18.11.2005 · Ein Gericht in Miami hat Ford zur Zahlung von 61 Millionen Dollar Schadensersatz an eine Familie verurteilt, deren Sohn bei einem Unfall mit seinem Geländewagen Explorer ums Leben gekommen war. Ford habe gewußt, daß der Wagen instabil war.
Ein amerikanisches Gericht in Miami hat den Autohersteller Ford zur Zahlung von 61 Millionen Dollar (etwa 52 Millionen Euro) Schadensersatz an eine Familie verurteilt, deren Sohn bei einem Unfall mit seinem Geländewagen Explorer ums Leben gekommen war.
Wie der Anwalt der Familie am Donnerstag mitteilte, fällten die Geschworenen das harte Urteil vor allem aufgrund der Aussage eines Ingenieurs, der Ford bereits 1989 auf das instabile Fahrverhalten seines neuen Modells hingewiesen hatte. Doch erst zwölf Jahre später folgte der Autobauer den Ratschlägen und legte den Schwerpunkt des Sportwagens niedriger.
Ford kündigt Berufung an
Der Unfall hatte sich 1997 ereignet. Damals war der 17jährige Lance Hall mit einem gleichaltrigen Freund unterwegs mit dem Explorer auf einer Autobahn in Florida, als sein Freund kurz am Steuer einnickte, die Kontrolle über den Wagen verlor und sich dieser mehrmals überschlug. Hall starb.
Der Anwalt warf dem Autobauer vor, aus reinem Gewinnstreben ein Fahrzeug auf den Markt gebracht zu haben, dessen Instabilität bekannt gewesen sei. Ohne diese Mängel wäre es gelungen, den Wagen wieder unter Kontrolle zu bringen. Ford-Sprecherin Karen Shaughnessy wies die Vorwürfe zurück. Es dürfe nicht vergessen werden, daß der Unfall geschehen sei, „während der Fahrer mit hoher Geschwindigkeit über die Straße raste und dabei einschlief.“ Sie kündigte an, gegen das Urteil in Berufung zu gehen.
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