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Übernahme durch PPR Die Puma-Aktionäre wollen mehr Geld

12.04.2007 ·  Der französische Luxusgüterhersteller PPR bietet den Aktionären 330 Euro pro Aktie. Der Börsenkurs liegt derzeit aber schon deutlich darüber. Kein gutes Geschäft, denken sich viele Aktionäre. Ob die Franzosen noch was drauflegen?

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Die Aktionäre von Puma haben in der Hauptversammlung am Mittwoch skeptisch auf das angekündigte Übernahmeangebot des französischen Einzelhandels- und Luxusgüterkonzerns PPR (Pinault-Printemps Redoute) reagiert. Der Preis von 330 Euro erscheint den seit Jahren von Kurssteigerungen verwöhnten Anteilseignern des fränkischen Sportartikelherstellers zu niedrig. In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Aktienkurs von Puma mit dem kräftigen Umsatz- und Gewinnwachstum des Unternehmens versechsfacht. Der Schlüssel zum Erfolg war und ist die Kombination von Mode mit Sport und Freizeit. Der Vorstandsvorsitzende Jochen Zeitz kündigte auf der Hauptversammlung an, die weiterhin rechtlich selbständige Puma AG werde Plattform für die neue Geschäftseinheit Sport-Lifestyle von PPR sein.

Sollte sich der Eindruck von dem Aktionärstreffen bestätigen, kann der französische Konzern aber nicht damit rechnen, eine große Mehrheit der Aktien von Puma zu erhalten. „Warum sollte ein Aktionär auf das Angebot eingehen, wenn der Kurs an der Börse höher ist?“, fragte Gerhard Jäger von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger. Der Kurs der im M-Dax notierten Puma-Aktie stieg am Mittwoch nach den Sprüngen der zwei vergangenen Börsentage nochmals um bis zu 2,3 Prozent auf 351,70 Euro. Jäger forderte PPR auf, über eine Nachbesserung des Angebotspreises nachzudenken.

Streubesitz nicht adäquat im Aufsichtsrat vertreten

Zeitz bezeichnete 330 Euro wie schon am Tag zuvor als fairen Preis. „Am Ende des Tages aber entscheiden Sie“, rief er den Aktionären zu. Neben dem Preis müsse der Vorstand auch die Vorteile eines Verbunds mit PPR berücksichtigen. „Wir haben die Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass der richtige Partner ins Haus kommt.“ PPR sei der ideale Partner. „Ich frage, für wen sind 330 Euro ein fairer Preis“, sagte ein fränkischer Kleinaktionär. Für die guten Geschäftsaussichten von Puma erwarte er eine „Zukunftsprämie“. Die rund 350 Anteilseigner, die zur Hauptversammlung ins Nürnberger Markenzentrum von Puma gekommen waren, applaudierten ihm.

Auch Preston Rabl, Chairman des britischen Hedge-Fonds Laxey Partners, vertrat die Ansicht, 330 Euro seien für PPR, aber nicht für die anderen Aktionäre ein gutes Geschäft. Er kritisierte zudem, dass PPR drei der sechs Sitze im Aufsichtsrat von Puma erhalten soll. Damit seien die mehr als 70 Prozent Aktien im Streubesitz nicht adäquat in dem Kontrollgremium vertreten. PPR hat, wie berichtet, von Mayfair, der Beteiligungsgesellschaft der Tchibo-Erben Günter und Daniela Herz, am Dienstag 27,1 Prozent der Puma-Aktien gekauft. Die drei am Mittwoch in den Aufsichtsrat gewählten Vertreter von Mayfair, Günter Herz, Hinrich Stahl und Johann Lindenberg, sollen ihre Plätze für PPR räumen, sobald die EU-Kommission den Kauf der Herz-Anteile genehmigt.

Ein neuer Aufsichtsratsvorsitzender

Die Freigabe aus Brüssel werde bis spätestens Ende Juni erwartet, sagte ein Sprecher von Mayfair. Dann seien als Aufsichtsräte vorgesehen: François-Henri Pinault, der Vorstandsvorsitzende von PPR, Jean-François Palus, der Finanzchef der Gruppe, und Grégoire Amigues, der Direktor für Strategie und Unternehmensentwicklung von PPR. Der Wechsel im Aufsichtsrat komme nicht zustande, wenn die EU bis Ende November dieses Jahres keine Freigabe für den Verkauf des Anteils von Mayfair erteile, berichtete der Sprecher der Beteiligungsgesellschaft. Zum Nachfolger des Hamburger Rechtsanwalts Werner Hofer, der 14 Jahre lang Aufsichtsratsvorsitzender war, wurde Johann Lindenberg bestimmt. Wer ihn nach dem Eintritt der PPR-Manager ablöst, war noch nicht zu erfahren.

Nach Meinung von Elisabeth Mauritz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz wäre ein Sitz für PPR im Aufsichtsrat von Puma ausreichend. „Gegen eine strategische Partnerschaft mit PPR haben wir aber nichts einzuwenden“, sagte sie.

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Von Heike Göbel

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