http://www.faz.net/-gqe-777pk

Unterhaltungselektronik : Smartphones laufen Fernsehern den Rang ab

  • Aktualisiert am

Smartphones sind das neue elektronische Lieblingsspielzeug der Deutschen. Bild: REUTERS

Zum ersten Mal geben die Deutschen mehr Geld für internetfähige Mobiltelefone aus als für Fernseher. Das Geschäft mit TV-Geräten stagnierte im vergangenen Jahr sogar.

          Die fernsehvernarrten Deutschen haben ein neues elektronisches Lieblingsspielzeug: Im vergangenen Jahr gaben die Konsumenten erstmals mehr Geld für Smartphones aus als für TV-Geräte, teilte die Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (gfu) mit. Der Umsatz mit den internetfähigen Mobiltelefonen kletterte um ein Drittel auf 6,8 Milliarden Euro. Der Markt für Tablet-PCs verdoppelte sich annähernd auf 1,4 Milliarden Euro.

          Das Geschäft mit Fernsehern stagnierte indes in Höhe von knapp sechs Milliarden Euro. Entgegen den Voraussagen wurde 2012 nicht die ersehnte Absatzmenge von zehn Millionen Geräten erreicht. Auch im laufenden Jahr werde die Branche diese runde Marke nicht knacken können, prognostizierte gfu-Aufsichtsratschef Hans-Joachim Kamp.

          Videospiele und Auto-Zubehör brachen ein

          Die Zuwächse des gesamten Markts für Verbraucherelektronik im vergangenen Jahr sind ohnehin nur der Popularität von Smartphones und Tablet-PCs zu verdanken. Insgesamt seien die Umsätze mit Unterhaltungselektronik, Telekommunikation und Informationstechnologie um knapp vier Prozent auf 28,8 Milliarden Euro gestiegen, hieß es von der gfu. „Ich muss offen eingestehen, dass ist etwas geringer als wir prognostiziert hatten“, sagte Kamp. Vor allem das Weihnachtsgeschäft sei nicht so einträglich gewesen, wie es die Branche erhofft hatte.

          Abgesehen von den beiden Gerätegruppen und der Audio- und Satellitentechnik scheint das Interesse der Deutschen an digitalen Apparaten langsam zu erkalten. Manche Produktsegmente wie etwa Videospiele, Auto-Zubehör oder Camcorder brachen regelrecht ein.

          Deutsche Hersteller spielen in Deutschland kaum eine Rolle

          Für das laufende Jahr zeigte sich Kamp dennoch optimistisch. Der Branchenumsatz werde um rund zwei Prozent auf 29,4 Milliarden Euro steigen, sagte der gfu-Chef voraus. Handel und Hersteller müssen sich dafür allerdings anstrengen.

          Sondereffekte wie große Sportspektakel oder die Abschaltung des analogen Satelliten-Signals fehlen 2013. Hersteller aus Deutschland - einst die Wiege der Unterhaltungselektronik - spielen in ihrem Heimatmarkt praktisch keine Rolle mehr. Der Anteil der letzten verbliebenen Anbieter wie Loewe, Metz oder TechniSat sei sehr gering, sagte Kamp.

          Quelle: Reuters

          Weitere Themen

          Der Hörsaal-Roboter Video-Seite öffnen

          „Pepper“ : Der Hörsaal-Roboter

          An der Philipps-Universität in Marburg nimmt ein Roboter den Platz des Dozenten ein. Die Studierenden stört das nicht.

          Flughafen erzwingt Zwischenstopp Video-Seite öffnen

          Air Berlin : Flughafen erzwingt Zwischenstopp

          Eine Maschine der insolventen Fluglinie musste auf dem isländischen Flughafen Keflavik am Boden bleiben. Die Flughafengesellschaft teilte mit, Air Berlin habe Flughafengebühren nicht bezahlt.

          Topmeldungen

          Krise in Katalonien : Mit harter Hand gegen die Separatisten

          Die Zentralregierung greift härter als erwartet durch, aus Protest gehen hunderttausende Katalanen auf die Straße. Regionalpräsident Puigdemont bezeichnet Madrids Vorgehen gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens als „schlimmste Attacke“ gegen die Region seit der Franco-Diktatur.
          Thomas Mayer ist Gründungsdirektor des Flossbach von Storch Research Institutes und Professor an der Universität Witten/Herdecke.

          Mayers Weltwirtschaft : Griechenlands Bankrott

          Es ist nicht zu erwarten, dass Griechenland seine Schulden jemals zurückzahlen wird. Europa muss aufhören, sich etwas vorzumachen.

          Parlamentswahl in Tschechien : Populist Babis klarer Sieger

          Nichts scheint Andrej Babis aufzuhalten. Trotz zahlreicher Affären gewinnt der umstrittene Milliardär die Wahl in Tschechien klar. Wohin steuert der „tschechische Donald Trump“ das Land in der Mitte Europas nun?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.