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Übernahmekampf Conti-Chef Wennemer: „Böses Spiel“ der Banken

19.07.2008 ·  Im Übernahmekampf mit Schaeffler demonstriert Continental-Chef Manfred Wennemer Kampfesmut. „Wir haben wirklich gute Chancen, zu gewinnen“, sagte er der F.A.S. Zugleich kritisierte er die Banken, die Schaeffler unterstützt und damit ein „böses Spiel“ betrieben hätten.

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Continental-Chef Manfred Wennemer zeigt sich in der Übernahmeschlacht mit der Schaeffler-Gruppe kampfesmutig. „Wir haben wirklich gute Chancen, zu gewinnen“, sagte der Conti-Chef der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. „Es wäre schlimm, wenn jemand durch die Hintertür die Früchte dessen erntet, was wir über viele Jahre gesät haben.“ Seine Hoffnung ruht unter anderem auf der Finanzaufsicht Bafin. „Es gibt durchaus Fälle, wo die Finanzaufsicht solche illegalen Fälle abgewehrt hat“, sagte er der F.A.S. Wie Schaeffler sich „angeschlichen“ habe, verstoße gegen deutsches Recht.

Wennemer widersprach Darstellungen, der Conti-Aufsichtsrat unterstütze seine Abwehrstrategie nicht. „Ich gehe fest davon aus, dass wir am kommenden Mittwoch von unserem Aufsichtsrat eine klare Stellungnahme haben“, sagte Wennemer. Der Aufsichtsrat steht offenbar keineswegs geschlossenen hinter dem Conti-Verteidiger. Ausgerechnet Chefkontrolleur Hubertus von Grünberg spricht sich für die Offerte von Schaeffler aus. Angeblich soll Grünberg schon Wochen vorher von den Schaeffler-Plänen gewusst haben.

Der Mittwoch bringt eine Vorentscheidung im Übernahmekampf

Grünberg nahm zu seiner möglichen Interessenkollision nur schriftlich und sehr vage Stellung: Demnach werde sich der Conti-Aufsichtsrat erst äußern, sobald das Schaeffler-Angebot „ausreichend konkretisiert“ sei und es im Aufsichtsgremium dazu einen Meinungsbildungsprozess gegeben habe. Dabei sollen die Interessen der Aktionäre im Vordergrund stehen. Weiter erklärte Grünberg: „Als Vorsitzender des Aufsichtsratsgremiums, das in der Regel zu einem gemeinsamen Votum gelangt, ist es mir deshalb heute - vor Abschluss dieses Meinungsbildungsprozesses - noch nicht möglich, eine derartige Stellungnahme abzugeben.“

Der kommende Mittwoch dürfte somit eine Vorentscheidung im Übernahmekampf bringen. Gelingt es Wennemer und seinem Finanzvorstand Alan Hippe nicht, Zweifel am Sinn einer Verteidigung zu beseitigen, könnte der Aufsichtsrat den Vorstand zum Einlenken auffordern.

„Ich appelliere nachdrücklich an Frau Schaeffler“

Im F.A.S.-Interview berichtet der Conti-Chef, dass er schon vor einiger Zeit von dem Angriff auf Conti Wind bekommen habe: „Wir hörten am Markt, dass die Schaeffler-Gruppe irgendetwas plant. Dann haben wir die Familie angesprochen und um ein Gespräch gebeten.“ Daraufhin habe sich nicht er, sondern der Conti-Aufsichtsratsvorsitzende Hubertus von Grünberg mit den Schaefflers getroffen: „Der kennt die Frau Schaeffler am besten, weil er dort einmal im Beirat saß.“

Laut Wennemer haben Conti und Schaeffler bereits vor zwei Jahren über einen Einsteig verhandelt. „Es gab zwei Gespräche“, sagte Wennemer. „Danach sind wir zum Schluss gekommen, dass eine Verbindung keinen Sinn ergibt. Einer der Gründe der Schaeffler-Gruppe war, dass es keine Synergien gebe.“ Er habe weiterhin nichts gegen einen langfristigen Investor wie die Familie Schaeffler, sagte Wennemer. „Deshalb haben wir ja angeboten, eine Beteiligung von 20 Prozenten unserer Aktien zu unterstützen. Ich appelliere nachdrücklich an Frau Schaeffler, ob es nicht einen vernünftigen Weg gibt.“

Die Hausbank Dresdner - einfach auf die Gegenseite gewechselt

Die Frage, ob er auch unter einem Großaktionär Schaeffler im Amt bleiben werde, beantwortete Wennemer nicht. „Diese Frage stellt sich gar nicht.“ Der Conti-Vorstand habe jedenfalls keine Change-of-control-Klausel, die ihm im Falle eines Eigentümerwechsels eine hohe Abfindung garantiert. „So eine Klausel gibt es bei uns nicht. Und das bedauern wir auch nicht.“

Harsch kritisierte Wennemer das „böse Spiel“ der Banken. „Alle neun Banken, über die die Schaeffler-Gruppe die Aktien gekauft hat, müssen sich vorhalten lassen, wie sich verhalten haben.“ Besonders enttäuscht äußerte er sich über das Verhalten seiner Hausbank, der Dresdner, die auf die Gegenseite gewechselt ist. „Verstehen kann ich das nicht. Noch im Oktober hat die Dresdner Bank für uns eine Kapitalerhöhung durchgezogen.“

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31.05.2012 14:46 Uhr
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