22.10.2008 · In der Wirtschaftsflaute sparen viele Firmen zuerst an ihren Werbebudgets. Das bekommt der Internetkonzern Yahoo jetzt deutlich zu spüren. Dem Unternehmen bricht der Gewinn weg. Als Reaktion wird die Belegschaft kräftig reduziert: Weitere zehn Prozent der Stellen sollen wegfallen.
Der amerikanische Internetkonzern Yahoo entlässt nach einem Gewinneinbruch mindestens 1500 seiner insgesamt 15.000 Mitarbeiter. Falls sich die wirtschaftliche Lage weiter verschlechtert, will der Spezialist für Internet-Werbung 2009 sogar noch mehr Stellen streichen, um die Kosten zu drücken. Besonders in Ländern mit hohen Lohnkosten sollen Arbeitsplätze wegfallen. Dagegen stellt der Konzern in Osteuropa, Indien und Südostasien fleißig Mitarbeiter ein. Yahoo hatte bereits Anfang des Jahres 1000 Arbeitsplätze gestrichen.
Börsianer zeigten sich erleichtert, dass Yahoo nicht wie befürchtet noch stärker von der Wirtschaftsflaute erfasst wurde. Deshalb kletterte die Aktie des Unternehmens nachbörslich um acht Prozent. Wie das Unternehmen bekanntgab, schrumpfte der Nettogewinn im dritten Quartal um rund zwei Drittel auf 54,3 Millionen Dollar. Der Umsatz stieg um ein Prozent auf 1,79 Milliarden Dollar. Im wichtigen Geschäft mit Werbeanzeigen bei der Internetsuche verliert Yahoo immer mehr Boden an den Marktführer Google. Der Konkurrent hatte kürzlich für das dritte Quartal einen Umsatzsprung um 31 Prozent auf 5,5 Milliarden Dollar gemeldet.
Viele Firmen streichen in der Flaute ihre Werbebudgets zusammen
Yahoo bekommt schmerzhaft zu spüren, dass viele Firmen angesichts der Wirtschaftsflaute ihre Werbebudgets zusammenstreichen - und zwar nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern auch in Europa und Asien. Besonders Firmen aus der Reisebranche und dem Einzelhändel hätten Verträge gekündigt, hieß es. Yahoo-Chef Jerry Yang betonte jedoch, dass sein Konzern zumindest Marktanteile gewinne. Am Jahresende erwartet der Konzern keine Trendwende und stutzte deshalb seine Geschäftsprognosen. Für das vierte Quartal prognostiziert Yahoo Umsatzerlöse zwischen 1,773 und 1,973 Milliarden Dollar und damit maximal einen geringen Anstieg zum Vorjahr.
Im Sommer hatte Yahoo eine Übernahme durch den Softwareriesen Microsoft für 33 Dollar je Aktie abgelehnt. Microsoft wollte mit dem Kauf Google verschärft unter Druck setzen. Der Aktienkurs von Yahoo stürzte seither steil ab. Zuletzt hatten Äußerungen von Microsoft-Chef Steve Ballmer für neue Übernahmegerüchte gesorgt, die der Windows-Konzern aber umgehend dementierte. Yahoo will bei der Online-Werbung zum Teil mit dem Rivalen Google kooperieren. Noch gibt es aber Bedenken der Wettbewerbshüter. Überdies lotet Yahoo Berichten zufolge noch immer eine Partnerschaft mit dem Internet-Portal AOL des Time-Warner-Konzerns aus.
Der Druck auf den Mitgründer und Yahoo-Chef Yang steigt nach Ansicht vieler Beobachter wegen des Kursverfalls zunehmend. Im Verwaltungsrat sitzt seit Sommer der streitbare Investor Carl Icahn, der noch immer ein Geschäft mit Microsoft erreichen will.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,52 | −1,19% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2437 | −0,41% |
| Rohöl Brent Crude | 105,19 $ | −1,55% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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