21.06.2009 · Hochauflösende Bilder in 3D-Optik. Darauf setzt Panasonic im kommenden Jahr. In Europa nimmt der Konzern jetzt aber auch Kühlschränke und Waschmaschinen ins Programm. Auch sollen bald wieder Handys angeboten werden - verrät der neue Europachef Laurent Abadie im F.A.Z.-Interview.
Hochauflösende Bilder in 3D-Optik. Darauf setzt Panasonic im kommenden Jahr. In Europa nimmt der Konzern jetzt aber auch Kühlschränke und Waschmaschinen ins Programm. Auch sollen bald wieder Handys angeboten werden - verrät der neue Europachef Laurent Abadie im F.A.Z.-Interview.
Herr Abadie, während der Rest der Wirtschaft unter der Krise ächzt ist die Nachfrage nach Geräten der Unterhaltungselektronik offenbar fast ungebrochen. Woran liegt das?
Der Markt für Flachbildschirme, digitale Kameras oder BluRay-Abspielgeräte zeigt weiterhin positive Wachstumszahlen. Die Leute sparen offenbar an anderen Ecken und machen es sich dann zu Hause aber richtig schön. So sorgt dieser auch als Cocooning bezeichnete Effekt für steigenden Umsatz.
Und das geht auch so weiter?
Wir haben in Deutschland zum Beispiel erst eine Penetration von 48 Prozent mit flachen Fernsehern. Daher gehe ich davon aus, dass die Nachfrage weiterhin hoch sein wird. Es kommt aber eine weitere Tendenz hinzu, die Unternehmen wie Panasonic hilft. Wir sehen eine klare Zweiteilung des Marktes. Auf der einen Seite kaufen die Leute oft im Einsteigersegment. Auf der anderen Seite setzen viele Kunden aber auch auf die Geräte am oberen Ende des Marktes und wollen eine hohe Qualität. Wir sehen einen rasanten Anstieg der Nachfrage nach Geräten in diesem Preissegment. In der Mitte des Marktes aber geht die Nachfrage zurück. Diesen Trend sehen wir in ganz Europa und über praktisch alle Produktgruppen.
Gibt es denn regionale Unterschiede in Europa?
Vor allem in Deutschland wächst die Nachfrage weiter kräftig.
Aber irgendwann hat doch jeder einen flachen Fernseher? Oder auch zwei.
Es kommt so viele neue Technik auf den Markt. So wird Panasonic während der nächsten Ifa im September in Berlin hoch auflösende (HD) Fernseher präsentieren, die räumliche 3D-Bilder liefern. Die kommen im Jahr 2010 auf den Markt. Dazu kommen auch die energiesparenden Oled-Bildschirme. Hier dauert es aber wohl noch ein paar Jahre, bis größere Formate erreicht werden.
Dann kaufen alle einen 3D-Bildschrim und sitzen mit den komischen Brillen vor dem Fernseher?
Man braucht noch spezielle Brillen, die aber haben sich sehr verändert seit es diese rot-grünen Exemplare vor Jahren gab. Sie sind viel leichter.
Und was werden die Fernseher kosten?
Sie werden nicht sehr viel teurer sein als heutige Premiumgeräte. Wir haben in unseren aktuellen Plasmafernsehern heute schon sehr schnelle Grafikchips. Diese Technik ist auch in der Lage, zwei Fernsehbilder gleichzeitig zu verarbeiten – wie es für den 3D-Effekt notwenig ist.
Und wo kommen die Inhalte her?
Schon heute werden viele Filme mit zwei Kameras gedreht und sind damit auf 3D vorbereitet. Auch Sportveranstaltungen sehen in 3D sehr gut aus. Wir liefern übrigens auch die Ausrüstung für solche Produktionen. Ich gehe davon aus, dass der 3D-Trend in den Kinos beginnen wird. Später wollen die Leute es dann auch zu Hause haben.
Ist 3D also der nächste große Trend?
Natürlich werden die Geräte auch immer flacher, das Internet kommt auf den Fernseher und BluRay liefert hoch auflösende Bilder von der gleichnamigen DVD-Nachfolger-Scheibe. Aber für das Jahr 2010 ist 3D der große Trend.
Apropos BluRay: Ist Panasonic mit dem Absatzerfolg zufrieden?
Unsere Erwartungen haben sich bisher erfüllt. Es stimmt aber, dass die Geräte noch recht teuer sind. Im vergangenen Jahr lagen die Preise noch zwischen 350 und 400 Euro. Jetzt sind es rund 150 bis 200 Euro. Damit ist der wichtige Preispunkt von 200 Euro unterschritten, was zu einer stärkeren Nachfrage auf dem Massenmarkt führen wird.
Jetzt versucht Panasonic auch mit der „weißen Ware“ in Europa Fuß zu fassen?
Wir sind vor wenigen Wochen mit den ersten Geräten gestartet und werden zur Ifa weitere Produkte präsentieren.
Sie haben also Kühlschränke und Waschmaschinen aus dem Sortiment in Japan eingepackt und stürmen jetzt den europäischen Markt?
Nein. Die Geräte sind speziell für Europa konzipiert. Das gilt sowohl für das Design als auch für die Ausstattung. Sie brauchen hier zum Beispiel kein Sushi-Fach im Kühlschrank. Dafür lieben die Deutschen eine Waschmaschine erst, wenn sie ein gewisses Gewicht hat. Das wird mit Qualität assoziiert. Also haben wir in den Geräten für Europa mehr Metall verbaut. Insgesamt gilt aber, dass wir auch bei den Geräten für Europa auf die niedrigsten Verbrauchswerte für Strom oder Wasser kommen.
Den Preisen nach zu urteilen zielt Panasonic auch in diesem Geschäft eher auf das höhere Segment des Marktes.
Das stimmt. Wir setzen auf Leute, die ihre alten Geräte austauschen und in diesem Moment auf eine hohe Qualität und eine sehr gute Energie-Effizienz der Produkte achten. Vor allem die deutschen Kunden setzen sehr auf Qualität.
Welche Erwartungen haben sie denn an das europäische Geschäft mit der „weißen Ware“?
Das ist für uns eine langfristige Investition. Wir gehen Schritt für Schritt vor und wissen, dass es eine Zeit dauert, bevor wir uns hier mit diesen Produkten etablieren können. Dazu ist Panasonic aber bereit.
Was mit weißer Ware geht, kann auch mit Mobiltelefonen klappen. Sie sind vor einigen Jahren aus diesem Geschäft in Europa ausgestiegen. Kommen Panasonic-Handys zurück nach Europa?
Definitiv ja. Wenn die Netze der nächsten Mobilfunkgeneration, die auch als LTE oder 4G bezeichnet wird, installiert sind, werden wir mit Mobiltelefonen wieder nach Europa zurückkehren. Das werden aber weniger die klassischen Handys sein. Vielmehr werde es mobile Plattformen für Kommunikation sein, die wir dann anbieten werden. Das kann aber noch etwas dauern.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |