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Übernahmepoker : Siemens reicht Angebot für Alstom ein

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Deutsch-französische Hochgeschwindigkeit: Wird der ICE bald in Frankreich gebaut? Bild: dpa

Am Vormittag hat der Aufsichtsrat getagt, nun ist auch das Ergebnis raus: Siemens reicht nach eigenen Angaben ein Übernahmeangebot für Alstom ein.

          Im Übernahmepoker um den französischen Alstom-Konzern haben der Vorstand und Aufsichtsrat von Siemens beschlossen, ein Angebot zu unterbreiten. Voraussetzung für ein Angebot sei aber, dass Siemens vier Wochen lang Gelegenheit zu Einsicht in die Geschäftsdaten von Alstom und zu Gesprächen mit dem Management bekomme, teilte das Unternehmen am Dienstag in München mit. Zuvor hatte bereits der französische Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg vor der Nationalversammlung in Paris angekündigt, Siemens wolle eine Offerte einreichen. Weitere Details wollte Siemens zunächst nicht nennen.

          Am Montag hatte es in verschiedenen Berichten geheißen, Siemens könnte Alstom übernehmen wollen - oder, was wahrscheinlicher ist, den Franzosen einen Tausch anbieten. Dieser würde die Übernahme des Energiegeschäfts von Alstom und die Abgabe der eigenen Zugsparte umfassen. Das Unternehmen kommentierte dies zunächst nicht. Konzernchef Joe Kaeser hatte zusammen mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Gerhard Cromme, mit Frankreichs Präsident François Hollande in Paris über die Pläne diskutiert. Zuvor hatte auch der Chef des amerikanischen Rivalen General Electric (GE) bei Hollande vorgesprochen.

          Der französische Staat kann sich in die Verhandlungen einmischen, weil er bei Übernahmen in strategisch wichtigen Industriebereichen eine Art Veto-Recht hat. Die Regierung unter Hollande sieht eine mögliche Übernahme durch GE kritisch, weil sie unter anderem die Verlagerung von Arbeitsplätzen und Entscheidungszentren befürchtet.

          Paris hat stattdessen angedeutet, einen Geschäftsfeldertausch zwischen Siemens und Alstom zu bevorzugen. Am Montagnachmittag erklärte Hollande bei einer Rede, ihm gehe es lediglich um die französische Unabhängigkeit im Energiebereich, Arbeitsplätze und wirtschaftliche Aktivität in Frankreich.

          Hollande hatte bereits im Januar vorgeschlagen, eine deutsch-französische Allianz im Energiebereich zu schmieden. Als Vorbild für gelungene Zusammenarbeit nannte er den vor allem von Deutschland und Frankreich geschaffenen Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus (früher EADS). In einem Brief bot Siemens-Chef Kaeser unter anderem eine Arbeitsplatzgarantie an. Siemens könne demnach für mindestens drei Jahre auf Stellenstreichungen in Frankreich verzichten. Der Wert der für Siemens interessanten Alstom-Geschäfte wird vom Unternehmen mit zehn bis elf Milliarden Euro beziffert.

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