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Vectoring Telekom baut schnelles Internet aus

Während sie ihr neues Hochgeschwindigkeitsnetz vorbereitet, hat die Telekom Wettbewerbern Zugeständnisse gemacht. Die reagieren erst einmal zurückhaltend.

© dapd In der Deutsche-Telekom-Halle während der Internationalen Funkausstellung in Berlin im September

Bei der Vorbereitung der neuen Hochgeschwindigkeitsnetze hat die Deutsche Telekom den Wettbewerbern Zugeständnisse gemacht. An diesem Mittwoch hat der Konzern bei der Bundesnetzagentur einen Antrag eingereicht, der den Einsatz der „Vectoring“-Technik ermöglichen soll. Ziel sei es, möglichst bald Rechtssicherheit zu erreichen, damit die Investitionen zügig beginnen könnten, teilte die Telekom mit. In Belgien und Österreich hätten die Regulierungsbehörden der neuen Technik bereits zugestimmt, sagte Niek Jan van Damme, der Deutschland-Vorstand der Telekom. Der Konzern will rund 24 Millionen Haushalte an das neue Netz anschließen und dafür in den kommenden Jahren bis zu 6 Milliarden Euro investieren.

Helmut  Bünder Folgen:

Mit Vectoring lässt sich die Datenübertragung auf den Kupferleitungen in die Haushalte auf bis zu 100 Megabit je Sekunde beschleunigen, indem Störsignale in den Leitungen ausgeglichen werden. Bisher sind in der schnellsten Variante höchstens 50 Megabit je Sekunde möglich. Voraussetzung ist, dass die Kabelverzweiger - die grauen Schaltkästen am Straßenrand - bereits an ein VDSL-Glasfasernetz angeschlossen sind. Die Vectoring-Technik funktioniert nach Darstellung der Telekom aber nur dann, wenn der Betreiber die Kontrolle über sämtliche Leitungen am Kabelverzweiger hat. Andere Unternehmen könnten dort also keine eigene Technik installieren.

Konkurrenten reagieren zurückhaltend

Deshalb befürchten Wettbewerber, dass die Telekom versuchen könnte, ihren Zugang zu den Leitungen in die Kundenhaushalte zu beschränken. Der Konzern gab sich kompromissbereit: In seinem Antrag sei er „deutlich auf die Wettbewerber zugegangen“, hieß es in einer Mitteilung. Die letzte Meile zwischen den Schaltkästen und den Haushalten bleibe „grundsätzlich“ für den Wettbewerb offen; nur dort, wo die Telekom selbst Vectoring einsetzen will, seien Beschränkungen notwendig.

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Reaktionen der Konkurrenten fielen zurückhaltend aus. Auf den ersten Blick habe die Telekom wichtige Forderungen berücksichtigt; allerdings müsse der Antrag noch im Einzelnen geprüft werden, hieß es vom Branchenverband VATM. Der Bundesverband Glasfaseranschluss vermutet Hintergedanken, skeptisch zeigte sich auch der Breko. Die Bundesnetzagentur forderte die Branche auf, nach einvernehmlichen Lösungen zu suchen und so den Regulierungsbedarf auf das unbedingt notwendige Maß zu beschränken.

Stellungnahme bis 21. Januar möglich

Bis zum 21. Januar können Unternehmen und Verbände zu dem Antrag Stellung nehmen, danach gibt es eine mündliche Verhandlung. Wie die Telekom erläuterte, sollen andere Unternehmen, die schon Kabelverzweiger mit eigenen Glasfaserleitungen erschlossen haben, die Möglichkeit erhalten, dort ebenfalls Vectoring einzusetzen.

Die Erschließung neuer Gebiete durch Wettbewerber sei „grundsätzlich“ möglich, wenn diese - ebenso wie die Telekom - anderen Unternehmen die Nutzung der neuen Anschlüsse ermöglichten, heißt es dazu von der Telekom. Sie will dafür ein neues Vorprodukt zur Verfügung stellen, mit dem auch Wettbewerber die schnellen Leitungen zu den Endkunden anmieten könnten. Über den Vorleistungspreis würde erst später entschieden.

Quelle: FAZ.NET

 
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Veröffentlicht: 19.12.2012, 16:55 Uhr

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