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Überkreuzbeteiligung Volkswagen steigt bei Suzuki ein

09.12.2009 ·  Volkswagen will seine Position durch eine Allianz mit Suzuki stärken. Die Wolfsburger steigen mit knapp 20 Prozent beim japanischen Autobauer ein. Gemeinsamen wollen die Konzerne Einsteigerautos für Entwicklungs- und Schwellenländer sowie umweltfreundliche Wagen für Kunden in den Industriestaaten bauen.

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Volkswagen steigt bei dem japanischen Autobauer Suzuki ein. Der größte europäische Autokonzern werde 19,9 Prozent an Suzuki erwerben, teilte VW am Mittwochmorgen mit. Im Gegenzug werde sich der japanische Konzern an VW beteiligen und dafür bis zur Hälfte des erhaltenen Kaufpreises in VW-Aktien investieren. Beide Konzerne erhoffen sich durch die Partnerschaft Synergien, vor allem bei der Entwicklung umweltfreundlicher Kleinwagen. Die Eigenständigkeit beider Unternehmen solle gewahrt bleiben. Der Preis für das 20-Prozent-Paket wird mit 222,5 Milliarden Yen angegeben, umgerechnet rund 1,7 Milliarden Euro.

Den auf 200 Milliarden Yen geschätzten Erlös aus dem Anteilsverkauf will Suzuki zur Hälfte in VW-Aktien investieren. Vorstandschef Osamu Suzuki sagte, da Papiere von VW derzeit nur schwierig zu bekommen seien, sei zunächst an eine Beteiligung im Wert von 50 Milliarden Yen in Stammaktien gedacht. Die Höhe des am Ende angestrebten VW-Anteils schätzte der Suzuki-Chef auf 2,5 Prozent. Osamu Suzuki machte zudem klar, dass das japanische Unternehmen Partner von VW auf Augenhöhe sei. „Wir werden nicht zwölfte Marke von Volkswagen“, betonte der Suzuki-Chef.

VW schließt seine Lücke bei Kleinwagen

Suzuki baut vor allem Kleinwagen, kleinere Geländewagen und Motorräder. Das japanische Unternehmen sichert sich mit der Partnerschaft den Zugriff auf VW-Technologien, der deutsche Konzern verschafft sich eine bessere Position in den asiatischen Automärkten, vor allem in Indien und Südostasien. VW selbst sprach von Synergien bei der Entwicklung und Produktion umweltfreundlicherer Kleinwagen. Der Anstoß zu der Partnerschaft kam laut Suzuki von Volkswagen.

Das bisher kleinste VW-Modell, der Fox, gilt als Ladenhüter. Darüber rangiert der Polo, der in der jüngsten Generation schon fast die Größe eines Familienautos hat. Ein echtes VW-Miniauto, der Up, ist noch in der Entwicklung. Branchenkenner sind der Ansicht, VW tue sich schwer mit der gewinnträchtigen Produktion von Kleinwagen.

Der VW Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch hat bereits seit längerem auch öffentlich Interesse an Suzuki bekundet. Piëch will mit dem VW-Konzern vom Kleinwagen bis zum Lastwagen die gesamte Fahrzeugpalette im Angebot haben (Volkswagen-Konzern wächst: „Zwölf ist eine gute Zahl“ ). Zudem soll Suzuki dem Wolfsburger Konzern dabei helfen, das vom VW-Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn jüngst abermals bekräftigte Ziel zu erreichen, bis zum Jahr 2018 zum größten Autohersteller der Welt aufzusteigen. Suzuki stellt pro Jahr 2,3 Millionen Autos her, der VW-Konzern fast 6,3 Millionen.

Der japanische Suzuki-Konzern ist Marktführer in Indien und soll nach Piëchs und Winterkorns Vorstellungen nach der Übernahme von Porsche und dem Lastwagenhersteller MAN künftig die zwölfte Marke im Konzern bilden. Die Transaktion soll im Januar abgeschlossen werden. Die Behörden müssen noch zustimmen.

Indirekt auch Opel betroffen

Das Geld für eine neuerliche Einkaufstour hat sich der VW-Konzern auf seiner jüngsten außerordentlichen Hauptversammlung vom vergangenen Donnerstag gesichert. Dort hatten die Aktionäre dem Plan des Vorstands zugestimmt, 135 Millionen neue nicht stimmberechtigte Vorzugsaktien auszugeben, was bei dem derzeitigen Kurs von etwa 63 Euro dem Konzern mehr als 8,5 Milliarden Euro in die Kasse bringen würde. Aus diesem riesigen Kapitalrahmen soll nur zum Teil die Übernahme des Sportwagenbauers Porsche erfolgen. Beobachter hatten bereits gemutmaßt, dass mit dem frischen Geld auch eine weitergehende Einkaufstour der Wolfsburger finanziert werden soll.

Vom Einstieg bei Suzuki ist indirekt auch Opel betroffen. Denn die Japaner stellen für die Rüsselsheimer das Microvan-Modell names Agila her. Dabei handelt es sich im Prinzip um das Suzuki-Modell Splash, das von Opel schlicht unter einem anderen Namen und mit leicht abgewandelter Ausstattung verkauft wird. Wenn jedoch demnächst VW in die Entscheidungen von Suzuki eingreift, dürfte die Kooperation mit Opel wohl bald beendet werden - schließlich handelt es sich um einen wichtigen Konkurrenten auf dem Heimatmarkt.

Für VW ist der Einstieg bei Suzuki ein Mittel, um den bislang noch größeren Konkurrenten General Motors endgültig zu überholen und zugleich den Rivalen PSA Peugeot Citroën endgültig abzuhängen. Peugeot bemüht sich derzeit gerade um eine "strategische Allianz" mit dem japanischen Suzuki-Wettbewerber Mitsubishi. Steigt PSA bei Mitsubishi ein, würden die Franzosen zum sechstgrößten Autohersteller.

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Von Heike Göbel

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