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Übernahme Hapag-Lloyd-Chef rechnet mit Abbau von Arbeitsplätzen

22.08.2005 ·  Bei der geplanten Übernahme der kanadischen Containerlinie CP durch die TUI-Tochter Hapag-Lloyd wird es zum Abbau von Stellen kommen. Der Firmensitz der neuen Großreederei soll in Hamburg sein.

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Bei der geplanten Übernahme der kanadischen Containerlinie CP durch die TUI-Tochter Hapag-Lloyd wird es zum Abbau von Arbeitsplätzen kommen. „Bei jeder Integration gehen auch Stellen verloren“, sagte Hapag-Lloyd-Vorstandschef Michael Behrendt dem „Hamburger Abendblatt“. Für nähere Details sei es aber noch zu früh. Zugleich kündigte er an, daß der Firmensitz des neuen Reederei-Riesens in Hamburg sein werde, wo Hapag-Lloyd zu Hause ist. TUI hatte am Sonntag den Kauf von CP Ships für 1,7 Milliarden Euro angekündigt. Der Kurs der TUI-Aktie fiel daraufhin am Montag um mehr als 2 Prozent und machte den Reisekonzern zum Hauptverlierer im Dax.

Behrendt bekräftigte, daß Hapag-Lloyd nach der Übernahme bei CP Ships durchgreifen werde: „Ein hohes Verbesserungspotential bei CP Ships liegt in der Erhöhung der Produktivität“, sagte er. Das kanadische Unternehmen ist deutlich größer als Hapag-Lloyd, verdient aber nur halb so viel Geld.

Mitspielen in der ersten Liga

Nach der Übernahme wäre Hapag-Lloyd die fünftgrößte Containerreederei der Welt und könnte im Konzert der Branchenriesen wie der dänischen Maersk-Gruppe mitspielen. Zur Zeit steht die Hamburg Reederei auf Platz 13. Behrendt erwartet, daß der Welthandel weiter kräftig wächst und die Zahl der transportierten Container bis 2005 um ein Viertel steigt. Durch ein Zusammengehen von CP Ships mit Hapag-Lloyd rechnet TUI mit Synergien in Höhe von jährlich 180 Millionen Euro. TUI erwartet nach eigenen Angaben schon für das kommende Jahre einen höheren operativen Gewinn durch die Übernahme, die teilweise mit einer Kapitalerhöhung bezahlt werden soll.

Noch im vergangenen Jahr wollte TUI seine hochprofitable Schiffahrtssparte über die Börse verkaufen, um die drückenden Schulden zu tilgen. Im September wurde das Geschäft abgesagt, weil die Lage an den Kapitalmärkten zu schwach war. Insider hatten den Wert von Hapag-Lloyd auf über 2 Milliarden Euro beziffert. Seitdem betont Frenzel immer wieder, daß der Konzern nun langfristig zu Hapag-Lloyd stehe.

Reederei profitabler als das TUI-Hauptgeschäft

Die Hamburger Traditionsreederei Hapag-Lloyd transportiert mit mehr als 50 Schiffen weltweit Container. Die Geschäfte laufen gut, weil unter anderem der China-Boom die Frachtraten in die Höhe treibt. Im vergangenen Jahr erzielte Hapag-Lloyd 2,7 Milliarden Euro Umsatz und einen Vorsteuergewinn von 278 Millionen Euro. Die Reederei wurde 1997 von TUI-Vorläufer Preussag gekauft, um an die Flugzeugflotte von Hapag-Lloyd heranzukommen.

Die Reederei ist zur Zeit deutlich profitabler als das Hauptgeschäft der TUI, die Touristik. In den letzten Reise-Krisenjahren konnte sich TUI regelmäßig auf Millionenprofite aus Hamburg verlassen.

CP Ships bietet mit 82 Schiffen Dienste im Transatlantik, Austral/Asien-Verkehr, Lateinamerika und Asien an. Zudem besitzt die Reederei das größte kanadische Containerterminal in Montreal. 2004 wurden beim einem Umsatz von 3 Milliarden Euro 200 Millionen Euro operativer Gewinn gemacht.

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