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Unterschiedliche Preisvorstellungen Evonik sagt Börsengang ab

 ·  Auch der dritte Anlauf des Essener Chemiekonzerns ist gescheitert. Die RAG-Stiftung als Mehrheitseigentümer hat nun offiziell erklärt, dass die Preisvorstellungen des Konzers und der potentiellen Investoren zu weit auseinander lägen.

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Evonik hat den für Ende Juni geplanten Börsengang abgesagt. Infolge der hohen Unsicherheit der Märkte sei der derzeit erzielbare Preis zu weit von einer angemessenen Bewertung des Unternehmens entfernt, teilte die RAG-Stiftung als Mehrheitseigentümer am Montag mit. „Evonik ist nach wie vor in glänzender Verfassung; ihr Börsengang kann aber erst ins Auge gefasst werden, wenn die Lage auf den Finanzmärkten einen angemessenen Erlös ermöglicht“, hieß es in der Erklärung der Stiftung.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte bereits am Freitag berichtet, dass der Börsengang scheitern wird. Schon Ende vergangener Woche stand nämlich fest, dass es den Konsortialbanken Deutsche Bank und Goldman Sachs nicht gelungen war, Investoren für einen Zeichnungspreis zu gewinnen, der den Vorstellungen der beiden Evonik-Eigentümer entspricht.

Die RAG-Stiftung ist mit knapp 75 Prozent Hauptaktionär von Evonik. Der britische Finanzinvestor CVC besitzt 25 Prozent und eine Aktie und hat für dieses Paket 2008 der RAG-Stiftung 2,4 Milliarden Euro bezahlt. Beide wollten zusammen bis zu 30 Prozent des Evonik-Kapitals am Kapitalmarkt plazieren. Es sollte mit annähernd 5 Milliarden Euro Platzierungsvolumen der größte deutsche Börsengang seit langem werden.

Drang an die Weltspitze

Evonik beschäftigt 33.000 Mitarbeiter und setzt 14,5 Milliarden Euro im Jahr um. Der Konzern produziert hochwertiges Vormaterial für die Nahrungsmittel- und Tierfutterindustrie, für Pharma und Kosmetik, aber auch energiesparende Grundstoffe zum Beispiel für Reifenhersteller. Bei vielen seiner Spezialitäten will sich Evonik an die Weltmarktspitze vorarbeiten. Diese Expansion sollte ursprünglich durch einen Teil des Geldes aus dem Börsengang beschleunigt werden.

Ein anderer Teil des Erlöses sollte der RAG-Stiftung zur Finanzierung der „Ewigkeitslasten“ nach dem Auslaufen des deutschen Steinkohlenbergbaus im Jahr 2018 dienen. Dazu gehören etwa die Kosten für das auch nach der Stilllegung der letzen Zechen weiterhin notwendige Absenken des Grundwasserspiegels im Ruhrgebiet. Denn durch den Steinkohlebergbau sind Teile des Reviers so tief abgesunken, dass sich die Region ohne die Arbeit der großen Pumpanlagen in eine Seenlandschaft verwandeln würde.

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