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Vergütung Deutsche Bank verringert das Gewicht der Boni

19.01.2010 ·  Die Deutsche Bank will die Grundgehälter ihrer Mitarbeiter erhöhen und zugleich die umstrittenen Bonuszahlungen verringern. Die Gesamtvergütung der Beschäftigten soll dabei nicht steigen.

Von Markus Frühauf
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Die Deutsche Bank will von diesem Geschäftsjahr an ein Vergütungssystem einführen, in dem die Fixgehälter zulasten der erfolgsabhängigen Boni angehoben werden. Ein Sprecher des Instituts erklärte, dass das Vergütungssystem mit Blick auf die Grundsätze Leistung, Nachhaltigkeit und regulatorische Anforderungen überprüft werde. Ziel der Überprüfung sei ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen fixer und variabler Vergütung. Weitere Angaben wurden nicht gemacht. Allerdings hieß es im Umfeld der Bank, dass die Gesamtvergütung der Beschäftigten nicht steigen werde. Durch das neue Vergütungsmodell wolle das Institut gegenüber den Konkurrenten wettbewerbsfähig bleiben.

Die Änderungen betreffen die Führungskräfte und Investmentbanker der Deutschen Bank. In Deutschland gilt das neue Vergütungssystem nur für die 12 000 außertariflich bezahlten Manager der insgesamt 28 000 Mitarbeiter. Im Ausland dürfte der Anteil höher liegen, weil hier mehr Mitarbeiter in den gut bezahlten Bereichen Firmenkundengeschäft oder Investmentbanking tätig sind. In Deutschland arbeiten viele Mitarbeiter in den Filialen und werden dort nach Tarif bezahlt. Während die Änderungen für das gehobene Management schon in den Grundzügen feststehen, bleiben die beiden Führungsgremien, Vorstand und Group Executive Committee (GEC), außen vor.

Bonus-Anteil steigt mit Hierarchie

Andere Banken wie die Credit Suisse oder die Commerzbank haben bereits die von den Regierungen der 20 führenden Wirtschaftsnationen (G 20) vorgeschlagene höhere Gewichtung der festen Gehaltsbestandteile in den Führungsgremien eingeführt. Die zu hohe Ausrichtung der Vergütung an kurzfristigen Boni gilt als eine Ursache für die Finanzkrise, weil sie Anreiz für riskante Geschäfte war, die erst in späteren Jahren zu Verlusten führen. Nun müssen die Banken weltweit ihre Boni am nachhaltigen Erfolg ausrichten, einen Malus für spätere Verluste einführen und den Anteil der Fixgehälter erhöhen.

Die Vorstände der Deutschen Bank hatten auf ihre Boni im Geschäftsjahr 2008 verzichtet, nachdem die Finanzkrise einen Rekordverlust von 3,9 Milliarden Euro verursacht hatte. Der Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann erhielt sein Fixgehalt von knapp 1,4 Millionen Euro. Im Geschäftsjahr 2007, als noch ein Rekordgewinn von 6,5 Milliarden Euro erzielt worden war, hatte er noch fast 14 Millionen Euro verdient.

Basis für die künftige Vergütung ist der Mittelwert der Bezüge aus 2008 und 2007. Dabei soll der Grundsatz gelten, dass der Bonus-Anteil umso größer ist, je höher der Mitarbeiter eingeordnet ist. Top-Banker im Rang eines „Managing Director“ sollen künftig 60 Prozent des Mittelwerts aus 2007 und 2008 als fixes Gehalt erhalten, den Rest in Form langfristig ausgerichteter Boni. Auf den Ebenen „Directors“ und „Vice Presidents“ fällt der fixe Anteil höher aus und kann bis zu 80 Prozent betragen. Finanzkreise schätzen, dass die Fixgehälter im Schnitt um 10 Prozent steigen und die variablen Komponenten entsprechend sinken dürften.

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