http://www.faz.net/-gqe-91lar

Union für härtere Vorgaben : „Heimische“ Äpfel aus 200 Kilometern Entfernung

  • Aktualisiert am

Wo kommt die Ware her? Das Versprechen, es handele sich um einen Apfel „aus der Region“, ist dehnbar. Bild: dpa

Beim Einkaufen im Supermarkt greifen viele gern zu „regionalen“ Produkten. Doch was genau heißt das schon? Die Union fordert striktere Regeln.

          Die Union im Bundestag will mehr Verlässlichkeit für die Kunden beim Kauf regionaler Lebensmittel erreichen. „Wo „regional“ drauf steht, muss auch „regional“ drin sein“, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gitta Connemann (CDU). „Genau darauf können sich Verbraucher aber zurzeit nicht verlassen.“

          Die Unionsfraktion hat daher nun bei der Lebensmittelbuch-Kommission beantragt, einen Leitsatz für Regionalität zu entwickeln. Das Gremium erarbeitet Festlegungen für das Deutsche Lebensmittelbuch, das für mehr als 2000 Lebensmittel deren üblicherweise zu erwartende Herstellung und Beschaffenheit beschreibt.

          Die Leitsätze seien „wichtige Orientierungshilfen“, sagte Connemann. „Sie schaffen Klarheit für Hersteller, Handel, Verbraucher, Lebensmittelüberwachung und Gerichte. Das System hat sich bewährt.“ Die Kommission, der je acht Vertreter von Verbrauchern, Wirtschaft, Wissenschaft und Lebensmittelüberwachung angehören, hatte 2016 eine neue Geschäftsordnung bekommen. Ausdrücklich ist nun etwa als Ziel verankert, alle Wirtschaftsbeteiligten, insbesondere die Verbraucher, vor Irreführung und Täuschung zu bewahren. Verbraucherschützer fordern auch gesetzliche Regeln für die Regional-Kennzeichnung.

          „Wir brauchen verbindliche Mindeststandards“

          Connemann sagte, inzwischen erscheine der Begriff „regional“ vielfach relativ. Es könne aber nicht sein, dass „heimische“ Äpfel aus 200 Kilometern Entfernung stammten. Regionalität stehe jedoch auch nicht automatisch für Qualität, da solche Produkte nicht per se besser als Lebensmittel aus anderen Gegenden seien. „Deshalb brauchen wir verbindliche Mindeststandards für die Qualität regionaler Produkte.“ Nur dann könnten sich Verbraucher wirklich auf dem Markt orientieren, und nur dann gebe es einen wirklichen Qualitätswettbewerb.

          Die bestehende Kennzeichnung mit einem „Regionalfenster“ sei ein Anfang gewesen, müsse aber weiter entwickelt werden, sagte Connemann. Das 2014 eingeführte Logo zeigt unter anderem, woher die Hauptzutat stammt und wie hoch der Anteil regionaler Zutaten ist. Die Nutzung ist für Lebensmittelhersteller und Einzelhandel freiwillig.

          Quelle: dpa

          Weitere Themen

          Der Supermarkt für gerettete Lebensmittel Video-Seite öffnen

          Berliner Start-up : Der Supermarkt für gerettete Lebensmittel

          20 Millionen Tonnen Lebensmitteln landen in Deutschland jährlich in der Mülltonne. Sie entsprechen nicht der Handelsnorm oder dem Mindesthaltbarkeitsdatum. Umweltaktivist Raphael Fellmer hat einen Supermarkt für abgelaufene Lebensmittel eröffnet.

          Die Linke auf Stimmenfang in Berlin Video-Seite öffnen

          Bundestagswahl 2017 : Die Linke auf Stimmenfang in Berlin

          Die Linke nutzt die letzten Stunden vor der Bundestagswahl, um noch unentschlossene Wähler von sich zu überzeugen. Die Partei möchte als drittstärkste Partei in den Bundestag ziehen und kämpft um die letzten Stimmen.

          Topmeldungen

          Wahlkampfabschluss der AfD : Revolte von rechts

          Am Abend vor der Wahl trifft sich der Landesverband der AfD Sachsen zur Kundgebung in Görlitz. Ohne Frauke Petry. Die hatte zuvor abgesagt – wegen „innerparteilichen Querelen“. Dafür tritt einer ihrer Feinde auf.
          Versuchen fast alles, um Merkel zu stürzen: Die AfD-Spitzenkandidaten Weidel und Gauland.

          Neue Internetseite der AfD : Teuflisch genial

          Im Online-Wahlkampf holte sich die AfD Unterstützung von einer Werbeagentur, die bereits für Donald Trump arbeitete. Jetzt hat die Partei eine neue Website veröffentlicht – und startet damit eine Schmutzkampagne gegen die Kanzlerin.

          SPD-Wahlkampffinale in Aachen : Er rettet, was zu retten ist

          Nach Monaten der Euphorie glaubt fast niemand mehr an einen Wahlsieg der SPD. Trotzdem bringt Martin Schulz bei seinem letzten großen Wahlkampfauftritt seine Kampagne in Würde zu Ende – „egal, was morgen rauskommt“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.