09.03.2009 · Eine Sonderzahlung von fast 12 Millionen Euro bekommt der Vorstand der Postbank - trotz Finanzkrise: Der Aufsichtsrat hat der Führungsmannschaft das Geld als „Halteprämie“ zugesagt, damit die Manager trotz des Verkaufs an die Deutsche Bank im Unternehmen bleiben.
Von Helmut Bünder, BonnFür Wolfgang Klein hat sich der Teilverkauf der Postbank an die Deutsche Bank ausgezahlt: Der Vorstandsvorsitzende des Bonner Instituts konnte seine Vergütung durch einen Sonderbonus mehr als verdoppeln.
Wie aus dem am Montag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht, erhält der zehnköpfige Postbank-Vorstand für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Sonderzahlung von insgesamt 11,865 Millionen Euro. Der Aufsichtsrat hatte diesen Bonus im vergangenen Jahr bewilligt, um die Führungsmannschaft trotz des geplanten Verkaufs an die Deutsche Bank zum Bleiben zu bewegen.
2,4 Millionen allein für den Vorstandschef
Der Vorstandschef kassiert davon allein 2,4 Millionen Euro. So kommt er auf eine Gesamtvergütung von 3,303 nach 1,531 Millionen Euro im Jahr zuvor. Dank des Sonderbonus können es die Vorstandsmitglieder verschmerzen, dass es für 2008 keine klassische erfolgsabhängige Zusatzzahlung gibt. Mit der Streichung hatte der Aufsichtsrat auf den Milliardenverlust der Bank und den Verfall des Aktienkurses reagiert: Im Jahresverlauf hat das Papier fast 75 Prozent seines Wertes verloren.
Auch andere Institute haben die Sonderzahlungen für den Vorstand ausgesetzt. Der Postbank-Vorstand hatte 2007 noch knapp 6,1 Millionen Euro als erfolgsabhängige Vergütung bezogen, also etwa halb soviel, wie nun über den Sonderbonus fällig werden. Praktisch unverändert blieb das Festgehalt der Vorstände. Zusammen haben sie ein Fixum von 4,134 Millionen Euro erhalten.
Im laufenden Geschäftsjahr erwartet Klein ein weiterhin extrem schwieriges Umfeld. Sofern sich die gesamtwirtschaftlichen Prognosen nicht verschlechterten, dürften die Gesamtbelastungen der Postbank aber deutlich unter denen des Jahres 2008 liegen, schreibt er im Geschäftsbericht. Ziel bleibe es, „mittelfristig“ eine Eigenkapitalrendite nach Steuern von 13 bis 15 Prozent zu erreichen. Dazu bedürfe es allerdings einer Normalisierung der Rahmenbedingungen an den Finanzmärkten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,97 | −1,16% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2440 | −0,39% |
| Rohöl Brent Crude | 105,25 $ | −1,50% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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