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Unternehmensberater Roland Berger und Deloitte sagen Fusion wieder ab

 ·  Die beiden Unternehmensberatungen Deloitte und Roland Berger werden sich doch nicht zu einem Branchen-Gigant zusammenschließen. Die Gespräche über den geplanten Zusammenschluss sind beendet, teilte Deloitte mit.

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Der geplante Zusammenschluss der Unternehmensberatungen Roland Berger und Deloitte kommt nicht zustande. „Die Unternehmen haben beschlossen, die Verhandlungen nicht weiterzuführen und diese beendet“, teilte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte am Sonntag mit. Am Samstag hatten sich nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schon 148 der 154 anwesenden Partner von Roland Berger auf einem Treffen in Frankfurt gegen den Plan von Unternehmenschef Martin Wittig und vom Aufsichtsratsvorsitzenden Burkhard Schwenker ausgesprochen.

Das Abstimmungsergebnis fiel auch deshalb so deutlich aus, weil Wittig seinen Partnern ein alternatives Szenario aufzeigen konnte, das die Unabhängigkeit der 1967 gegründeten Beratungsfirma gewährleistet: Firmengründer Roland Berger, der vor Jahren schon einmal 50 Millionen Euro aus seinem Privatvermögen eingebracht hatte, erklärte sich vor dem Treffen in der Frankfurter „Villa Kennedy“ bereit, einen „hohen zweistelligen Millionenbetrag“ als Finanzierung zu gewähren. Damit soll eine internationale Expansionsstrategie der überwiegend auf Kontinentaleuropa beschränkten Unternehmensberatung ermöglicht werden. Auch Wittig und Schwenker stellten den Partnern Geld in Aussicht. Mitte Dezember wollen Wittig und Schwenker die Partner auf einem weiteren Treffen über den Strategieschwenk informieren. Dass beide mit ihrem ursprünglichen Vorhaben gescheitert sind, wird in der Partnerschaft angeblich weniger kritisch gesehen, zumal sie das volle Vertrauen von Gründer Roland Berger genießen.

Der neue Alleingang dürfte kostspielig werden: Insgesamt müssen sämtliche Partner von Roland Berger für diese sogenannte Stand-alone-Lösung wohl einen Betrag in dreistelliger Millionenhöhe aufbringen - wobei in den kommenden Jahren eher 100 Millionen als 300 Millionen Euro für den Aufbau neuer Repräsentanzen und das Abwerben internationaler Beraterteams nötig seien, hieß es aus dem Umfeld von Roland Berger.

Ein Zusammenschluss mit Deloitte hätte Roland Berger dagegen auf einen Schlag eine flächendeckende Präsenz auf den wichtigsten Märkten der Welt beschert. Gerade in Amerika und England, aber auch in einigen Ländern Asiens ist Roland Berger nur unzureichend vertreten, um global agierende Konzerne kompetent beraten zu können. Für Unternehmenschef Wittig ist McKinsey das Vorbild: „In der Internationalisierung hat McKinsey mit vielen Jahrzehnten Vorsprung ohne Zweifel einen tollen Job gemacht - Chapeau“, hatte Wittig vor kurzem noch der F.A.Z. (siehe auch: Roland-Berger-Chef Wittig: „So schnell tritt der Papst nicht zurück“) gesagt. Gemeinsam mit Deloitte wäre die neue Firma „Roland Berger Deloitte Strategy Consultants“ hinter McKinsey die Nummer zwei in der Beratungsbranche geworden. Allerdings hätte Roland Berger auch die Unabhängigkeit verloren.

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Jahrgang 1968, Wirtschaftskorrespondent in München.

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