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Umstrittener Fahrdienstleister : Nummer zwei bei Uber geht von Bord

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Wie hier am New Yorker LaGuardia-Flughafen ist Uber vielerorts eine etablierte Taxi-Alternative. Bild: AP

Bei Uber geht es drunter und drüber: Nach nicht einmal einem Jahr verlässt Top-Manager Jeff Jones das Unternehmen. Fürchtet er Konkurrenz, oder lag es an den Skandalen der vergangenen Monate?

          Die Turbulenzen beim Fahrdienst-Vermittler Uber vertreiben einen Hoffnungsträger aus der Chefetage: Die Nummer zwei hinter Chef Travis Kalanick verlässt das Unternehmen nach nur sieben Monaten. Der Top-Manager Jeff Jones, der auf dem Posten eines Präsidenten unter anderem für die Entwicklung von Mitfahrangeboten zuständig war, zeigte sich zum Abgang verärgert.

          „Es ist klar, dass die Überzeugungen und Ansätze, die meine Karriere bestimmt haben, nicht vereinbar sind mit dem, was ich bei Uber gesehen und erlebt habe“, erklärte Jones dem Tech-Blog „Recode“ am Sonntag. Er kam zum umstrittenen Fahrdienst-Vermittler vom amerikanischen Handelsgiganten Target, wo er Marketingchef war. Bei Uber sollte er die nach einer Reihe von Skandalen angeschlagene Reputation wieder verbessern.

          Hintergrund Kompetenzgerangel?

          Kalanick versuchte im Gegenzug, eine Verbindung herzustellen zwischen dem Abgang von Jones und seiner Suche nach einer rechten Hand auf einem neu geschaffenen Geschäftsführer-Posten (Chief Operating Officer). Jones war bisher für einige dieser Aufgaben zuständig gewesen. Nach der Ankündigung „kam Jeff zu der schweren Entscheidung, dass er seine Zukunft nicht bei Uber sieht“, schrieb der Gründer und Chef in einer unter anderem von Bloomberg veröffentlichten E-Mail an die Mitarbeiter.

          Uber geriet zuletzt in den Mittelpunkt mehreren Kontroversen. Die Google-Schwesterfirma Waymo wirft Uber in einer Klage den Einsatz von Technologie vor, die ein ehemaliger Mitarbeiter gestohlen habe. Eine ehemalige Software-Entwicklerin beschrieb eine von Frauen-Diskriminierung geprägte Unternehmenskultur. Und Kalanick selbst geriet in die Kritik nach einem auf Video aufgezeichneten Streit mit einem Uber-Fahrer. Danach kündigte er an, einen Top-Manager für das Tagesgeschäft zu suchen.

          Keine Ruhe im Unternehmen

          Jones steht in einer Reihe von Spitzenmanagern, die das Unternehmen verlassen haben. Im vergangenen Monat wurde der hochrangige Technik-Experte Amit Singhal nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung bei seinem früheren Arbeitgeber Google gebeten, Uber zu verlassen. In diesem Monat stiegen der für Produkte und Wachstum zuständige Vizepräsident Ed Baker und der leitende Sicherheitsexperte Charlie Miller aus.

          Uber, ein Vermittler von Fahrdienstleistungen in Privatwagen, gilt in Geschäftsdingen als rücksichtslos und aggressiv. Seit seinem Start in Europa vor fünf Jahren läuft das traditionelle Taxi-Gewerbe in mehreren Ländern Sturm gegen die neue Konkurrenz, die zahlreichen Ländern mit juristischen Hindernissen zu kämpfen hat.

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