14.05.2007 · Am Freitag schoß die RWE-Aktie nach oben, nachdem ein Radiosender gemeldet hatte, der französische Energieriese EdF plane eine Übernahme des deutschen Versorgers. Jetzt steht der Verdacht einer gezielten Kursmanipulation im Raum. Die Finanzaufsicht will sich den Handel genauer ansehen.
Die durch einen Radiobericht ausgelösten Spekulationen um angebliche Pläne des französischen Energieriesen EdF zur Übernahme von RWE haben ein Nachspiel bei der deutschen Finanzaufsicht. Die Behörde werde sich den Aktienhandel im Zusammenhang mit den Spekulationen anschauen, sagte eine Sprecherin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) am Montag.
Sollte es Anhaltspunkte für Marktmanipulationen oder Insiderhandel geben, werde die BaFin eine formelle Untersuchung einleiten. RWE hat den Verdacht geäußert, dass die Meldung gezielt gestreut worden ist, um den Kurs des Versorgers zu manipulieren.
Bundesregierung und Edf wiesen die Spekulation zurück
Der Südwestrundfunk (SWR) hatte am Freitagmorgen vor Börsenbeginn berichtet, EdF wolle den zweitgrößten deutschen Versorger übernehmen. Der RWE-Kurs schoss daraufhin nach Handelsbeginn um fast sieben Prozent in die Höhe. In der Meldung hatte es geheißen, EdF habe wegen der Pläne bereits Kontakt mit dem Bundeskanzleramt aufgenommen. Sowohl die Bundesregierung als auch EdF wiesen dies zurück. Der französische Konzern ließ jedoch offen, ob er grundsätzlich an RWE interessiert sei.
RWE hat erklärt, keine Anzeichen für eine geplante Übernahme durch EdF zu haben. Der Konzern will den Vorfall aber nicht auf sich beruhen lassen. Ein RWE-Sprecher kündigte am Montag an, dass das Unternehmen die Arbeit der BaFin mit eigenen Daten unterstützen wolle. Nähere Einzelheiten zu dem Verdacht einer Manipulation wollte RWE nicht nennen. Vom Südwestrundfunk war am Montag zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.
Übernahmespekulationen gab es öfter
RWE sieht sich zu wiederholten Male im Zentrum von Übernahmespekulationen, die im Konzern für erhebliche Unruhe sorgen. In der Vergangenheit war der russische Gasmonopolist Gazprom als möglicher Angreifer auf den Versorger genannt worden. Gazprom hatte dies zurückgewiesen. RWE-Chef Harry Roels hatte erklärt, einen Übernahmeversuch nicht grundsätzlich ausschließen zu können. Wegen des Unternehmenswertes sei der Versorger aber schwer zu schlucken.
Der vom französischen Staat kontrollierten EdF werden seit längerem Absichten zur weiteren Expansion im Ausland nachgesagt. Der Konzern hält bereits 45 Prozent an dem deutschen Versorger EnBW. Mit einem Börsenwert von rund 118 Milliarden Euro ist EdF wesentlich größer als RWE mit rund 46 Milliarden Euro.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,97 | −1,16% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2440 | −0,39% |
| Rohöl Brent Crude | 105,25 $ | −1,50% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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