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Unruhige Märkte Schott Solar sagt Börsengang ab

08.10.2008 ·  Das Mainzer Solarunternehmen Schott Solar sagt seinen Börsengang ab. Die Emission werde auf unbestimmte Zeit verschoben. Dem war ein langes Hin und Her vorangegangen, da das Unternehmen schon zuvor gezögert hatte in dem unruhigen Marktumfeld den Börsengang zu wagen.

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Das Mainzer Solarunternehmen Schott Solar sagt seinen Börsengang ab. Die Emission werde auf unbestimmte Zeit verschoben, sagte ein Sprecher der Gesellschaft am Mittwoch. Das Umfeld sei „umwerfend schlecht“. Dies sei zu Beginn des Prozesses für den Börsengang nicht absehbar gewesen. Dieser hätte nach mehreren Verzögerungen an diesem Donnerstag (9. Oktober) über die Bühne gehen sollen.

„Dass wir mit unserem Geschäftsmodell und der Umsetzung unserer Strategie auf dem richtigen Weg sind, hat uns das durchweg positive Investoren-Feedback gezeigt. Ein sich in so kurzer Zeit derart verschlechterndes Kapitalmarktumfeld war nicht absehbar und lässt einen für alle Beteiligten erfolgreichen Börsengang momentan nicht zu. Trotzdem wollen wir unsere Expansionspläne auch weiterhin konsequent umsetzen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende, Martin Heming.

Bedenken von Marktteilnehmern schon am Mittwoch

Der Börsengang wäre der bislang größte dieses Jahres in Deutschland gewesen. Schott Solar erhoffte sich einen Bruttoerlös von bis zu 546 Millionen Euro. Mit dem Geld wollte das Unternehmen den Ausbau der Produktion im In- und Ausland vorantreiben. Schott Solar fertigt Komponenten für Solarkraftwerke sowie Photovoltaikprodukte wie Solarzellen und -module.

Marktteilnehmer hatten am Mittwoch Bedenken geäußert, ob die Pläne tatsächlich umgesetzt werden. „Es ist ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt für einen IPO (Initial Public Offering, zu deutsch: erstes öffentliches Angebot)“, sagte Christian Falkner vom Wertpapierhändler Alpha. „Wenn sie es nicht unbedingt nötig haben, dann werden sie es wohl lassen“, lautete sein Fazit.

Langes Hin und Her

Die Frist, zur Zeichnung der Aktien der Schott Solar AG war zuvor bereits um eine Woche verlängert worden. Den Schritt hatte das Mainzer Solarunternehmen damals schon mit den aktuellen Unruhen an den Kapitalmärkten begründet.

Dem war ein langes Hin und Her vorangegangen, da das Unternehmen schon zuvor gezögert hatte in dem unruhigen Börsenumfeld den Börsengang zu wagen. Ende September war dann aber die Entscheidung gefallen, den Börsengang trotz allem zu wagen.

Trotz der schlechten Nachrichten glaubt auch Bahn-Vorstand Mehdorn fest an seinen Börsengang, der in drei Wochen, am 27. Oktober, ansteht. Aufgeben will er so kurz vor dem Ziel nicht, nachdem es ihn Jahre kostete, den Börsengang überhaupt politisch durchzusetzen. „Ich bin kein Handtuchwerfer“, versichert er.

Im Vergleich zu Schott Solar ist die Deutsche Bahn jedoch ein riesendicker Fisch. In Deutschland ist der Bahn-Börsengang der größte seit der Post-Privatisierung im Jahr 2000. Auch im internationalen Vergleich ist das Vorhaben dieses Jahr fast konkurrenzlos (siehe auch: Bahn-Privatisierung: Schwere Zeiten für einen Börsengang).

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Von Heike Göbel

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