäftsführer Ulrich Hocker am Donnerstag in Frankfurt.

Die Dax-Unternehmen zahlten ihren Vorständen 2008 im Durchschnitt 34 Prozent der Vergütung als Fixgehalt, 47 Prozent als Bonus und 19 Prozent in aktienbasierten Vergütungsinstrumenten. Die Boni wiederum würden in zwei Dritteln der Unternehmen auf Basis jährlicher Ziele gezahlt. Zu den Ausnahmen mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage zählten unter anderen Allianz, Deutsche Bank und Siemens.

Anlegerschützer: Deutsche Vorstände verdienen im Vergleich gut

Auch was Aktienoptionen angeht, hätten die Unternehmen Nachholbedarf. "Die überwiegende Mehrheit weist Sperrfristen von zwei bis drei Jahren auf", sagte Gunther Friedl, Professor an der TU München und Co-Autor der Studie. Das seit rund einem Monat geltende Gesetz über die Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) sieht vor, dass die variable Vergütung künftig auf eine mehrjährige Basis gestellt werden soll. Für Aktienoptionen gilt eine Sperrfrist von vier Jahren.

Im europäischen Gehaltsvergleich haben Manager in Deutschland nach Meinung der DSW keinen Grund zum Klagen. 2008 habe der Vorstandschef eines Dax-Unternehmens durchschnittlich 3,69 Millionen Euro erhalten - Pensionen nicht eingerechnet. In der Schweiz kämen Konzernlenker im Schnitt auf 3,45 Millionen Euro, in Frankreich auf 3,28 Millionen Euro. Deutlich besser würden die Führungskräfte in Amerika bezahlt. Die Chefs der im Dow-Jones-Index gelisteten Unternehmen erhielten 2008 im Schnitt 11,36 Millionen Euro.

Nach dem Bonusausfall bei der Deutschen Bank führte im vergangenen Jahr der Siemens-Vorstandsvorsitzende Peter Löscher die Liste der Spitzenverdiener in Deutschland mit 9,84 Millionen Euro an. Für die M-Dax-Unternehmen ist eine Rangliste schwer möglich, weil 12 der 50 Unternehmen die Bezüge der Vorstandsmitglieder nicht individuell auswiesen. Die DSW kürte Puma-Chef Jochen Zeitz deshalb auf Basis einer Schätzung (7,79 Millionen Euro) zum Spitzenverdiener.

Betrachtet man nicht nur die Vorsitzenden, sondern alle Vorstandsmitglieder, betrugen 2008 die Durchschnittsbezüge im Dax nach den Berechnungen der Aktionärsschützer 2,28 Millionen Euro - 21 Prozent weniger als im Vorjahr. Im M-Dax betrugen die Durchschnittsbezüge 1,33 Millionen Euro (minus 13 Prozent). Die höchsten Durchschnittsbezüge in diesem Börsensegment wies mit 3,19 Millionen Euro Hochtief auf. Exzesse stellte Geschäftsführer Hocker nicht fest. Sein Fazit lautete: "Die gesetzlichen Regulierungsmechanismen reichen aus."

Die Vergütung der Dax-Vorstandschefs im Jahr 2008

Nach Berechnungen der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz erhielt der Vorstandsvorsitzende eines Dax-Konzerns 2008 im Durchschnitt eine Vergütung von 2,28 Millionen Euro. Eine Liste der Chefgehälter (Gesamtvergütung in Millionen Euro):

1 Peter Löscher - Siemens 9,84
2 Wolfgang Reitzle - Linde 8,01
3 Jürgen Großmann - RWE 7,08
4 Martin Winterkorn - Volkswagen 6,14
5 Wulf H. Bernotat - Eon 5,06
6 Dieter Zetsche - Daimler 5,04
7 Jürgen Hambrecht - BASF 4,40
8 Henning Kagermann - SAP 4,32
9 Karl-Kudwig Kley - Merck 4,18
10 Hakan Samuelsson - MAN 3,87
11 Michael Diekmann - Allianz 3,80
12 Werner Wenning - Bayer 3,66
13 Ekkehard D. Schulz - Thyssen Krupp 3,64
14 Eckhard Cordes - Metro 3,60
15 Reto Francioni - Deutsche Börse 3,56
16 Ben Lipps - FMC 3,45
17 Herbert Hainer - Adidas 3,44
18 René Obermann - Deutsche Telekom 3,22
19 Kasper Rorsted - Henkel 3,03
20 Ulf M. Schneider - Fresenius 2,82
30 Martin Blessing - Commerzbank 0,63

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