Home
http://www.faz.net/-gqe-75qe4
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Uhren- und Schmuck Swatch kauft amerikanischen Edeljuwelier Harry Winston

Mit der Akquisition für insgesamt 1 Milliarde Dollar stärken die Schweizer ihr Luxusgeschäft. Außen vor bleibt die Diamanten-Förderung von Harry Winston. Die Börse reagiert dennoch begeistert.

© AFP Harry-Winston-Filiale in Paris

Der Uhren- und Schmuckkonzern Swatch Ltd. in Biel verstärkt sich weiter im Luxussegment: Die Schweizer haben nach eigenen Angaben den vollständigen Erwerb der HW Holdings Inc. in den Vereinigten Staaten vereinbart. Für einen Kaufpreis von 750 Millionen Dollar plus maximal 250 Millionen Dollar Nettoschulden geht damit die Harry Winston Inc. mit der gleichnamigen Marke und einem Werk in Genf an Swatch. Der größte Uhrenkonzern der Welt ist bereits mit Marken wie Blancpain und Breguet, die zum Teil sechsstellige Beträge kosten, in der obersten Preisklasse vertreten.

Jürgen  Dunsch Folgen:

In Amerika war 2011 eine Zusammenarbeit zwischen Swatch und Tiffany & Co. spektakulär gescheitert und führte zu milliardenschweren rechtlichen Auseinandersetzungen. Die nun angekündigte Transaktion bedarf noch einiger kartellrechtlicher Genehmigungen. Außen vor bleibt dabei die Diamanten-Förderung der börsennotierten Harry Winston Diamond Corp., hieß es.

Swatch-Aktie gewinnt zeitweise fast 5 Prozent

An der Börse sorgte die Ankündigung der bisher größten Akquisition von Swatch für Begeisterung. In der Spitze gewann die Aktie nahezu 5 Prozent. Am Nachmittag übertraf sie mit 511 Franken den Vortag um 3,8 Prozent. Auf ein Jahr gesehen hat der Kurs um gut ein Drittel zugelegt, der Schweizer Konkurrent Richemont mit der Schmuckmarke Cartier verbesserte sich in derselben Zeit allerdings um 48 Prozent.

Analysten loben in erster Linie die strategischen Komponenten der Akquisition. Nach Ansicht von Jon Cox von Kepler Equities wächst das Premiumsegment von Schmuckuhren, wie sie Harry Winston anbietet, trotz der Konjunkturschwäche weiter. Daneben bietet die rund 70 Prozent des Umsatzes erwirtschaftende Schmucksparte zum Beispiel diamantenbesetzte Verlobungsringe und Anstecknadeln an. Michael Heider von Helvea verweist auf die großen Synergiemöglichkeiten, die sich für die amerikanische Marke mit dem Schweizer Uhrenkonzern ergebe. Unabhängig davon hat die Deutsche Bank im Rahmen einer Branchenstudie neu ein Kursziel für Swatch von 590 Franken formuliert.

Mit ungefähr 430 Millionen Dollar (323 Millionen Euro) Jahresumsatz verstärkt Harry Winston das Geschäftsfeld Uhren und Schmuck von Swatch, das 2012 umgerechnet rund 6 Milliarden Euro erlöste. Das Unternehmen, dessen Verkauf von der Bank Rothschild begleitet wurde, war in ganz Amerika bekannt geworden, als Gründer Harry Winston den berühmten Hope-Diamanten der Smithsonian Institution in Washington schenkte. Der amerikanische Anbieter mit Gründungsjahr 1932 beschäftigt 535 Mitarbeiter. Die Pretiosen werden in 220 Geschäften rund um die Welt angeboten.

Die Profitabilität von Harry Winston liegt mit einer betrieblichen Rendite von rund 10 Prozent deutlich unter der von Swatch, die Patrick Schwendimann von der Zürcher Kantonalbank für 2012 bei 27,5 Prozent ansiedelt. Nach den Worten von Robert Gannicott, Unternehmenslenker der Harry Winston Diamond Corp., erhalten die Verkäufer einen „anständigen Return on Investment“, der in die künftige Expansion fließen werde.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Kunsthandel Genf wäscht am weißesten

Kaum etwas ist so undurchsichtig wie der Kunstmarkt: Ein Bericht der Schweizer Regierung offenbart nun die listigen Methoden, mit denen Geld durch Kunst gewaschen wird. Sie decken sich mit der Praxis des Kunstberaters Yves Bouvier. Mehr Von Jürg Altwegg, Genf

04.07.2015, 19:23 Uhr | Feuilleton
Ausstellung in London Was ist Luxus?

Yachten, Kaviar und Diamanten? Oder Freizeit, Bio-Produkte und Wellness? Luxuriös kann vieles sein – je nach individuellen Lebensumständen und Ansprüchen. Das Londoner Victoria-and-Albert-Museum versucht in einer neuen Ausstellung, den Begriff dingfest zu machen. Mehr

30.04.2015, 15:58 Uhr | Stil
Weitere Nachrichten Amerikanischer Notenbanker hält zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr für möglich

Der amerikanische Notenbanker Jerome Powell hält zwei Leitzinsanhebungen noch in diesem Jahr für möglich. Der ICE-Strecke München-Berlin droht angeblich eine lange Verzögerung. Mehr

24.06.2015, 06:36 Uhr | Wirtschaft
China Hogwarts zum Leben erweckt

In der nordchinesischen Millionenstadt Shijiazhuang wird eine Kunsthochschule gebaut, die stark an die Schule für Hexerei und Zauberei aus der Harry Potter-Reihe erinnert. 800 Millionen Dollar soll das Projekt kosten. Mehr

01.02.2015, 15:07 Uhr | Gesellschaft
Die Vermögensfrage Grau wie grauenhaft?

Eigentum an Immobilien kann man auf verschiedene Art und Weise erreichen. Beim Privatanleger steht der Direkterwerb von Immobilieneigentum im Vordergrund. Mehr Von Rainer Juretzek

05.07.2015, 11:42 Uhr | Finanzen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 14.01.2013, 16:39 Uhr

Der Anti-Tsipras

Von Leo Wieland, Madrid

Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy hat besonders im Blick, wie sich Syriza in Griechenland schlägt. Bald muss er sich in Wahlen gegen eine ganz ähnliche Partei stellen. Mehr 2 11


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden