Home
http://www.faz.net/-gqi-102rc
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Übernahmekampf Conti spricht mit Investoren

04.08.2008 ·  Die fieberhafte Suche des Conti-Vorstands nach Unterstützung im Abwehrkampf gegen Schaeffler scheint Früchte zu tragen. Nach Informationen aus Finanzkreisen führen Vorstand und Investmentbanken Gespräche mit Finanzinvestoren, die zu einer Gegenofferte bereit sind.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (1)

Die fieberhafte Suche des Conti-Vorstands nach Unterstützung im Abwehrkampf gegen Schaeffler scheint Früchte zu tragen. Nach Informationen aus Finanzkreisen führen der Vorstandsvorsitzende Manfred Wennemer, sein Finanzvorstand Alan Hippe sowie fünf eingeschaltete Investmentbanken Gespräche mit einer Handvoll Investoren, die zu einer Gegenofferte bereit sind. Dabei handle es sich um strategische Investoren und um Finanzinvestoren.

Sie seien unisono bereit, mehr Geld zu bieten, als die Schaeffler-Gruppe, heißt es in den Kreisen. Noch seien keine konkreten Absprachen getroffen worden. Aber Continental sei gewillt, die Gespräche mit den Investoren zu forcieren, wenn Schaeffler sich nicht bewege und dem Vorstand nicht entgegenkomme.

Conti bietet Schaeffler zwei Optionen

Schaeffler bietet den Conti-Aktionären 70,12 Euro je Anteilsschein. Das hält der Conti-Vorstand für zu niedrig und lehnt die Offerte daher ab. Im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat hat er zwei Wege zu einer einvernehmlichen Lösung im Streit um Schaefflers Conti-Beteiligung aufgezeigt: Entweder die Franken legen ein höheres Angebot vor oder sie begnügen sich mit einer Beteiligung in der Größenordnung von 20 Prozent. Schaeffler indes hält die gebotenen 70,12 Euro für angemessen und beharrt auf einer Beteiligung oberhalb von 30 Prozent. Der Conti-Aktienkurs lag am Montag bei 72 Euro.

Die dem Conti-Vorstand und seiner Strategie wohlgesinnten Investoren haben verschiedene Möglichkeiten, um sich bei Conti gegen Schaeffler zu positionieren. Sie können den Aktionären ein (höheres) öffentliches Angebot machen, wobei sie die Offerte auf eine bestimmte Beteiligungserhöhung limitieren könnten. Um nicht zu einem Übernahmeangebot an alle Aktionäre gezwungen zu sein, müssten sie unterhalb von 30 Prozent bleiben. Conti könnte Investoren auch über eine Kapitalerhöhung an Bord holen, bei der das Bezugsrecht der übrigen Aktionäre ausgeschlossen wird. Auf diesem Weg ließen sich freilich nur 10 Prozent der Aktien bei einer befreundeten Adresse platzieren. Oder die Investoren kaufen Aktien über den Kapitalmarkt ein.

Annahmefrist könnte sich auf zehn Wochen verlängern

Unterdessen verdichten sich Hinweise, dass Conti eine außerordentliche Hauptversammlung einberuft. Wie bereits berichtet, würde sich dadurch die laufende Annahmefrist für die Schaeffler-Offerte von vier auf zehn Wochen verlängern. Folglich hätte der Vorstand mehr Zeit, um eine Abwehrmauer aufzubauen und die einstiegswilligen Investoren zu einem Bieterkonsortium, einem „Weißen Ritter“, zusammenzubinden. Sollte während der bis Ende August laufenden Annahmefrist ein konkurrierendes Angebot eingehen, so ist für alle Aktionäre allein dessen Annahmefrist entscheidend. Wer in einem solchen Fall seine Aktien schon an Schaeffler verkauft hätte, könnte dies rückgängig machen und sie stattdessen dem höher bietenden Konkurrenten andienen.

In ihrem Abwehrkampf haben Wennemer und Hippe mittlerweile die Unterstützung von fünf Banken: In das Beraterteam aus Goldman Sachs, JP Morgan und Deutscher Bank ist nun noch HSBC und Citigroup eingerückt. „Das erhöht die Plazierungskraft“, kommentierte Marc-René Tonn, Analyst vom Bankhaus M.M. Warburg. Tonn glaubt nicht, dass sich die Schaeffler-Gruppe unter dem möglichen Druck eines höheren Gegenangebots darauf einlässt, sich mit einer Conti-Beteiligung unterhalb von 30 Prozent zu begnügen. „Schaeffler will nicht nur eine Finanzbeteiligung, sondern Einfluss nehmen auf strategische Entscheidungen“, sagte der Analyst.

Der Conti-Vorstand
bekommt Rückhalt im Abwehrkampf gegen Schaeffler. Eine Handvoll Investoren denkt über eine Gegenofferte
nach. Die Tür zu Verhandlungen mit Schaeffler bleibt aber offen.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Die Förderlücke

Von Heike Göbel

Der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld ist ein Ausweis unbelehrbaren Glaubens an die unbegrenzte Leistungsfähigkeit des Sozialstaates. Dass Eltern ihre Kinder, wie seit Menschengedenken, unbezahlt hüten, ist in Deutschland offenbar nicht mehr denkbar. Mehr 25 41

30.05.2012 16:18 Uhr
  Vortag
Dax 6.290,13 −1,67%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.370,73 −1,68%
Dow Jones 12.437,70 −1,14%
EUR/USD 1,2421 −0,54%
Rohöl Brent Crude 103,93 $ −2,73%
Gold 1.579,50 $ 0,00%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.