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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Unrentable Stromproduktion Kraftwerke abschalten? Gar nicht so einfach!

Weil der Ökostrom boomt, lohnen sich viele Kraftwerke nicht mehr. Einige Stromversorger drohen mit Abschaltung. Doch sie können gezwungen werden, die Kraftwerke am Netz zu lassen.

© ZB Kühltürme eines Kohlekraftwerks

Mehrere Konzerne und Stadtwerke überprüfen laut einem Pressebericht die Wirtschaftlichkeit Dutzender ihrer Kraftwerke.  Zu schaffen mache den Versorgern, dass ihre Kraftwerke wegen des anhaltenden Booms beim Ökostrom immer seltener am Netz seien. Das wachsende Stromangebot lasse den Börsenpreis so stark fallen, dass sich ihr Betrieb nicht mehr lohne. Die Erzeugungskosten lägen über den Verkaufspreisen. Versorger und Stadtwerke zahlten deshalb immer häufiger drauf,  berichtet die „Süddeutschen Zeitung“.

Helmut  Bünder Folgen:

Tatsächlich sind bei der Bundesnetzagentur nach Angaben einer Sprecherin bisher Planungen für die Abschaltung von 15 Kraftwerken (Kohle- und Gas) gemeldet worden. Darunter sind auch einige Anlagen in Süddeutschland, wo die Stromversorgung ohnehin angespannt ist.

Wird ein Kraftwerke als „systemrelevant“ eingestuft, kann die Netzagentur anordnen, dass es weiter betrieben werden muss

Doch das Abschalten ist nicht so einfach: „Kraftwerksstilllegungen zum gegenwärtigen Zeitpunkt würden die Gefahr von Versorgungsstörungen noch weiter ansteigen lassen“, warnt die Aufsichtsbehörde in einem jüngst veröffentlichten Bericht. Auf absehbare Zeit könnten deshalb in Süddeutschland „keine Stilllegungen von Erzeugungsanlagen genehmigt werden“.

Denn auch wenn sich eine Anlage nicht mehr rechnet, dürften Energieversorger solche Kraftwerke nicht mehr einfach vom Netz nehmen. Dem hat der Gesetzgeber Ende vorigen Jahres einen Riegel vorgeschoben. Jede geplante Stilllegung müssen die Stromkonzerne mindestens 12 Monate vorher ankündigen. Das gibt den Übertragungsnetzbetreibern die Möglichkeit, die Folgen einer Abschaltung für die Netzstabilität zu untersuchen. Wird ein Kraftwerke als „systemrelevant“ eingestuft, kann die Netzagentur anordnen, dass es bis zu zwei Jahre lang weiter betrieben werden muss. Dafür hat der Stromversorger Anspruch auf eine „angemessene Vergütung“ durch den Netzbetreiber, dessen Kosten wiederum in die Strompreise einfließen.

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Im Extremfall dauert es also bis zu drei Jahre, bevor ein Versorger ein unwirtschaftliches Kraftwerk abschalten darf. Bisher gebe es allerdings noch für keines der Kraftwerke den Antrag, den Betrieb aufrechtzuerhalten, sagte die Sprecherin der Netzagentur. Die Überprüfung durch die Netzbetreiber sei aber noch nicht abgeschlossen.

Quelle: FAZ.NET

 
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