Home
http://www.faz.net/-gqe-756t9
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Vectoring Telekom baut schnelles Internet aus

Während sie ihr neues Hochgeschwindigkeitsnetz vorbereitet, hat die Telekom Wettbewerbern Zugeständnisse gemacht. Die reagieren erst einmal zurückhaltend.

© dapd Vergrößern In der Deutsche-Telekom-Halle während der Internationalen Funkausstellung in Berlin im September

Bei der Vorbereitung der neuen Hochgeschwindigkeitsnetze hat die Deutsche Telekom den Wettbewerbern Zugeständnisse gemacht. An diesem Mittwoch hat der Konzern bei der Bundesnetzagentur einen Antrag eingereicht, der den Einsatz der „Vectoring“-Technik ermöglichen soll. Ziel sei es, möglichst bald Rechtssicherheit zu erreichen, damit die Investitionen zügig beginnen könnten, teilte die Telekom mit. In Belgien und Österreich hätten die Regulierungsbehörden der neuen Technik bereits zugestimmt, sagte Niek Jan van Damme, der Deutschland-Vorstand der Telekom. Der Konzern will rund 24 Millionen Haushalte an das neue Netz anschließen und dafür in den kommenden Jahren bis zu 6 Milliarden Euro investieren.

Helmut  Bünder Folgen:  

Mit Vectoring lässt sich die Datenübertragung auf den Kupferleitungen in die Haushalte auf bis zu 100 Megabit je Sekunde beschleunigen, indem Störsignale in den Leitungen ausgeglichen werden. Bisher sind in der schnellsten Variante höchstens 50 Megabit je Sekunde möglich. Voraussetzung ist, dass die Kabelverzweiger - die grauen Schaltkästen am Straßenrand - bereits an ein VDSL-Glasfasernetz angeschlossen sind. Die Vectoring-Technik funktioniert nach Darstellung der Telekom aber nur dann, wenn der Betreiber die Kontrolle über sämtliche Leitungen am Kabelverzweiger hat. Andere Unternehmen könnten dort also keine eigene Technik installieren.

Konkurrenten reagieren zurückhaltend

Deshalb befürchten Wettbewerber, dass die Telekom versuchen könnte, ihren Zugang zu den Leitungen in die Kundenhaushalte zu beschränken. Der Konzern gab sich kompromissbereit: In seinem Antrag sei er „deutlich auf die Wettbewerber zugegangen“, hieß es in einer Mitteilung. Die letzte Meile zwischen den Schaltkästen und den Haushalten bleibe „grundsätzlich“ für den Wettbewerb offen; nur dort, wo die Telekom selbst Vectoring einsetzen will, seien Beschränkungen notwendig.

Mehr zum Thema

Reaktionen der Konkurrenten fielen zurückhaltend aus. Auf den ersten Blick habe die Telekom wichtige Forderungen berücksichtigt; allerdings müsse der Antrag noch im Einzelnen geprüft werden, hieß es vom Branchenverband VATM. Der Bundesverband Glasfaseranschluss vermutet Hintergedanken, skeptisch zeigte sich auch der Breko. Die Bundesnetzagentur forderte die Branche auf, nach einvernehmlichen Lösungen zu suchen und so den Regulierungsbedarf auf das unbedingt notwendige Maß zu beschränken.

Stellungnahme bis 21. Januar möglich

Bis zum 21. Januar können Unternehmen und Verbände zu dem Antrag Stellung nehmen, danach gibt es eine mündliche Verhandlung. Wie die Telekom erläuterte, sollen andere Unternehmen, die schon Kabelverzweiger mit eigenen Glasfaserleitungen erschlossen haben, die Möglichkeit erhalten, dort ebenfalls Vectoring einzusetzen.

Die Erschließung neuer Gebiete durch Wettbewerber sei „grundsätzlich“ möglich, wenn diese - ebenso wie die Telekom - anderen Unternehmen die Nutzung der neuen Anschlüsse ermöglichten, heißt es dazu von der Telekom. Sie will dafür ein neues Vorprodukt zur Verfügung stellen, mit dem auch Wettbewerber die schnellen Leitungen zu den Endkunden anmieten könnten. Über den Vorleistungspreis würde erst später entschieden.

Quelle: FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Kartellverfahren Google entkam knapp härterer Strafe

Der Fall ist zwei Jahre alt: Google hat Suchergebnisse manipuliert, um seine eigenen Dienste besser zu verkaufen als die von Wettbewerbern. Das Urteil ist damals milde ausgefallen. Doch jetzt kommt heraus, dass der Konzern nur knapp einer Klage entkommen ist. Mehr Von Roland Lindner

20.03.2015, 16:46 Uhr | Wirtschaft
Havanna Zigarrenfestival in Kuba

Wer hat die längste Aschesäule? Beim Zigarrenfestival in der kubanischen Hauptstadt Havanna müssen die Wettbewerber ihre Zigarre möglichst perfekt abrauchen, ohne dass die Asche herunterfällt. Mehr

27.02.2015, 11:54 Uhr | Gesellschaft
Mittelstandsanleihen-Ticker Anleger verklagen Creditreform wegen Mox-Telecom-Rating

Das Rating der Immobilienentwickler Stern und Hahn sinkt auf BBB-. Steilmann-Boecker begibt eine neue Anleihe. Mehr

16.03.2015, 13:16 Uhr | Finanzen
Letztes Quartal 2014 Apple mit Rekordumsatz

Der amerikanische Technik-Konzern Apple hat einen Rekord geknackt: Der Umsatz des letzten Quartals im Jahr 2014 lag bei fast 75 Milliarden Dollar. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Steigerung um knapp 30 Prozent. Noch nie hat ein Unternehmen so viel Geld in so kurzer Zeit eingenommen. Mehr

28.01.2015, 10:26 Uhr | Wirtschaft
Digitalkonferenz SXSW Deutschland zeigt in Texas Flagge

Ein Hamburger Unternehmen gewinnt den Gründerwettbewerb auf dem Digitalfestival South by Southwest. Und die Deutschen machen in Austin auch anderweitig von sich reden. Mehr Von Roland Lindner

16.03.2015, 08:13 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 19.12.2012, 16:55 Uhr

Gerechtigkeit in der Lebensversicherung

Von Philipp Krohn

Durch zusätzliche Polster subventionieren jüngere Verträge die Policen aus der Vergangenheit. Diese Praxis halten Verbraucherschützer angesichts der über Jahre hohen Überschüsse der Versicherer für unfair. Was sie dabei übersehen. Mehr 4 4


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Wo es den meisten Urlaub gibt

In Deutschland haben Arbeitnehmer gesetzlich einen Urlaubsanspruch von 24 Tagen. Wie es in anderen Ländern ist, zeigt unsere Grafik des Tages. Mehr 3

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden