Home
http://www.faz.net/-gqi-z6dt
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Unternehmen Der XL-Aufschwung trägt weiter

05.05.2011 ·  Die deutschen Unternehmen glänzen zum Jahresauftakt mit Rekordgewinnen: BMW spricht vom besten Jahresauftakt aller Zeiten. Auch Daimler, Audi und Siemens jubeln. Nur die Energieversorger haben Kummer.

Von Carsten Knop
Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Die deutsche Wirtschaft brummt. Was der Bundeswirtschaftsminister schon vor einiger Zeit mit dem Schlagwort „XL-Aufschwung“ belegt hat, beweisen die Quartalszahlen der großen deutschen Unternehmen. Soeben hat BMW vom besten Jahresauftakt aller Zeiten berichtet. Der Gewinn wurde in den ersten drei Monaten beinahe vervierfacht. Wie die Konkurrenz von Daimler und Audi profitiert auch BMW von der auf der ganzen Welt wachsenden Nachfrage nach teuren Limousinen und Geländewagen. Siemens wiederum freut sich über viele Bestellungen von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien. Der Konzern hat seine Jahresprognose wegen glänzender Geschäfte mit Windkraftanlagen, Stromnetzen und Industrieausrüstung kräftig angehoben. Sorgen um die amerikanische Konjunktur treiben die Börse um, die deutschen Unternehmen bisher aber kaum.

Und der Aufschwung erfasst die deutsche Industrie in ihrer ganzen Breite. Denn auch die Geschäftslage des deutschen Mittelstands ist so gut wie noch nie in den vergangenen 15 Jahren. Dies zeigt die Frühjahrs-Mittelstandsumfrage der DZ Bank. Dementsprechend optimistisch treten die Vorstandsvorsitzenden auf: „Wir sind stark in das neue Jahr gestartet“, sagt Norbert Reithofer, der Vorstandsvorsitzende von BMW: „Für uns ist das jedoch nur ein Zwischenschritt.“ Auch im gesamten Jahr will BMW Bestmarken setzen. Zuvor hatte sich Daimler über einen Gewinnsprung von fast 100 Prozent gefreut, was den Daimler-Chef Dieter Zetsche zu der Aussage motivierte: „Wir liegen damit deutlich über Plan und bestätigen den positiven Ausblick für das Geschäftsjahr 2011.“

Großaufträge für Windanlagen und Stromübertragungstechnik

Doch nicht nur Luxus läuft. Auch Volkswagen geht es blendend. Der Gewinn der ersten drei Monate ist von zuvor einer knappen halben Milliarde auf 1,7 Milliarden Euro gesprungen. Auch die Umsatzdynamik kann sich mit einem Plus von 30,8 Prozent auf 37,5 Milliarden Euro sehen lassen.

Außerhalb der Autoindustrie kletterte für Siemens das Volumen der Neubestellungen im vergangenen Quartal dank der zahlreichen Großaufträge für Windanlagen und Stromübertragungstechnik um gut ein Viertel auf knapp 21 Milliarden Euro. „Es hat in dem Bereich einen Schub nach den Ereignissen in Japan gegeben“, sagte Finanzvorstand Joe Kaeser. Die Münchner streben nun einen Gewinn im laufenden Geschäftsjahr von mindestens 7,5 Milliarden Euro an. Das entspricht auf vergleichbarer Basis einem Zuwachs von drei Vierteln gegenüber dem Vorjahr.

Derweil gelingt es dem Konsumgüterhersteller Henkel, steigende Rohstoffkosten an seine Kunden weiterzugeben. Nur der Handelskonzern Metro leidet beim Umsatz des ersten Quartals ein wenig unter dem späten Ostergeschäft, freut sich aber immerhin über Erfolge seines eigenen Sparprogramms.

Deprimiert sind deshalb eigentlich nur die Energieversorger wie Eon und RWE, die ihren Aktionären angesichts der energiepolitischen Ereignisse nach der Reaktorhavarie im japanischen Fukushima keine guten Nachrichten, sondern nur Ergebnisbelastungen zu berichten haben. Der Finanzsektor hingegen präsentiert sich runderneuert: Besonders die Zahlen der Deutschen Bank begeisterten die Anleger, hatte sie doch mit gut 2 Milliarden Euro Gewinn die zweitbesten Quartalszahlen ihrer Geschichte erreicht. Das gute Resultat im Privatkundengeschäft sorgte für die größte Freude. Und auch die Commerzbank konnte von einem Gewinnsprung berichten.

Die meisten Unternehmen bauen damit auf ein schon erfreuliches Jahr 2010 auf, in dem sich die im Dax vertretenen Konzerne über einen Anstieg des operativen Ergebnisses vor Zinsen und Steuern von im Durchschnitt 66 Prozent freuen durften. Besonders erfolgreich waren auch 2010 die Automobilunternehmen.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

Jüngste Beiträge

Logisches Ende

Von Susanne Preuß

Die Schlecker-Filialen werden geschlossen, die Mitarbeiter stehen auf der Straße. Eine bittere Nachricht für die Beschäftigten. Aber es gibt auch ein gutes Fazit aus dem Ende der Drogeriekette. Mehr 10 32

01.06.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.050,29 −3,42%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.319,85 −3,26%
Dow Jones 12.118,60 −2,22%
EUR/USD 1,2433 +0,58%
Rohöl Brent Crude 98,82 $ −2,76%
Gold 1.606,00 $ +3,08%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.