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Urabstimmung Eon-Mitarbeiter entscheiden sich für Streik

 ·  Sehr deutlich haben sich die Mitarbeiter des Energiekonzerns Eon am Freitag in einer Urabstimmung für einen Streik ausgesprochen. Es wäre der erste unbefristete Ausstand in der Unternehmensgeschichte.

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Die Beschäftigten des Energiekonzerns Eon wollen wegen des derzeitigen Tarifstreits am kommenden Montag erstmals in der Unternehmensgeschichte in einen unbefristeten Streik treten. Während einer Urabstimmung an diesem Freitag hätten sich 91,4 Prozent der Mitglieder für den Arbeitskampf ausgesprochen, teilte die Gewerkschaft Verdi am Freitag mit.

Gestreikt werden soll nach Gewerkschaftsangaben sowohl in der Energieerzeugung als auch im Service- und Abrechnungsbereich. Die Bürger müssten aber keine Versorgungsengpässe befürchten; niemand müsse im Kalten sitzen, da die Fernwärmelieferungen aufrecht erhalten würden.

Von Seiten des Unternehmens war zuvor angesichts der Streikpläne vor einem Risiko für die Versorgungssicherheit gewarnt worden. Jedes Kraftwerk, das am Netz sei, sei wichtig, sagte ein Unternehmenssprecher. Zwar sei Eon auf einen Arbeitskampf vorbereitet. Stromausfälle ließen sich trotzdem „nicht endgültig ausschließen“. Die Versorgungssicherheit hänge beispielsweise auch von der Wetterlage ab. Eine Sprecherin der Bundesnetzagentur sagte, die Behörde behalte die Versorgungssicherheit auch vor dem Hintergrund der Tarifauseinandersetzung im Auge.

Nach der Entscheidung für den unbefristeten Streik forderte das Unternehmen die Beschäftigten zu neuen Verhandlungen auf. „Wir hoffen sehr, dass wir noch vor Beginn eines möglichen Streiks an den Verhandlungstisch zurückkehren und eine für beide Seiten tragbare Lösung erreichen können“, sagte Eon-Personalvorstand Regine Stachelhaus am Freitag laut Mitteilung.

Eon habe immer wieder deutliche Kompromiss- und Bewegungsbereitschaft erklärt. „Wir müssen jetzt dringend weiter miteinander sprechen und eine Lösung finden, die einen Streik vermeidet.“

Gewerkschaften fordern 6,5 Prozent mehr Lohn

Die Gewerkschaften Verdi und IG BCE fordern für die rund 30.000 Beschäftigten von Eon in Deutschland 6,5 Prozent mehr Lohn. Eon hatte zuletzt 1,7 Prozent angeboten. Verdi und IG BCE verlangen auch eine Übernahme von Lehrlingen und Tarifbindung ausgelagerter Sparten.

Der Unmut der Beschäftigten hatte sich schon länger abgezeichnet. Bereits Mitte des Monats hatte es Warnstreiks in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern gegeben.

Ohnehin schwierige Zeiten

Die Streiks belasten Eon in einer ohnehin schwierigen Zeit. Das Unternehmen leidet unter der Energiewende in Deutschland und der sinkenden Stromnachfrage in Südeuropa. Unter anderem deshalb rechnet der Konzern für das angefangene Jahr mit einem deutlichen Gewinnrückgang. Eon prüft die Schließung konventioneller Kraftwerke und reduziert die Investitionen. Auf der ganzen Welt will der Konzern rund 11.000 Stellen abbauen.

Ein Streik droht auch beim Energiekonzern RWE. Die Gewerkschaften hatten die Verhandlungen mit dem Eon-Konkurrenten am Montagabend einstweilen abgebrochen. Sie wollen am Dienstag nächster Woche über weitere Schritte beraten. Auch RWE ist von sinkenden Margen betroffen. Bei dem Unternehmen sollen rund 10.000 Stellen wegfallen.

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