Home
http://www.faz.net/-gqi-777pk
Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Unterhaltungselektronik Smartphones laufen Fernsehern den Rang ab

 ·  Zum ersten Mal geben die Deutschen mehr Geld für internetfähige Mobiltelefone aus als für Fernseher. Das Geschäft mit TV-Geräten stagnierte im vergangenen Jahr sogar.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (4)

Die fernsehvernarrten Deutschen haben ein neues elektronisches Lieblingsspielzeug: Im vergangenen Jahr gaben die Konsumenten erstmals mehr Geld für Smartphones aus als für TV-Geräte, teilte die Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (gfu) mit. Der Umsatz mit den internetfähigen Mobiltelefonen kletterte um ein Drittel auf 6,8 Milliarden Euro. Der Markt für Tablet-PCs verdoppelte sich annähernd auf 1,4 Milliarden Euro.

Das Geschäft mit Fernsehern stagnierte indes in Höhe von knapp sechs Milliarden Euro. Entgegen den Voraussagen wurde 2012 nicht die ersehnte Absatzmenge von zehn Millionen Geräten erreicht. Auch im laufenden Jahr werde die Branche diese runde Marke nicht knacken können, prognostizierte gfu-Aufsichtsratschef Hans-Joachim Kamp.

Videospiele und Auto-Zubehör brachen ein

Die Zuwächse des gesamten Markts für Verbraucherelektronik im vergangenen Jahr sind ohnehin nur der Popularität von Smartphones und Tablet-PCs zu verdanken. Insgesamt seien die Umsätze mit Unterhaltungselektronik, Telekommunikation und Informationstechnologie um knapp vier Prozent auf 28,8 Milliarden Euro gestiegen, hieß es von der gfu. „Ich muss offen eingestehen, dass ist etwas geringer als wir prognostiziert hatten“, sagte Kamp. Vor allem das Weihnachtsgeschäft sei nicht so einträglich gewesen, wie es die Branche erhofft hatte.

Abgesehen von den beiden Gerätegruppen und der Audio- und Satellitentechnik scheint das Interesse der Deutschen an digitalen Apparaten langsam zu erkalten. Manche Produktsegmente wie etwa Videospiele, Auto-Zubehör oder Camcorder brachen regelrecht ein.

Deutsche Hersteller spielen in Deutschland kaum eine Rolle

Für das laufende Jahr zeigte sich Kamp dennoch optimistisch. Der Branchenumsatz werde um rund zwei Prozent auf 29,4 Milliarden Euro steigen, sagte der gfu-Chef voraus. Handel und Hersteller müssen sich dafür allerdings anstrengen.

Sondereffekte wie große Sportspektakel oder die Abschaltung des analogen Satelliten-Signals fehlen 2013. Hersteller aus Deutschland - einst die Wiege der Unterhaltungselektronik - spielen in ihrem Heimatmarkt praktisch keine Rolle mehr. Der Anteil der letzten verbliebenen Anbieter wie Loewe, Metz oder TechniSat sei sehr gering, sagte Kamp.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Der Staat schafft keine Suchmaschine

Von Carsten Knop

Soll eine deutsche Suchmaschine mit Hilfe von Subventionen entstehen? So würde nur Geld verschwendet. Der Machtkampf am Markt wird es regeln. Und Deutschland darf die Innovation nicht mehr als Bedrohung empfinden. Mehr 7 7


Wichtigste Werte
Name Kurs Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  F.A.Z.-Anleih… --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
  Bund Future --  --