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Überraschender Abschied SAP trennt sich von Leo Apotheker

07.02.2010 ·  Schon länger schien das Klima vergiftet zwischen dem Vorstandssprecher des Softwarekonzerns SAP, Leo Apotheker, und dem Aufsichtsratsvorsitzenden, Hasso Plattner. Jetzt trennt sich SAP überraschend von Apotheker. Die Nachfolge ist schon geklärt.

Von Carsten Knop
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Der deutsche Softwarekonzern SAP trennt sich nach weniger als einem Jahr Amtszeit überraschend von seinem Vorstandssprecher Leo Apotheker. Wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heißt, hat sich der Aufsichtsrat mit Apotheker darauf verständigt, dessen Vertrag als Vorstandsmitglied nicht zu verlängern. Daraufhin hat Apotheker sein Vorstandsmandat am Sonntagabend mit sofortiger Wirkung niedergelegt.

Auch seine Nachfolge steht schon fest: Die beiden Vorstandsmitglieder Bill McDermott, verantwortlich für Vertrieb, und Jim Hagemann Snabe, zuständig für die Produktentwicklung, wurden zu gleichberechtigten Vorstandssprechern ernannt. Auf den freigewordenen Vorstandsposten hat der Aufsichtsrat Vishal Sikka berufen, der die Funktion des Chief Technology Officer innehat.

Klima zwischen Apotheker und Plattner soll belastet gewesen sein

Ausdrücklich wird erwähnt, dass Hasso Plattner, Mitgründer des Unternehmens und Aufsichtsratsvorsitzender, weiterhin eine starke Rolle spielen soll, um die neue Führung in Fragen der Technologie und der Produktentwicklung zu beraten. Schon in den vergangenen Wochen war immer wieder zu hören gewesen, dass das Klima zwischen Apotheker und Plattner stark belastet gewesen sein soll.

Kritik gab es auch an der Kommunikation Apothekers, sowohl innerhalb des Konzerns als auch nach außen. „Die Neuaufstellung der Unternehmensspitze soll die Produktinnovationen näher mit den Kundenanforderungen zusammenbringen“, wird Plattner dann auch in der Pressemitteilung zitiert.

Zu weit entfernt von den Kundenwünschen

Apotheker war vorgeworfen worden, sich in seinen Strategien zu häufig von den Wünschen der Kunden entfernt zu haben. Erst jüngst musste SAP in diesem Zusammenhang die Preise für seine Wartungsmodelle, die zuvor stark kritisiert worden waren, neu justieren und eine Preiserhöhung aussetzen.

Vor wenigen Tagen hatte es auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens geheißen, SAP wolle nach einem Geschäftsjahr mit sinkenden Erlösen (minus 9 Prozent), beinahe im Gleichschritt fallenden Gewinnen und einer umfangreichen Streichung von Arbeitsplätzen 2010 wieder wachsen.

Der Kurs der SAP-Aktie hatte sich in den vergangenen zwölf Monaten verglichen mit den im Deutschen Aktienindex Dax enthaltenen Werten unterdurchschnittlich entwickelt.

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Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

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